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04.05.2012

Kirche in München hat Carillon nach Illertisser Muster

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Münchner Carilloneur: Stefan Duschl am neuen Glockenspiel.

Über der Auer Dult erklang das erste Glockenspiel-Konzert

Illertissen/München In München gibt es jetzt ein Glockenspiel nach Vorbild des Illertisser Carillons. Stadtpfarrer Markus Gottswinter von der mächtigen Münchner Mariahilfkirche, deren neugotischer Turm sich als Wahrzeichen über die Au erhebt, hatte einen Traum: Außer dem majestätischen Geläut der fünf Kirchenglocken könnte ein Glockenspiel, vielleicht noch besser ein auch konzertant spielbares Carillon das Stadtviertel künstlerisch aufwerten und die vielen Menschen, die sich alljährlich dreimal bei der Auer Dult versammeln, erfreuen. Jahrelang hatte es für die Münchner ein derartiges Instrument nicht gegeben, weil das im Rahmen der Olympischen Spiele 1972 errichtete 2007 wegen der Neugestaltung des Olympiaparks abgebaut worden war. Der Traum des Pfarrers schien nicht unerfüllbar, denn hoch oben im Turm seiner Kirche stand neben der großen Glockenkammer ein zweiter, leerer Raum zur Verfügung. Der Turm musste also nicht umgebaut werden.

Nun galt es, einen Hersteller für das Projekt zu finden. Schließlich wurde die führende Firma Eijsbouts in Asten, Niederlande, ausgewählt. Vor Auftragserteilung sollte ein neues Instrument dieser Firma besichtigt werden. Und das stand in Illertissen, mit 1500 Kilogramm Gesamtgewicht sozusagen ein „kleiner Bruder“ des für München geplanten, 22 Tonnen schweren Carillons. Dessen enormes Gewicht ergibt sich, weil die großen Turmglocken in das Instrument mit insgesamt 65 Glocken einbezogen sind. Gut zwei Tonnen wog auch dann die schwerste unter den neuen Glocken.

Es gab noch ein paar Pannen, bis alle Glocken ihren Platz gefunden hatten. Das Hinaufziehen mit Pferdekraft funktionierte nicht, und auch der Lastwagen schaffte nicht alle. Das größte Gewicht hievte dann ein riesiger Kran nach oben.

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Mittlerweile hatten sich die Carillonneure, Spezialisten in der Ausübung einer Tätigkeit, die sehr selten ist, durch wöchentliche Besuche in Illertissen auf ihre Münchner Aufgabe vorbereitet. Denn hier existiert ein Übungsinstrument. Es ist in einen von Plexiglas umgebenen Raum eingehaust, der heizbar ist, und so auch im tiefsten Winter spielbar. Das nutzten die beiden Münchner Carillonneure Stefan Duschl und Rainer Kühne allwöchentlich aus.

Am 1. Mai war es so weit: Stadtpfarrer Gottswinter, Stadträtin Monika Renner, die Oberbürgermeister Christian Ude vertrat, und Organisationsleiterin Dr. Gabriele Weißhäupl übergaben das Instrument der Öffentlichkeit. Der Schlüssel dazu wurde hochgezogen, während rings herum das Treiben der Dult die für den Stadtteil charakteristische Atmosphäre bot. Das Fest krönte ein Konzert des Amsterdamer Stadtcarillonneurs Prof. Boudewijn Zwart mit Werken von Bach bis zu den Beatles.

Als Gäste aus Illertissen nahmen Carilloneur Lothar Damm mit Ehefrau und Otto Mittelbach an der Veranstaltung teil.

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