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Wahlen

17.03.2014

Thorsten Freudenberger ist neuer Landrat

Diskutierten gestern Abend im Neu-Ulmer Landratsamt das Wahlergebnis: (von links) Pit Ehrenberg, der neu gewählte Landrat Thorsten Freudenberger, Amtsinhaber Erich Josef Geßner und Antje Esser.
Bild: Roland Furthmair

Der 41 Jahre alte Gymnasiallehrer erzielt 58,5 Prozent der Stimmen im Kreis Neu-Ulm.

Eine allzu große Überraschung war es nicht: Der neue Landrat im Kreis Neu-Ulm heißt Thorsten Freudenberger. Der 41-jährige CSU-Mann vereinigte 58,5 Prozent der Wählerstimmen auf sich. Seine Mitbewerberin Antje Esser (SPD) erzielte 28,4, Heinz Peter „Pit“ Ehrenberg 13 Prozent.

Freudenbergers Sieg war am gestrigen Wahlabend zu keinem Zeitpunkt gefährdet, wenngleich das erste Wahlergebnis, das im großen Sitzungssaal des Neu-Ulmer Landeratsamts an die Wand projiziert wurde, ein leicht verzerrtes Bild abgab: Knapp über 63 Prozent der Osterberger Wähler sprachen dem CSU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag ihr Vertrauen aus. Die mehrheitlich „schwarzen“ Gäste der Wahlparty nahmen’s mit Genugtuung zur Kenntnis. „So kann’s bleiben“, raunte einer. So blieb es zwar nicht, aber in allen 17 Gemeinden im Kreis erzielte Freudenberger Ergebnisse 50 plus, in Oberroth sogar 50 plus 25. Die unterlegenen Mitbewerber nahmen ihr Abschneiden mit mehr oder weniger großer Gelassenheit zur Kenntnis. Pit Ehrenberg, der als Erster des Kandidatentrios im Landratsamt erschien, sagte: „Ich bin nicht unzufrieden. Ich habe mit einem Ergebnis zwischen zehn und 15 Prozent gerechnet.“ Seine Zufriedenheit speiste sich auch aus den Grünen-Ergebnissen bei Bundes- und Landtagswahlen. Ehrenberg: „Dort liegen wir zwischen acht und neun Prozent. Die vier oder fünf Punkte mehr verbuche ich als persönlichen Erfolg. Ich glaube, ich kann auch nach der Wahl hoch erhobenen Hauptes durch den Landkreis gehen.“

Antje Esser kommentierte ihr Ergebnis mit „nicht so überraschend“. Allerdings hätte sie eigenen Worten zufolge nicht gedacht, dass Thorsten Freudenberger mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang das Rennen macht. Dass sie unter ihrem Ergebnis vor sechs Jahren blieb, als sie als Einzige gegen Erich Josef Geßner antrat und 36 Prozent erzielte, hängt nach Antje Essers Ansicht mit der Kandidatur des Grünen Ehrenberg zusammen. Dessen Stimmen stammten wohl nicht aus dem Lager der CSU-Wähler.

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Als der Mann des Abends zusammen mit Ehefrau Daniela gegen 20.40 Uhr den Sitzungssaal betrat, brandete Applaus auf. Artig stellten sich anschließend die Gäste auf, um Thorsten Freudenberg die Hand zu schütteln. Der künftige Landrat gab sich im Erfolg bescheiden. „Ich freue mich sehr auf mein neues Amt und bin dankbar für den Vertrauensvorschuss, den mir die Wähler eingeräumt haben.“ Dass angesichts der Qualität seiner Mitbewerber seine Kandidatur ein Selbstläufer sein könnte, habe er nie angenommen. Insgeheim habe er eine Stichwahl in Erwägung gezogen.

Den Segen seines politischen Ziehvaters hat Thorsten Freudenberger jedenfalls. Landrat Erich Josef Geßner: „Jeder muss seine eigenen Spuren hinterlassen. Und ich bin sicher, dass Thorsten Freudenberger das tun wird. Ich kenne ihn seit seinem 16. Lebensjahr. Er war mein Wunschkandidat.“ Nicht ohne Stolz, aber mit Augenzwinkern fügte Geßner hinzu: „Thorsten Freudenberger ist nach Elmar Stegmann der zweite Landrat aus meiner Schule.“ (Stegmann verteidigte im Landkreis Lindau gestern seinen Titel.)

Nach der Wahl ist vor der Schule: Am Montag ist trotz Wahlsiegs für den Gymnasiallehrer Thorsten Freudenberger „business as usual“. Wie er gestern Abend sagte: „7.45 Uhr, Geschichte mit der 7b“ am Bertha-von-Suttner-Gymnasium.

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