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Illertissen

20.11.2019

Feuerwehrhaus: Das passiert auf der Millionen-Baustelle

Kommt eine Kellerwand herbei geschwebt: Mit dem Fortschritt der Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus sind Stadt und Feuerwehrleute zufrieden.
Foto: W. Schmid

Plus Das Feuerwehrgerätehaus in Illertissen ist das größte Bauprojekt der jüngeren Stadtgeschichte. Auch der Landkreis ist beteiligt. Warum Eile geboten ist.

Ende September sind die Bagger angerollt, nun wurden schon die Kellerwände im Boden versenkt: Die Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus in Illertissen gehen zügig voran. „Die sind echt schnell“, sagt der Illertisser Hochbauamtsleiter Florian Schilling über die Baufirma. So schnell, dass er sich seinerseits beeilen muss. Die nächsten Schritte wollen ausgeschrieben und vergeben werden. Dutzende Firmen werden an dem Zehn-Millionen-Euro-Projekt mitarbeiten – das Feuerwehrhaus ist das größte Bauvorhaben der jüngeren Illertisser Geschichte. Gibt es eine Panne in der Koordination, droht schlimmstenfalls ein Baustopp. „Dazu darf es natürlich nicht kommen“, so Schilling.

Es ist eine Riesen-Baustelle: Das neue Feuerwehrhaus an der Unterrother Straße beinhaltet unter anderem große Hallen für den Fuhrpark samt Drehleiter, einen hohen Turm (für Schläuche und Rettungsübungen), eine Atemschutzübungsstrecke sowie die Leitstelle für den Digitalfunk. Beteiligt sind Landkreis Neu-Ulm und Stadt Illertissen, sie teilen sich die Kosten auf. Auf eigene Rechnung baut der örtliche Feuerwehrverein eine Halle an, unter anderem für seine Oldtimer.

Feuerwehrhaus Illertissen: Ob es bei zehn Millionen Euro bleibt, ist offen

Ob es am Ende bei den geschätzten zehn Millionen Euro bleibt, ist fraglich. Derzeit geht man in der Baubranche von Kostensteigerungen von mehr als fünf Prozent pro Jahr aus, sagt Schilling. Bislang lägen gerade einmal Angebote für ein Drittel der mehr als 40 Arbeitsschritte vor. „Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt“, sagt Schilling. Eine Baumaßnahme dieser Größenordnung muss europaweit ausgeschrieben werden. „Das ist zig mal komplizierter, als bei kleineren Projekten“, sagt Schilling.

Eine Folge dieser Ausschreibungsform: Auch Unternehmen aus anderen Staaten können sich um Aufträge bewerben. Den Zuschlag bekommt der mit dem annehmbarsten Angebot, heißt es. Der Preis spielt dabei eine große Rolle. Wohl ein Vorteil für hiesige Betriebe: die kürzere Anfahrtswege hätten, als ihre Kollegen aus dem Ausland.

Feuerwehr will nach heutigen Standards arbeiten

Ebenso riesig wie die Baustelle ist die Vorfreude der Feuerwehrleute: „Wir sind guter Dinge“, sagt der Illertisser Kommandant Erik Riedel. Nicht schön müsse das Gebäude sein, sondern zweckmäßig. Und genau das ist es aus Sicht der Feuerwehrleute auch. Im neuen Haus hätten die Kameraden genug Platz, um gemäß der heutigen Richtlinien zu arbeiten. So sei eine Trennung zwischen sauberer und verschmutzter Ausrüstung (samt Kleidung) vorgeschrieben. Und auch nötig: Denn bei den Einsätzen kämen die Feuerwehrleute mit Treibstoffen und mitunter sogar mit Blut in Kontakt. Das neue Gebäude wird eine Materialschleuse haben, über welche die Feuerwehrleute (auch der Ortsteile) Tag und Nacht verschmutzte Atemschutzgeräte abgeben und gesäuberte mitnehmen könnten, sagt Riedel. Im jetzigen Gebäude an der Vöhlinstraße (es stammt aus den 1980er Jahren) müsse man sich wegen der engen Raumverhältnisse arrangieren. Der neue Standort biete weitere Vorteile: Von dort gelangen die Feuerwehrfahrzeuge schneller zu den Einsatzorten in der Region.

Atemschutz: Neue Übungsstrecke in Illertissen wird viel bieten

Technisch auf dem neuesten Stand wird die Übungsstrecke für Atemschutzgeräteträger sein, die der Landkreis betreibt. So könnten Puls und Herzfrequenz der Absolventen überwacht werden, sagt Kreisbrandrat Bernhard Schmidt. Beide Feuerwehrleute sind sich einig: Das neue Haus wird ein modernes Arbeiten ermöglichen und auch noch in den folgenden Jahren auf dem neuesten Stand sein.

Noch müssen sie sich gedulden: Erst wenn der Keller fertig ist, wächst der Rohbau in die Höhe. Wann dieser steht, hängt wohl mit dem Wetter zusammen, sagt Schilling. Teilweise herrschten derzeit schon Minusgrade. Wohl auch deswegen lege die Firma derzeit ein solches Tempo vor.

Das Feuerwehrgerätehaus in Illertissen ist die größte Baustelle der jüngeren Stadtgeschichte - mehr dazu hier:

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