Newsticker
Dänemark verzichtet auf Corona-Impfstoff von Astrazeneca
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Wie kommen Schüler in Corona-Zeiten im Kreis Neu-Ulm an Praktika?

Landkreis Neu-Ulm

11.02.2021

Wie kommen Schüler in Corona-Zeiten im Kreis Neu-Ulm an Praktika?

Die Suche nach einer geeigneten Praktikumsstelle gestaltet sich für Schülerinnen und Schüler aktuell schwierig.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Auf der Suche nach einer Praktikumsstelle haben es Schüler wegen der Corona-Pandemie schwer. So planen und helfen das Schulamt und Schulen im Kreis Neu-Ulm.

Ab der achten Klasse sollten sich Mittel-und Realschüler auch Gedanken um die Zeit nach der Schule machen. Dafür stehen verpflichtende Praktikumswochen im Lehrplan. Aktuell befinden sich viele Schüler auf der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz. Die Praktika sind wichtig, da die Schüler so einen ersten Eindruck vom Berufsleben bekommen. Die Corona-Pandemie bringt aber nach wie vor viele Teile unseres gesellschaftlichen Lebens zum Erliegen. Gastronomie, Hotellerie oder Kindergärten sind nur einige Bereiche, die nach wie vor geschlossen sind. So gehen Schulamt und Schulen im Landkreis Neu-Ulm mit der Problematik um.

Ansgar Batzner ist als Schulamtsdirektor des staatlichen Schulamts im Landkreis Neu-Ulm für alle 49 Grund- und Mittelschulen zuständig. Ihm zufolge ist es gerade in Pandemiezeiten unerlässlich, "den jungen Menschen Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu geben und gleichzeitig der Wirtschaft und den Betrieben die Nachwuchskräftesicherung zu ermöglichen".

Wichtig ist, dass Schüler merken, ob ein bestimmter Beruf, der ihnen gefallen könnte, auch tatsächlich den Vorstellungen entspricht. Vorzeitige Ausbildungsabbrüche oder eine geringe Zufriedenheit mit dem späteren Beruf sollen dadurch verhindert werden. Zudem wolle man so vermeiden, dass sich der Fachkräftemangel für die Region Donau/Iller verschärft für die Region Donau/Iller verschärft, sagt Batzner. Schülerpraktika, die wegen der Pandemie bisher ausgefallen sind, sollen nachgeholt werden.

Schüler der Realschule Illertissen können das Praktikum nachholen

An der Johannes-von-La Salle-Realschule in Illertissen fanden im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht alle Schüler der achten Jahrgangsstufe einen Praktikumsplatz. Diejenigen, die kein Praktikum absolvieren konnten, sind dazu angehalten, dieses bis zum Ende des aktuellen Schuljahrs nachzuholen. Dabei sind die Schüler an keine festen Termine gebunden, sondern können sich für eine entsprechende Praktikumsstelle beurlauben lassen.

Schulleiterin Roswitha Nodin spricht von einer "Lockerung des Konzepts Praktikum". Man müsse sich an die Corona-Lage anpassen und flexibel sein, da Praktika für die Schüler eine enorme Relevanz haben, erklärt Nodin.

Für die jetzigen achten Klassen ist eine Praktikumswoche gegen Ende Juli eingeplant. Die Schulleiterin hofft, dass sich die Pandemielage bis dahin entspannt und es leichter wird, Praktikumsplätze zu finden. Die Schüler werden dabei vonseiten der Schule unterstützt. Zum Beispiel wird den Achtklässlern im Wirtschaftsunterricht gezeigt, worauf es beim Verfassen einer Bewerbung ankommt. Darüber hinaus kommen die Firmen aus der Umgebung auch auf die Schulen zu. Nichtsdestotrotz werde von den Schülern ein hohes Maß an Eigeninitiative erwartet, um einen Praktikumsplatz zu finden, sagt Roswitha Nodin.

Illertisser Schüler mussten ihr Praktikum im Herbst abbrechen

Sogar drei Praktikumswochen gibt es für die achte Jahrgangsstufe an der Erhard-Vöhlin-Mittelschule in Illertissen. Weil sich die Pandemie im Herbst 2020 verschlimmert hatte, mussten einige Schüler ihr erstes Praktikum abbrechen. Die zweite Praktikumsphase ist für den kommenden April vorgesehen, die dritte Praktikumswoche soll im Sommer stattfinden.

Wie Schulleiterin Monika Scherzer berichtet, bestünde in vielen Betrieben im Landkreis trotz der Pandemie das Interesse und die Bereitschaft Praktikanten einzustellen. Losgelöst von den bereits terminierten Praktikumswochen können Schüler an der Illertisser Mittelschule auch Kurzpraktika nach Absprache mit der Schulleitung absolvieren.

Bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz helfen Lehrer, die regionalen Betriebe in den achten Klassen vorzustellen. Zudem können sich die Schüler an eine Berufsberatung an der Mittelschule wenden. Auch die Unternehmen aus der Region stellen sich normalerweise in Präsenz vor. Dieses "Bewerberforum" kann wegen der Corona-Pandemie aber aktuell nicht stattfinden. Die Stadt Illertissen hat als Ersatz eine Broschüre erstellt, in der potenzielle Arbeitgeber aus der Region ihr Unternehmen und das Ausbildungsangebot vorstellen.

Praktika im Handwerksbereich sind trotz Corona möglich

Auch Ulrike Ufken, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Günzburg/Neu-Ulm, sagt, dass Schüler es wegen der Corona-Pandemie aktuell deutlich schwerer haben, einen Praktikumsplatz zu finden. Rein rechtlich dürften Praktika aber trotz Corona durchgeführt werden, erklärt Ufken. Grundsätzlich fungiert die Kreishandwerkerschaft als Bindeglied zwischen den handwerklichen Betrieben und den Schulen in der Region.

Die Organisation pflegt einen engen Kontakt zu den schulischen Einrichtungen, sodass die zuständigen Lehrkräfte wissen, in welchen Betrieben die Schüler momentan ein Praktikum machen können. So seien gerade in Handwerksberufen Praktikanten auch trotz der Pandemie willkommen, sagt Ulrike Ufken. Da häufig an der frischen Luft gearbeitet werde, könnten die Hygieneabstände in der Regel gut eingehalten werden.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren