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Illertissen: Die Illertisser Musiknacht soll sicherer werden

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Die Illertisser Musiknacht soll sicherer werden

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    Voll voll: Rund 5000 Besucher sollen bei der Musiknacht im vergangenen Jahr in Illertissen gewesen sein. Hier und da drückte die Polizei ein Auge zu – heuer soll es ein neues Sicherheitskonzept geben.
    Voll voll: Rund 5000 Besucher sollen bei der Musiknacht im vergangenen Jahr in Illertissen gewesen sein. Hier und da drückte die Polizei ein Auge zu – heuer soll es ein neues Sicherheitskonzept geben.

    Eine riesengroße Party mit Live-Musik und toller Stimmung: So wird die Illertisser Musiknacht wahrgenommen, die sich seit ihrer Premiere im Jahr 2015 zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat. Inzwischen sind tausende Menschen dabei, wenn am 2. Oktober dutzende Bands in verschiedenen Lokalen zu den Instrumenten greifen. Die große Sause schafft aber auch Probleme: „Wahnsinnig viel los“, sei im vergangenen Jahr auf den Straßen gewesen, sagte Alexander Kurfürst, der stellvertretende Leiter der Illertisser Polizei, bei einem Vorbereitungstreffen für die Musiknacht 2019. Teilweise habe eine angespannte Stimmung geherrscht. Auch von überfüllten Lokalen und Verstößen gegen Brandschutzauflagen ist die Rede, etwa durch offenes Feuer. „Da haben die Kollegen beide Augen zugedrückt“, sagte Kurfürst. Und betonte: Bis auf zwei kleinere Auseinandersetzungen sei bei der Musiknacht 2018 nichts passiert. Aber so soll es eben auch bleiben. Deshalb wird es heuer ein Sicherheitskonzept für die Musiknacht geben.

    Sicherheitsleute draußen, Ordner in den Kneipen

    Dieses sieht vor, dass die Stadt als Veranstalter einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt: Zweier-Teams sollen durch Illertissen laufen. Die Polizei werde stärker vertreten sein, kündigte Kurfürst an. Zudem müssen die Gastronomen einen Sicherheits-Verantwortlichen benennen und – je nach Größe und Art ihres Konzerts – Ordnungskräfte einsetzen. Diese sollen Störenfriede bei den Securitymitarbeitern oder der Polizei melden und verhindern, dass zu viele Gäste in eine Kneipe drängen. Zudem dürfen zu junge Partygänger keinen Zutritt zu einem Lokal bekommen. „Der Jugendschutz muss bei der Musiknacht eingehalten werden“, sagte Kurfürst vor etwa 20 Wirten, die zur Besprechung in die Schranne gekommen waren.

    Die Band Edelstoff bot im Musik-Pub „Chic“ gut abgemischte Coversongs aus der Punk-, Pop- oder Rock-Szene.
    Die Band Edelstoff bot im Musik-Pub „Chic“ gut abgemischte Coversongs aus der Punk-, Pop- oder Rock-Szene. Foto: Langhans

    Das bedeutet: Unter 16 Jahren dürfen Jugendliche überhaupt nicht alleine bei Partys in Kneipen, unter 18-Jährige nur bis Mitternacht. Die Polizei wolle kein Spielverderber sein, so Kurfürst. „Aber das muss funktionieren.“ Bislang seien die Musiknächte glimpflich verlaufen, aber angesichts der Besuchermassen müsse das nicht so bleiben. „Wir wollen uns nicht ankreiden lassen, wenn etwas passiert“, sagte Kurfürst. Das neue Konzept sei ein Zugeständnis: Anderorts würden vom Veranstalter professionelle Ordnungskräfte verlangt, die Kosten dafür seien erheblich.

    Dass einige Kneipen 2018 voll waren, bestätigte Susanne Schewetzky, die die Musiknacht vonseiten der Stadt organisiert. „Da war kein Durchkommen mehr.“ Nicht auszudenken, wenn eine Panik ausbreche. Jeder Wirt trete als Veranstalter seines eigenen Konzerts auf. Daher müsse er den Überblick behalten.

    Wie viele Lokale 2019 teilnehmen, steht noch nicht fest

    Wie viele Gastronomen heuer teilnehmen, steht noch nicht fest. Bis Ende Juni können sich Interessierte anmelden. Einen städtischen Zuschuss zu den Gagen der Bands gibt es nicht mehr, allerdings übernimmt die Stadt weiterhin die Werbung für die Musiknacht. Für die Besucher kostenfrei bleiben wird der Shuttlebus, Eintrittspreise werden weiter nicht erhoben. Dafür sei die Illertisser Musiknacht bekannt, so Schewetzky. Ziel sei es, Menschen in die Stadt zu holen und die Besucher neugierig auf die örtlichen Lokale zu machen. Das werde mit dem bisherigen Konzept erreicht. Die Stadt selbst wird zwei Spielorte beisteuern: In der Schranne spielt die Tanzband Old Dreams, ein Angebot für ältere Besucher. Im nahe gelegenen Feuerwehrhaus sollen jüngere Partygänger auf ihre Kosten kommen. Wer dann dort Musik macht, steht noch nicht fest.

    Bürgermeister Jürgen Eisen appellierte an die Wirte, Live-Bands zu verpflichten. Die seien schließlich das Aushängeschild der Illertisser Musiknacht. „Es ist ja keine DJ-Party.“ Zudem sollen die Gastronomen ausreichend Toiletten zur Verfügung stellen, falls nötig müssten mobile WC-Wagen aufgestellt werden. Eisen: „300 Leute in einem Lokal und nur eine Toilette, das geht halt nicht.“ Die Illertisser Musiknächte seien „ein toller Erfolg“. Und sie sollten es auch bleiben.

    Soll die Memminger Straße gesperrt werden?

    Ein Wirt fragte, ob nicht die Memminger Straße zur Musiknacht für den Verkehr gesperrt werden könne. Fahrende Autos seien für die Fußgänger gefährlich – und manche Fahrer gäben vor Publikum sogar noch mehr Gas. Eine komplette Sperrung der Staatsstraße komme wohl nicht in Betracht, hieß es. Eine Tempo-30-Zone für die Dauer der Veranstaltung sei aber denkbar, sagte Polizist Kurfürst.

    Warum das Sicherheitskonzept sinnvoll ist: Hier finden Sie einen Kommentar von unserem Redakteur Jens Carsten: Illertissen: Musiknacht ist zu groß für ein „Weiter so“

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