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Konzert

26.04.2016

Mit viel musikalischem Gefühl

Klemens Vetter lässt sich auf sein Instrument und die Musik voll ein, mit Konzentration und Herz, begleitet von Hannah Lara Müller am Flügel.
Bild: Ursula K. Balken

„Euphonium meets Piano“ – ungewöhnlicher Titel, ungewöhnliches Programm

So ungewöhnlich der Titel „Euphonium meets Piano“, so ungewöhnlich das Programm und so überzeugend die jugendlichen Musiker Klemens Vetter, Euphonium, und Hannah Lara Müller am Flügel. Für dieses Novum in der Musikszene Vöhringens waren zahlreiche Zuhörer im Wolfgang-Eychmüller-Haus erschienen. Sie erlebten das etwas andere Konzert, konzentriert auf zwei Instrumentalisten, die sich für ihr Berufsleben die Musik auserkoren haben.

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Klemens Vetter hat sich nach Trompete und Tenorhorn für das Euphonium entschieden, ein weit mensuriertes Instrument mit weichem Klang. Der Mittzwanziger gewann den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Jetzt studiert er an der renommierten Musikhochschule in Luzern. Hannah Lara Müller begann sehr früh mit Klavierunterricht und fügte noch ein Gesangsstudium an. Ausgebildet wurde sie an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach.

Das Konzert wurde mit „Rule Britannia“ eröffnet. Die Variationen verlangen Klemens Vetter nicht nur musikalisches Gefühl ab, sondern hohe technische Finger- und Atemtechnik. Die Presti könnten einen Solisten bis an seine Grenzen führen. Doch dieser Einstieg ist wortwörtlich atemberaubend und macht deutlich, wie sehr Vetter mit seinem Instrument vertraut ist.

Frank Bridge ist der Komponist der „Four short pieces“, eine Komposition, die Fröhlichkeit, rurales Leben und kammermusikalischen Charakter hat. Mit „Set Adrift“ schrieb Thomas Kelly ein Stück, das eigens für Euphonium und Orchester konzipiert ist. Ein Mensch driftet von der Erde weg ins Weltall, er ist allein, fühlt Freude aber auch Ängste, die in Dunkelheit enden. „Chopanda“, kreiert von „The Piano Guys“, ist eine flotte Mixtur aus Chopin, ummantelt mit moderner Rhythmik und Melodik, wobei sich Tobias Allgeier am Becken als dritter Mann erweist. Klemens Vetter hat in Hannah Lara Müller eine kongeniale Begleiterin. Sie begeistert auch als Solistin mit dem bekannten „Prelude cis-moll“ von Sergej Rachmaninov. Markant ihr Anschlag, sensibel in den hohen wie tiefen Tonlagen. Mit „Northern Lights“ von Ola Gjeilo, der die „schrecklich schöne Szenerie“, wie es einmal ein Autor ausdrückte, des Nordlichtes in Noten fasste, geht der erste Teil zu Ende. Antonio Vivaldis Sonate Nr. 3 in a-Moll führt in die Welt der Klassik. Die einzelnen Sätze entsprechen Vivaldis nuancenreicher Satzführung. Die setzt Klemens Vetter spielerisch leicht um. Ein Hörgenuss wird das populäre aus der Händel-Oper „Xerxes“ herausgelöste „Largo“. Sehr schön die Wiedergabe durch Veronika Vetter mit ihrem kraftvollen Sopran und danach die Interpretation durch Bruder Klemens am Euphonium, dessen weicher Klang für diese Komposition wie gemacht scheint. Nicht umsonst wird das Euphonium auch das Cello unter den Blasinstrumenten genannt. Mit „Harlequin“ von Philip Sparke setzen Hannah Lara Müller und Klemens Vetter einen virtuosen Schlusspunkt.

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