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Vöhringen

10.12.2020

Mehr Wohnraum: Feinschliff am neuen Vöhringer Baugebiet

Die Kranichstraße endet bisher hier: Künftig sollen sich zwei neue Baugebiete im Vöhringer Norden an diese Straße anschließen.
Bild: Ursula Balken

Plus Bürger, Behörden und Träger öffentlicher Belange konnten Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Kranichstraße Ost“ abgeben. Das ist der aktuelle Stand.

Vöhringen wächst. Als Nächstes soll sich die Stadt nach Norden hin ausdehnen. Zwei neue Baugebiete entstehen dort im Anschluss an die Kranichstraße, die bisher quasi im Nichts endet. Passenderweise tragen die beiden Gebiete die Namen Kranichstraße Ost und Kranichstraße West.

Wie es dort einmal aussehen wird, wo bislang nur leeres Feld ist, hat sich die Stadt in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro bereits überlegt. Der Bebauungsplan für die Kranichstraße Ost wurde bereits im Juli vorgestellt: Zum neuen Stadtrand hin sollen Geschosswohnungsbauten eine deutliche Baukante bilden. Die Rede war von Häusern im Stadtvillenstil. Bis zu neun Wohnungen sollen sich darin befinden, hieß es bei der Vorstellung des Bebauungsplans. Mit einer Firsthöhe von 13 Metern sollen sie auch den Lückenschluss zum Gewerbe östlich und westlich der beiden neuen Baugebiete schaffen. Auch klassische frei stehende Einfamilienhäuser wird es dort geben. Daneben sind aber auch Ketten- und Reihenhäuser vorgesehen, um mit einer flächensparenden verdichteten Bauweise möglichst viel aus der Fläche heraus zu holen. Denn Wohnraum ist in Vöhringen nach wie vor ein knappes Gut.

Nachdem der Vöhringer Bauausschuss im Juli den Vorschlag des Planungsbüros Lars Consult gebilligt hatte, hatten die Öffentlichkeit und andere Behörden sowie weitere Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Stellungnahme zu beziehen. Um diese ging es nun in der jüngsten Bauausschusssitzung.

Grüne fordern breiteren Grünstreifen

Eine der eingegangenen Anregungen befasste sich mit der Ortsrandbegrünung. Dort ist derzeit ein Streifen von drei Metern vorgesehen. Der soll breiter werden, lautete eine Forderung, die Markus Harzenetter von den Grünen noch bekräftigte. „Es geht dabei auch um effektiven Umwelt- und Klimaschutz. Da tut jeder Meter gut“, so Harzenetter. Er forderte, Abstand vom Profitdenken zu nehmen und sich stattdessen dem Umweltschutz zuzuwenden.

Geändert wird das im Bebauungsplan jedoch nicht. Timo Söhner vom städtischen Bauamt verteidigte den Bebauungsplan in seiner derzeitigen Form: Die Stadt verweigere sich einer Begrünung ja nicht. Die Streifen am Stadtrand sind zwar nur drei Meter breit. Doch im gesamten Gebiet seien mehr Grünflächen eingeplant, als man gesetzlich bräuchte.

Keine Ausnahmen vom Bebauungsplan

Angesprochen wurde auch der vorgeschriebene Abstand von Grundstücksbegrenzungen zur Straße. Damit handle man sich nur Ärger ein, so Werner Zanker ( SPD). Denn: „Da hält sich doch keiner dran.“ Und Edmund Klingler, ebenfalls SPD, bekräftigte, einer solchen Regel nur zuzustimmen, wenn dann auch keine Ausnahmen gemacht werden.

Beachten müssen künftige Bauherren in diesem Wohngebiet auch, dass manche Grundstücke aufgeschüttet werden müssen. Der Grund: Die Straße läge sonst höher als die Baugrundstücke. Diese abzusenken würde wegen des darin verlegten Kanals nicht funktionieren. Das notwendige Material zum Aufschütten kann aber vermutlich zu einem großen Teil aus dem Gelände selbst stammen, indem Erdaushub vom Kellerbau dafür verwendet wird.

Zudem informierte Lars Consult-Planer Christian Wandinger die Stadträte, dass ein Feldlerchenpaar entdeckt wurde. An der weiteren Planung ändere das allerdings nicht, denn eine dafür benötigte Ausgleichsfläche sei bereits vorhanden.

Insgesamt wurde für das neue Baugebiet „Kranichstraße Ost“ eine Ausgleichsfläche von 7.800 Quadratmetern geschaffen. Das Wohngebiet ist fast 2,9 Hektar groß. 80 Wohneinheiten sollen dort Platz finden. Im Baugebiet Kranichstraße West sollen dann sogar noch mehr Menschen leben. 150 Wohneinheiten sind dort angedacht.

Der Bebauungsplan „Kranichstraße Ost“ wird demnächst noch einmal auf einer Tagesordnung im Vöhringer Rathaus stehen. In seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 17. Dezember, soll der Stadtrat ihn endgültig genehmigen.

Lesen Sie dazu auch: Wie Wohnen im Vöhringer Norden künftig aussieht

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