Newsticker

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen - Reisewarnung möglich
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Woche des Waldes: Ein Zuhause für die Mopsfledermaus

Edelstetten

27.06.2020

Woche des Waldes: Ein Zuhause für die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus ist stark gefährdet.
Bild: H.-J. Fünfstück/www.5erls-natur

Plus Die stark gefährdete Art steht dieses Jahr besonders im Fokus. In der Region wurde jetzt ein Vorkommen entdeckt.

Vom 22. bis 28. Juni findet in Bayern wieder die Woche des Waldes statt. Normalerweise finden in diesem Zeitraum Veranstaltungen und Waldführungen für alle am Wald Interessierten zu Wissenswertem über den Lebensraum Wald statt. Doch in Zeiten der Corona-Krise können auch beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten keine Veranstaltungen stattfinden. Stattdessen geht es diese Woche in einer Artikelserie in unserer Zeitung um das Thema „Biodiversität im Wald“. Der heutige letzte Beitrag stammt von Tobias Vorwieger, Leiter des Forstreviers Krumbach.

Die Fledermaus sieht dem Mopshund ähnlich - verwandt sind sie nicht

Den Mopshund kennt wohl jeder – die typisch platte Nase ist sein Erkennungsmerkmal. Nicht verwandt, aber im Aussehen ähnlich, präsentiert sich die Fledermaus des Jahres 2020/2021: die Mopsfledermaus. Sie gilt als eine der stark gefährdeten Arten in Deutschland. Umso erfreulicher ist es, dass im Jahr 2018 gerade in der Region ein Vorkommen entdeckt wurde.

Im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms Wald rückte dieses Vorkommen heuer wieder in den Fokus. Bei einer gemeinsamen Begehung im Edelstetter Wald von Vertretern der unteren Naturschutzbehörde, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach (AELF) und Hubert Wagner, dem Betriebsleiter der Fürstlich Esterhazy‘schen Domänenverwaltung Edelstetten, wurden für die Fledermaus interessante Bäume sowie Tothölzer für einen Zeitraum von mindestens zwölf Jahren unter Schutz gestellt.

Woche des Waldes: Ein Zuhause für die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus ist stark an den Wald gebunden

Die Mopsfledermaus ist besonders stark an den Wald gebunden. Dort macht sie vor allem im Bereich der Baumkronen und entlang von Waldrändern Jagd auf Beute, die zumeist aus Kleinschmetterlingen besteht. Auch ihre Quartiere und Wochenstuben befinden sich im Wald. Daher legten die Beteiligten besonderes Augenmerk auf Strukturen an den Bäumen, die Spalten aufwiesen. „Rücken- und Bauchkontakt zur Umgebung ist ihr darin besonders wichtig“ erläutert Josef Schmid vom Landratsamt Günzburg und freut sich über den nächsten Baum, der mit einer weiteren Nummer markiert wird. Hubert Wagner ist begeistert, dass er seinen Wald so nochmals aus einem anderen Blickwinkel kennenlernt: „Hat man erst mal seinen Blick auf die gesuchten Merkmale geschärft, so entdeckt man eine Vielzahl geeigneter Bäumen.“

Die Fledermaus und andere Tiere benötigen als Lebensraum besondere Bäume

Abstehende Rinden, Gabelungen und Stammrisse werden gesucht. Aber auch Höhlenbäume oder Bäume mit hohem Totholzanteil in den Baumkronen sind interessant. Diese dienen nicht ausschließlich der Fledermaus, sondern einer Vielzahl weiterer Waldbewohner wie Vögel, Käfer oder Insekten als Lebensraum. Eva-Maria Birkholz, Abteilungsleiterin am AELF, betont, dass solche Strukturen „einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt im Wald liefern“. Tobias Vorwieger, Revierleiter des Forstreviers Krumbach, appelliert an die Waldbesitzer, genau diese ökologisch wertvollen Elemente im Wald zu erhalten. „So wird der eigene Wald noch vielfältiger und bedeutender.“ (az)

Hier lesen Sie weitere Beiträge zum Thema Woche des Waldes:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren