Newsticker
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: Lockdown bis Mitte Februar verlängern
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Radfahren: Landkreis Neu-Ulm will Vorzeige-Region werden

Landkreis Neu-Ulm

02.07.2020

Radfahren: Landkreis Neu-Ulm will Vorzeige-Region werden

Der Landkreis Neu-Ulm möchte Vorzeigeregion für Radfahrer werden.
2 Bilder
Der Landkreis Neu-Ulm möchte Vorzeigeregion für Radfahrer werden.
Bild: Alexander Kaya (Archivfoto)

Plus Der Landkreis Neu-Ulm will sich beim Thema Radfahren an die Spitze setzen. Dafür soll sich demnächst noch einiges bewegen.

Der Landkreis Neu-Ulm will „Vorzeigeregion für den Radverkehr“ werden. Doch bis dieses Ziel erreicht ist, gibt es noch eine Menge zu erledigen - nicht nur bei der Infrastruktur soll aufgerüstet werden. Unter anderem mit Radwege-Schnellverbindungen quer durch den Landkreis. Antonia Gordt, seit Oktober als Mobilitäts-Klimaschutzmanagerin und Fahrradbeauftragte im Landkreis, hat jetzt aufgezeigt, welche Projekte dafür konkret in Angriff genommen werden.

Beim ersten runden Tisch Radverkehr informierte Antonia Gordt ihre Fachkolleginnen und -kollegen aus den kreisangehörigen Städten, Märkten und Gemeinden. Landrat Thorsten Freudenberger sagt, dass sich die Mobilität grundlegend ändern müsse: weg vom fossil-motorisierten Individualverkehr hin zu vielfältigeren und umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln wie dem Fahrrad. Dazu bedürfe es eines Einstellungswandels in der Bevölkerung: „Wir müssen mit dem Fahrrad auch fahren wollen“, sagte Freudenberger, der gerne mal mit dem Fahrrad zur Arbeit und zu Dienstterminen kommt. Es gelte aber auch, seitens der Politik die Rahmenbedingungen für das Radfahren attraktiver zu gestalten, so der Landrat.

Der Tag der Entscheidung ist nächsten Sommer

Der Landkreis Neu-Ulm tritt dabei kräftig in die Pedale: Im April 2016 beschloss der Kreistag das Klimaschutzteilkonzept Mobilität. Es umfasst insgesamt 30 Maßnahmen. Davon betreffen neun das Thema Radverkehr, Antonia Gordt stellte sie im Einzelnen vor. Sozusagen als Rahmen, der die einzelnen Teile und Schritte verbindet, dient die Zertifizierung als „fahrradfreundlicher Landkreis“ bei der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK Bayern). Nach der Vorbereisung im September 2017 und dem Erhalt der Mitgliedschaft bereitet Antonia Gordt sich und den Landkreis nun auf den Tag der Entscheidung vor. Im Sommer/Herbst 2021 kommt eine Jury der AGFK zur Hauptbereisung in den Landkreis.

Bis dahin müssen alle Aufnahme-Kriterien erfüllt sein. 20 Punkte zählte die Fahrradbeauftragte auf und erläuterte sie. So etwas wie die Naben, um die sich alles – wie beim Fahrrad – dreht, ist die Radverkehrsförderung. Dazu gehört zum Beispiel, Fahrradabstellanlagen an Landkreis-Schulen zu prüfen und zu verbessern), die Erstellung von Leitfäden und einer neuen Homepage, aber auch Schulradprojekte sowie eine Radfahrkarte für den Landkreis. Der runde Tisch Radverkehr, so erklärte Antonia Gordt, „solle dabei helfen, gemeinsam mit den Kommunen und dem Staatlichen Bauamt die AGFK-Bedingungen zu erfüllen“.

Einbruchsichere Fahrradboxen an den Pendlerparkplätzen

Um Auto und Fahrrad besser kombinieren zu können, ist geplant, einbruchsichere Fahrradboxen an Pendlerparkplätzen entlang der Autobahn aufzustellen. Angedacht ist, das Pilotprojekt an den A7-Anschlussstellen Vöhringen und Illertissen zu realisieren. Um den Radverkehr in besonderem Maße zu fördern, arbeitet Antonia Gordt an einem Radverkehrskonzept 2020/2021. Dabei geht es hauptsächlich darum, das Alltagsradwegenetz besser in Schwung zu bringen.

Das touristische Radwegenetz habe bereits in den vergangenen Jahren unter Leitung der Tourismusbeauftragten Andrea Engel-Benz stark an Fahrt aufgenommen. Entstanden sind zum Beispiel eine landkreisweit einheitliche Radverkehrsbeschilderung und ein Radtouren-Führer mit sechs beschriebenen Tagestouren. Außerdem ist der Landkreis an drei Premium-Fernradwegen beteiligt, die durch sein Gebiet führen. Überprüft und verbessert werden sollen im Rahmen der Zertifizierung auch Reinigungs- und Winterdienst, Baustellenmanagement, verkehrsrechtliche Beschilderung, Poller/Pfosten und Unfallstellen.


Für Radschnellwegeverbindungen hat der Regionalverband Donau-Iller, bei dem der Landkreis Neu-Ulm zu den Mitgliedern zählt, eine Potenzialanalyse vorgenommen. Demnach sind unter anderem folgende Verbindungen grundsätzlich dafür geeignet:

  • Neu-Ulm – Senden – VöhringenBellenbergIllertissenMemmingen;
  • Neu-UlmNersingenLeipheimBurgau;
  • Senden – Weißenhorn und WeißenhornVöhringen

Ein Ingenieurbüro prüft nun im Auftrag des Regionalverbandes detailliert die Eignung dieser und weiterer Korridore. Bislang gibt es im Landkreis keinen Radschnellweg. Aus Sicht der Radverkehrsbeauftragten Antonia Gordt wäre es wünschenswert, wenn sich auch in diese Richtung etwas bewegt. (az)

Der Landkreis Neu-Ulm nimmt ab nächster Woche auch an der Aktion Stadtradeln teil. Alle Infos dazu lesen Sie hier:

Der Landkreis Neu-Ulm steigt aufs Rad

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren