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Kellmünz

07.05.2019

Krise vorbei: Wie es um das Unternehmen Butzbach steht

Vor rund zwei Jahren rutschte das Familienunternehmen Butzbach in eine Krise. Nun blickt der Geschäftsführer Thilo Butzbach wieder optimistisch in die Zukunft. Auch die nächste Generations steht schon in den Startlöchern.

Plus Neue Gerüchte um die wirtschaftliche Lage des Kellmünzer Familienunternehmens machen die Runde. Was dran ist und wie der Geschäftsführer die Situation einschätzt.

Kellmünz Neue Gerüchte um das Kellmünzer Unternehmen Butzbach: Hat der innovative Tore-Hersteller seine Krise doch nicht überstanden? In einem anonymen Schreiben, das unsere Redaktion erreicht hat, ist davon die Rede, dass das „ehemalige Vorzeigeunternehmen immer weiter in eine wirtschaftliche Schieflage“ rutsche. Eine Reihe von Kündigungen, die Stilllegung eines Geschäftsbereichs – mit Schritten wie diesen solle wohl der Kollaps des Gesamtunternehmens vermieden werden. Die Stimmung unter den Mitarbeitern, so berichtet der anonyme Briefschreiber, sei von Frustration geprägt.

Was die Krise auslöste

Dass hinter der Butzbach GmbH nicht ganz einfache Zeiten liegen, ist bekannt. 2016 wurde eine neue Software angeschafft, die rund ein Jahr nicht richtig funktionieren wollte und manche Abläufe im Unternehmen nahezu lahm legte. Kurz zuvor hatte sich der alleinige Gesellschafter Thilo Butzbach aus gesundheitlichen Gründen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Unter dem ab diesem Zeitpunkt eingestellten Geschäftsführer gab es, neben der neuen Firmensoftware, noch einige Umstrukturierungen. Alles in allem habe das dazu geführt, dass die Probleme in der Firma explodiert seien, erklärte Thilo Butzbach vor rund einem Jahr, nachdem der damalige Geschäftsführer das Unternehmen verlassen und Thilo Butzbach selbst wieder die Leitung übernommen hatte. Ab da schien es für die Firma, bei der rund 350 Menschen an den Standorten in Kellmünz und Unterroth arbeiten, bergauf zu gehen. Lesen Sie dazu auch unseren Bericht vom vergangenen Jahr: Butzbach steckt in der Krise

Siegfried Bägendörfer von der Gewerkschaft IG Metall bestätigt, dass die Stimmung in der Belegschaft eingetrübt sei. Doch das richte sich nicht gegen das Unternehmen, vielmehr sei es der Situation geschuldet: „Butzbach befindet sich seit geraumer Zeit in einer Umstrukturierungsphase. Das bringt natürlich Unruhe mit sich.“ Bägendörfer kritisiert, dass insbesondere unter dem zeitweise eingestellten Geschäftsführer viele Entscheidungen von oben nach unten durchgedrückt wurden, ohne die Mitarbeiter an dem Entscheidungsprozess zu beteiligen. Zur aktuellen Stimmung unter den Mitarbeitern äußerte sich auch ein Mitglied des Betriebsrats der Butzbach GmbH auf Nachfrage der IZ. Er beschreibt die Lage als angespannt und sagt, durch betriebsbedingte Kündigungen seien die Angestellten verunsichert worden. Der Betriebsrat hoffe nun, so der Mann, dass durch eine gute Auftragslage keine neuen Entlassungen ausgesprochen werden müssen und bei Butzbach alles zur „guten Normalität“ zurückkehre.

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Thilo Butzbach sieht seine Firma auf einem guten Weg

Gegenüber unserer Redaktion äußert sich Thilo Butzbach, der bei seiner Rückkehr in das Unternehmen auch einiges an Privatkapital in die Firma gesteckt habe, zu den Vorwürfen des anonymen Briefeschreibers. Er sieht das Unternehmen auf einem guten Weg, auch wenn er einräumt, dass viele Aussagen aus dem Brief zumindest teilweise stimmen. Den Geschäftsbereich Fassade etwa gibt es so tatsächlich nicht mehr. Er wurde verkleinert und an anderer Stelle in die Firma eingegliedert. Butzbach sagt dazu: „Wir waren in der Krise und konnten es uns nicht leisten, nicht rentable Bereiche weiterzubetreiben.“ In diesem Fall hätte der Umsatz kaum gereicht, die Personalkosten zu decken. Rückgängig gemacht wurde auch die Umstrukturierung im Servicegeschäft. Diese hatte zu diversen Problemen, wie etwa langen Wartezeiten bei den Kunden, geführt. Nun laufe es aber auch in diesem Bereich wieder besser, so Butzbach.

Thilo Butzbach

Auch, dass es zu diversen Kündigungen im Zuge der Krise kam, bestreitet der Geschäftsführer nicht. In anderen Abteilungen stellte der Betrieb dafür neue Mitarbeiter ein. So sind jetzt wieder mehr Verkäufer für Butzbach im Einsatz, die die Kunden beraten und für Umsatz sorgen. Aktuell ist die Firma auf Mitarbeitersuche. 17 offene Stellen müssen besetzt werden.

Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern

Der 60-jährige Thilo Butzbach hat viel Energie investiert, um sein Unternehmen wieder fit für die Zukunft zu machen. Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für die Zeit nach seinem Ausstieg aus der Firma: Seit September arbeitet sein Sohn Lukas Butzbach in dem Unternehmen mit, in dem der 28-Jährige den Personalbereich verantwortet. Auch dessen zwei Brüder spielen mit dem Gedanken, in der Firma anzufangen. So wird der Familienbetrieb wohl irgendwann in dritter Generation geführt werden.

In Sachen Umsatz hat sich Butzbach wieder höhere Ziele gesteckt. 41,5 Millionen Euro seien in diesem Jahr angepeilt, sagt Lukas Butzbach. Das entspreche in etwa dem Stand von vor der Krise. Bis vor wenigen Wochen lag der Betrieb knapp unter seinen Umsatzzielen, nun liege man genau im Plan.

Bei dem Aushängeschild der Firma, den großen Flugzeughangartoren, läuft es laut Thilo Butzbach ebenfalls wieder besser. Dort hatte es, schlicht durch die Marktsituation bedingt, einen Einbruch gegeben. Nun sei die Pipeline an Aufträgen wieder gut gefüllt. Auch bei internationalen Projekten war Butzbach dabei. So lieferte die Kellmünzer Firma beispielsweise zwei Tore für den neuen Flughafen in Istanbul.

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