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Illertissen

12.12.2018

Notaufnahme an der Illertalklinik wird gestrichen

Die Notaufnahme an der Illertalklinik hat in der bisherigen Form keine Zukunft mehr. Rettungsdienste werden die Patienten zuerst nach Weißenhorn bringen.
Bild: Jonathan Mayer

Plus Die Klinikstiftung versichert allerdings, dass sich in Illertissen nicht viel verändern werde. Kein Problem bei kleineren Verletzungen.

Als die Nachricht an die Wand des Sitzungssaals projiziert wurde, las sie sich dramatisch: Schließung der Notaufnahme in Illertissen. Allerdings bemühte sich Stiftungsdirektor Marx Engelhard im Krankenhausausschuss des Landkreises gleich abzuschwächen, dass dies dramatischer klinge, als es wirklich sei. Patienten mit leichteren Verletzungen würden selbstverständlich immer noch in der Illertalklinik behandelt. Einen festen Termin für eine Schließung gebe es nicht, versicherte gegenüber unserer Redaktion die Sprecherin der Kreisspitalstiftung, Edeltraud Braunwarth. Sie sprach vielmehr von einem „fließenden Übergang“. Die Hauptanlaufstelle sei künftig Weißenhorn.

Die Illertalklinik besitzt keine Intensivstation mehr

Der Grund für diese Veränderung: Die Illertalklinik besitzt keine eigene Intensivstation mehr. Eine solche wäre aber die Grundvoraussetzung einer Notaufnahme, so hat es der sogenannte Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festgelegt, das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung von Medizinern. Kliniken und Krankenkassen. Wegen dieser fehlenden Grundvoraussetzung wird es in Illertissen keine Notaufnahme mehr geben. Dennoch werde kein Patient abgewiesen, beteuerte Engelhard, jeder werde weiterhin hochwertig versorgt. Für die einfachen Verletzungen gibt es tagsüber ohnehin weiter das Medizinische Versorgungszentrum.

Landrat Thorsten Freudenberger war es wichtig zu betonen, dass die Notfallversorgung weiterhin gesichert sei. Mit einfacheren Verletzungen könnten sich Patienten weiterhin an die Illertalklinik wenden. Allerdings sei es bei stärkeren Schmerzen etwa in der Brust, was auf einen Herzinfarkt hindeuten könnte, immer besser zunächst den Notarzt zu rufen. Der würde bei einem Infarkt ohnehin Weißenhorn anfahren.

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Rettungsdienste sollen Weißenhorn anfahren

Wie das Notfallsystem künftig funktioniert, erläutert Stiftungssprecherin Braunwarth folgendermaßen: Die Rettungsdienste sollen Patienten zunächst nach Weißenhorn in die Notaufnahme fahren, wo entschieden wird, ob der Kranke dabehalten oder nach Neu-Ulm oder Illertissen verlegt wird. Letzteres wäre der Fall etwa wenn es sich um ein geriatrisches Problem handelt: „Illertissen soll die Patienten bekommen, die dort auch behandelt werden können“, erklärte sie auf Nachfrage. Für die Patienten ändere sich im Grunde eigentlich nichts. Es werde lediglich besser gesteuert, wer in welchem Haus am besten behandelt werde. Anfang des Jahres will die Klinikstiftung an die Rettungsdienste herantreten, um mit ihnen über die Veränderungen bei der Verteilung der Patienten zu reden. (hip)

Das hohe Defizit der Kreiskliniken ist seit Längerem bekannt: Mehr darüber lesen Sie hier: Kreiskliniken: Das Defizit ist niederschmetternd

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