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Illertissen

11.05.2015

Elternzeit in Storchennestern

Raimund Bürzle und Reiner Altenhof (von links) freuen sich über den Zuzug auf dem Kirchturm von St. Antonius in Tiefenbach. Nach zehnjähriger Vakanz hat ein junges Storchenpaar das Nest belegt. Über die Jahre war es immer wieder renoviert wurden.
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Raimund Bürzle und Reiner Altenhof (von links) freuen sich über den Zuzug auf dem Kirchturm von St. Antonius in Tiefenbach. Nach zehnjähriger Vakanz hat ein junges Storchenpaar das Nest belegt. Über die Jahre war es immer wieder renoviert wurden.
Bild: Regina Langhans

In Tiefenbach wird fest mit Nachwuchs gerechnet, andernorts auch. In Illertissen wird schon gefüttert und in Unterroth hatte sich eine Gans verirrt 

In Tiefenbach wird fest mit Nachwuchs gerechnet – in dem Fall nicht für Kindergarten und Schule, obwohl Reiner Altenhof dort „auch Bedarf“ sieht – sondern hoch über den Dächern des Dorfes. Zusammen mit dem Storchenbeauftragten Raimund Bürzle hat er das Storchennest auf dem Kirchturm fest im Auge, indem vergangenen Donnerstag ein junges Paar eingezogen ist. Ganz offensichtlich wird geflirtet. Eifriges Klappern ist zu hören. Ein Blick über diesen Kirchturm hinaus zeigt allerdings ein unterschiedliches Bild.

In Tiefenbach hat die freudige Nachricht schnell die Runde gemacht. Man ist jetzt „guter Hoffnung“. Seit vielleicht zehn Jahren war der Hort von vorüberziehenden Vögeln lediglich als Zwischenquartier genutzt worden. Keine dauerhaften Bewohner, die sich um den Erhalt des Nestes gekümmert hätten, sodass Johann Biber vom Bauhof Illertissen mit Unterstützung von Reiner Altenhof mehrmals das luftige Appartement renoviert hat – in der Hoffnung, zwei junge Zugvögel zum Bleiben zu bewegen. Dies scheint jetzt geglückt. Raimund Bürzle wohnt in Blickweite und schaut schon aus Gewohnheit jeden Morgen zum Kirchturm. Letzten Mittwoch, am 7. Mai, hat er mit dem Storchentagebuch begonnen. Da Mitte bis Ende April Störche ihre Kinderstube einzurichten pflegen, könnten die Tiefenbacher mit etwas Glück noch mit Nachzüglern rechnen.

Vor zwei Jahren hat Bürzle den Beobachtungsposten von seiner Mutter Annemarie übernommen. Sie hatte zuvor Johann Biber mit Neuigkeiten vom Kirchturm auf dem Laufenden gehalten. In seinem Fürsorgeauftrag wird Raimund Bürzle von Reiner Altenhof unterstützt. Als ehemaliger LEW-Mitarbeiter ist Altenhof schwindelfrei. Er war somit prädestiniert für die Arbeit an dem luftigen Ort. Jetzt freut er sich über die Aussicht, dass Tiefenbach wieder seine eigene Storchenfamilie bekommt: „Ist doch ein gutes Zeichen, wenn sie sich bei uns und in unserer Natur wohlfühlen.“

Im Horst auf dem Illertisser Schloss wird bereits fleißig gefüttert, wie Biber beobachtet hat. Da die Storchenfamilie in der Region überwintert, ist sie bei der Familiengründung immer sehr zeitig dran. Das musste sie dann büßen, wenn ihre Jungen Kälteeinbrüche nicht überlebten. Biber weiß, dass die „Illertisser Schlossbewohner“ je nach winterlicher Witterung die Nester der Kirchtürme in Unterroth oder Oberroth bewohnen. „Und wenn es bitterkalt ist“, so der Bauhofleiter, vermute ich sie im Mindeltal zwischen Pfaffenhausen und Balzhausen, wo etwa 30 Störche Schutz suchen.“ Wenn im Frühjahr die Zugvögel aus Afrika zurückkehrten, würden die heimischen Störche sich von den Plätzen des Vorjahres vertrieben fühlen. So ist der Horst in Unterroth bis auf vorbeiziehende Logisgäste, darunter für zwei Nächte eine Gans, bislang leer geblieben.

In den anderen Standorten sieht es gut aus. Storchenbetreuer Christian Holzapfel schaut in Oberroth der Familie Adebar längst von unten beim Brüten zu. Mitte April haben sie angefangen, vermutlich die gleichen Bewohner wie vom Vorjahr.

Vielversprechende Nachrichten auch aus Kettershausen, wo die auf dem Dach des Kindergartens für Storchenpaare eingerichtete Kinderstube ebenfalls belegt ist. Sie wird von Josef Schlögel beobachtet, und er ist sich über die Lage noch nicht ganz schlüssig. Mal glaubt er, sie brüten, mal ist er sich nicht ganz sicher. Es wird in jedem Fall spannend.

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