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Illertissen

05.11.2019

Elektrosmog: Politiker sieht Gefahren im 5G-Mobilfunk

Die Debatte um eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen gewinnt mit dem geplanten Ausbau des 5G-Mobilfunks an Aktualität. Auch in Illertissen stieß das Thema auf Interesse.
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Die Debatte um eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen gewinnt mit dem geplanten Ausbau des 5G-Mobilfunks an Aktualität. Auch in Illertissen stieß das Thema auf Interesse.
Bild: Hendrik Schmidt/zb/dpa

In Illertissen kritisiert ÖDP-Europaabgeordneter Klaus Buchner den Netzausbau: Der berge Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung.

Die Debatte um eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen gewinnt mit dem geplanten Ausbau des 5G-Mobilfunks an Aktualität. Auch in Illertissen stieß das Thema auf Interesse. Knapp hundert Besucher kamen ins Bahnhofshotel, um sich einen Vortrag zum Thema „5G Mobilfunk – Gefahren für Menschen, Tiere und Pflanzen“ des ÖDP-Politikers und EU-Abgeordneten Professor Dr. Klaus Buchner anzuhören. Der 78-jährige Physiker stellte Studienergebnisse und Alternativen vor.

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Seiner Meinung nach gibt es einen Zusammenhang zwischen Handys und W-Lan sowie Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Es gelte als bewiesen, dass Funkstrahlen das Gewebe erwärmen können und somit eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Doch nach Ansicht von Buchner birgt der Mobilfunk weitere Risiken. Um seine Ansichten zu untermauern, stützte er sich auf Studien, die nachgewiesen hätten, dass es in Ställen in der Nähe von Funkmasten zu neuen Formen von Missbildungen an Tieren kam. Versuche an Ratten hätten aufgezeigt, dass sich die Zahl und Form von Spermien durch die Strahlung verringert. Bienen würden durch die Funkwellen orientierungslos und Bäume neben Sendemasten Stück für Stück absterben.

Klaus Buchner von der ÖDP hielt einen Vortrag in Illertissen.
Bild: zita

„Mobilfunkstrahlen greifen an der Zelle selbst an“, behauptete Buchner. Funkstrahlen würden die Proteine in den Zellen verändern. Dies könne Auswirkungen auf das Herz, den Kreislauf und die Sexualhormone haben. Auch würde die Krebsgefahr bei längerer Strahlenbelastung steigen.

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5G-Mobilfunk: Kritiker befürchtet mehr Elektrosmog

Mit dem geplanten Ausbau des 5G-Mobilfunks vervielfache sich der „Elektrosmog“, sagte Buchner in seinem Vortrag. Die neue Technik für mehr Datendurchsatz operiere mit hohen Frequenzen, deren Reichweite deutlich geringer sind als bei bisherigen Antennen. Ein flächendeckender Ausbau mit neuen Sendeanlagen sei notwendig, erklärte Buchner und nannte das autonome Fahren als Beispiel. Voraussetzung dafür sei, dass alle paar hundert Meter ein 5G-Sender installiert wird. Revolutioniert und weiter vernetzt werden könnte Buchners Ansicht nach auch das Privatleben – etwa mit digitalen Kühlschränken oder Heizkörpern. Der 78-Jährige warnte allerdings vor der Gefahr der digitalen Überwachung der Privatsphäre.

Als Alternativen zum Mobilfunk nannte der Physiker Lichttechnik in Verbindung mit dem Ausbau des Glasfasernetzes. Mit dem praktisch unsichtbaren Datenlicht und ohne W-Lan könne das Internet ohne gesundheitsschädliche Funkstrahlung schneller gemacht werden, so seine Behauptung. Darüber hinaus gab Buchner Tipps, mit denen sich die Strahlenbelastung seiner Ansicht nach verringern lässt – wie etwa Handygespräche über Lautsprecher führen, das W-Lan über Nacht ausmachen oder eingeschaltete Handys nicht in der Hosentasche mittragen. Nach dem Vortrag wurde rege diskutiert, keiner der Zuhörer zeigte sich als 5G-Befürwortet. Vielmehr war zu hören, dass das Thema in den Medien vernachlässigt werde und zu wenig aufgeklärt werde.

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