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Illertissen / Landkreis

19.04.2019

Tipps für Tierfreunde: Wie man einen echten Osterhasen findet

Entdeckt: Ein „Osterhase“ in freier Wildbahn.
Bild: Hans Glaser/BJV

Plus Die Tiere lassen sich in freier Wildbahn durchaus blicken. Wer einige Regeln beachtet, erhöht die Chance auf ein Treffen.

Hasen stehen in den kommenden Tagen hoch im Kurs – schließlich bringen sie an Ostern die Eier. Wäre es nicht toll eines der Tiere beim Osterspaziergang zu erblicken? Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, sagt Christian Liebsch, der Vorsitzende des Bayerischen Jagdverbands im Kreis Neu-Ulm. In der Region gebe es teilweise recht ansehnliche Bestände. Wer einen Hasen sehen möchte, sollte aber einige Tipps und Regeln beachten.

Früh aufstehen (oder lange wach bleiben): „Wer echte Osterhasen entdecken will, muss früh aufstehen“ sagt Liebsch. Oder lange aufbleiben. Kurz nach Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang seien die Feldhasen am aktivsten. Da fühlten sie sich vor ihren hungrigen Feinden wie Fuchs, Marder, Wiesel und Habicht geschützt. Bei einem Spaziergang zur Mittagszeit wird es wohl nichts mit einem Mümmelmann-Rendevouz.

Lebensraum muss passen: Rund 27 Feldhasen pro Quadratkilometer besiedeln im Durchschnitt Felder und Wiesen in Bayern, das hat die letzte Hasenzählung im Herbst 2018 ergeben. Bundesweit sind es mit elf Hasen pro Quadratkilometer deutlich weniger. Die meisten Langohren haben die bayerischen Jäger in Unterfranken und in Niederbayern aufgespürt.

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Im Kreis Neu-Ulm sind die Bestände recht unterschiedlich verteilt, sagt Liebsch. Hasen mögen abwechslungsreiche Umgebung: Wo es Wiesen, Felder, Hecken und Unterholz gibt, fühlten sie sich wohl. Nicht dagegen in großen Mais- oder Rapsfeldern. Ein guter Lebensraum sei das Pfuhler Ried.

Die Zahl der Feldhasen in Bayern hat zugenommen. Das hat die Zählung im vergangenen Herbst ergeben.
Bild: Pleul, dpa

Finger weg von Hasen-Babys: Im Jahr 2018 hat die Zahl der Hasen in ganz Bayern um elf Prozent zugenommen. Das zeigt der Vergleich der Zählergebnisse vom Frühjahr und vom Herbst. Ein Grund für den Zuwachs: das herrliche Sommerwetter, so Liebsch. Ein trockenes, warmes Frühjahr sorgte dafür, dass viele kleine Hasen überlebten. Anhaltende Nässeperioden dagegen bedeuten für die kleinen Tiere den sicheren Tod. Wenn Spaziergänger auf ein Hasen-Baby stoßen, sollten sie dieses nicht anfassen: Die Tiere seien meist nur scheinbar hilflos, die Häsin kehre einmal täglich zum Nest zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen, erklärt Liebsch.

Wo die wilden Kräuter wachsen: Hasen brauchen Hecken und Feldraine, Böschungen und Graswege. Nur dort finden sie in der intensiv genutzten Agrarlandschaft die Kräuter, von denen sie sich ernähren. Der Bayerische Jagdverband bringt deshalb eine Mischung mit Kamille, Kümmel und Salbei aus. Diese nahrhaften Wildkräuter hielten die Hasen gesund und führten dazu, dass die Junghasen „schnell aus dem Gröbsten herauswachsen“, so Liebsch.

Wie der Osterhase genau aussieht: Feldhase und Kaninchen werden oft verwechselt. Der Hase ist viel größer als das Kaninchen, er ist braun und hat lange Ohren mit schwarzer Spitze. Das Kaninchen besitzt ein graues Fell und hat kürzere „Löffel“. Während der Hase auf dem Feld, im Acker, auf der Wiese oder im Wald lebt, wohnt das Kaninchen unterirdisch in einem Bau.

Nicht von den Wegen abweichen: Die Ergebnisse aus der Hasenzählung ließen hoffen, dass die Kinder beim Osterspaziergang mit etwas Glück echte Osterhasen sehen können, sagt Liebsch. Frühes Aufstehen (oder Ausharren abends) vorausgesetzt. Tierfreunde sollten auf den Feldern, Wiesen und im Wald die Wege aber nicht verlassen, mahnt Liebsch. Ansonsten würden Wildtiere aufgeschreckt. Wer aber aufmerksam „nach links und rechts schaut“, könne auch von Spazierpfad aus einen „Osterhasen“ sehen. Vielleicht mit einem Fernglas auf einige Entfernung. Falls ein Hase entdeckt wird: Stehen bleiben! Denn die Tiere sind „Bewegungsseher“. Liebsch: „Wenn man regungslos bleibt, kann es sein, dass der Hase direkt auf einen zukommt.“

Wenn´s nichts wird - hier ein Video: Und wer nicht mehr bis Ostern warten will, kann in das BJV-Video „Wissen, wo der Hase läuft“ reinklicken und schauen, was Jäger für die Feldhasen in ihrem Revier tun. Zu finden ist der Film unter: www.jagd-bayern.de/bjv-video-hasen-in-bayern.html.

Wer nicht nach Hasen suchen will - hier ein anderer tierischer Ausflugstipp: Es summt wieder im Bienenmuseum

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