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Illertissen

15.11.2018

Nein zu Lampen: Warum ein Radweg bei Illertissen dunkel bleibt

Auf manchen Radwegen ist es nachts völlig finster.
Bild: Ulrich Weigel (Symbol)

Der Bau von Beleuchtungen zwischen Dornweiler und Jedesheim war schon beschlossen. Das haben die Stadträte jetzt gekippt.

In den vergangenen Jahren sind mehrere Radwege im Außenbereich von Illertissen mit Lichtern ausgestattet worden. Hintergrund ist ein Beschluss des Bauausschusses aus dem Jahr 2013. Damals wollten die Räte die Sicherheit für die Radwegsnutzer an Abenden oder dunklen Morgen erhöhen. Und dazu beitragen, dass sich mehr Bürger in die Sättel schwingen. Auch die Verbindung zwischen Dornweiler und Jedesheim wurde damals in den Beschluss aufgenommen und sollte demnächst umgesetzt werden. Ob es aber dazu kommt, ist fraglich. Denn nun kam das Ganze im Bauausschuss noch mal aufs Tapet. Mit einem anderen Ergebnis.

Der Hintergrund: Kürzlich wollten die Räte die Arbeiten zwischen Dornweiler und Jedesheim in einer nichtöffentlichen Sitzung an eine Firma vergeben. Dabei kam die Diskussion auf, wie sinnvoll der Ausbau aus heutiger Sicht ist, Vorbehalte wurden geäußert. Grund genug für eine erneute Debatte, die nun in öffentlicher Sitzung des Bauausschusses anberaumt war. Sinnvoll oder nicht – dazu gab es eine Kontroverse.

Einer schlug Zeitschaltuhren für die Lampen vor

28 Leuchten sind vorgesehen, die Kosten sollen bei rund 128000 Euro liegen. „Eine Menge Geld“, wie Ewald Ott von der CSU befand. Wenngleich die Ausgabe eigentlich ja bereits beschlossen sei. Ansgar Batzner (Freie Wähler) äußerte sich positiv: „Ein Stück Sicherheit, nicht nur für Schüler.“ Damit werde das Thema jetzt „komplett anders“ gesehen, als unlängst hinter verschlossenen Türen, stellte Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU) fest.

Und Dietmar Haas (CSU) überlegte: Einerseits spreche die sogenannte Lichtverschmutzung gegen den Ausbau, denn Insekten orientierten sich nachts an dem Licht und würden davon irritiert. Durch moderne LED-Lampen würden sie aber wenigstens nicht durch Hitze getötet. Andererseits herrsche dort draußen eine „Kuhranzennacht“, es sei also völlig dunkel. Haas schlug vor, über eine Zeitschaltuhr nachzudenken.

Am Ende gab es bei der Abstimmung ein Patt

Die Natur habe im Illertisser Bauausschuss keine Lobby – das beklagte Helga Sonntag von der Fraktion ÖDP/AB/Grüne. Die bereits zitierte Lichtverschmutzung sei ein großes Problem, die Beleuchtung des Radwegs – wenngleich damals von einem ÖDP-Ratsmitglied vorgeschlagen – sinnlos. „Da fährt kein Mensch.“ Letzteres sahen andere Räte jedoch anders. Schließlich kam es zur Abstimmung: Fünf gegen fünf, lautete das Ergebnis. Mit dem Patt ist die Beleuchtung abgelehnt.

Das hat zunächst keine unmittelbaren Folgen, sagte Bernd Hillemeyr vom städtischen Tiefbauamt auf Anfrage unserer Redaktion. In diesem Jahr hätte der Ausbau nicht mehr stattgefunden. Dennoch sei die Entscheidung „unglücklich“. Es stehe die Frage im Raum, wie grundsätzlich mit Beleuchtungen auf Radwegen umzugehen sei. Die werde künftig noch zu klären sein.

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