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Illertissen

19.02.2021

Zurück ins Klassenzimmer: Wie sich Illertissens Schulen vorbereitet haben

Mäppchen und Maske müssen die Grundschüler sowie die Abschlussklassen der Mittelschule in Illertissen wieder einpacken. Sie dürfen ab Montag wieder ins Klassenzimmer.
Bild: Robert Michael, dpa (Symbolfoto)

Plus Ab dem 22. Februar kehren die ersten Grund- und Mittelschüler in den Präsenzunterricht zurück. Hinter den Kulissen hat sich dafür einiges getan.

Am kommenden Montag, 22. Februar, ist es so weit: Die ersten Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschulen dürfen wieder zurück in die Klassenzimmer. Die beiden Illertisser Schulleiterinnen Monika Scherzer und Silvia Lang erzählen, wie sie sich darauf vorbereitet haben - und welche Probleme sie dabei sehen.

Denn längst nicht alle Kinder werden ab Montag wieder in den Schulen sitzen: In ganz Bayern findet der Unterricht für die Grundschüler sowie die Abschlussklassen der Mittel- und Realschulen im Wechselmodell statt. Die Abiturienten an den Gymnasien haben dann bereits die ersten Wochen im Wechselunterricht hinter sich - in Illertissen allerdings sind die Zwölftklässler bewusst im Homeoffice geblieben.

Wissenslücken aus dem ersten Lockdown sind noch lange nicht aufgeholt

Vieles, das jetzt auf sie zukommt, ist für die Schulen allerdings noch unklar, wie aus einer Pressemitteilung der Stadt Illertissen hervorgeht: "Als Schulleiterin mache ich mir große Sorgen, wie wir mit unseren Schülerinnen und Schülern aus dieser zweiten 'Corona-Pause' kommen werden", sagt Monika Scherzer, Rektorin der Mittelschule in Illertissen.

Monika Scherzer ist die Rektorin der Mittelschule Illertissen.
Bild: Regina Langhans (Archivfoto)

"Noch immer arbeiten wir daran, die aus dem ersten Lockdown entstandenen Wissenslücken aufzuarbeiten, möglichst neue Lücken zu vermeiden und auf diesem Wege niemand zu verlieren. Vielen unserer Mittelschülerinnen und Mittelschülern fallen das alleinige Lernen zu Hause ohne Zuwendung der Lehrkräfte und der Umgang mit den neuen Medien noch sehr schwer."

Die Sorge der Schulleiterin kommt nicht von ungefähr: Erst im November hatten die Schulsozialarbeiter der Bischof-Ulrich-Grundschule und der Erhard-Vöhlin-Schule im Kultur-, Bildungs- und Sozialausschuss des Illertisser Stadtrats ein teilweise verheerendes Bild der Lockdown-Monate gezeichnet. Zu psychischen Problemen, Schulverweigerung und Lernschwierigkeiten kam demnach oft auch die mangelnde technische Ausstattung der Familien zu Hause.

Homeschooling ist für Schulen und Familien eine große Herausforderung

Silvia Lang, Rektorin der Bischof-Ulrich Grundschule, ergänzt: "Das Homeschooling war für uns alle eine sehr große Herausforderung. Durch Lernpakete, die mithilfe der Klassenelternsprecherinnen und -sprecher ausgeliefert wurden, und durch wohldosierten Online-Unterricht blieben die allermeisten zum Glück schulisch am Ball. Für uns als Schulleitung und unsere Lehrkräfte ist es wahnsinnig schwierig, eine Balance zu finden zwischen dem Infektionsschutz einerseits sowie dem Wunsch und Bestreben mit den Kindern in diesen unsteten Zeiten einen ganz normalen Alltag, eine Normalität zu leben andererseits. Doch nun freuen wir uns in erster Linie auf unsere Kinder! Wir versuchen unser Bestes, sie sowohl schulisch als auch emotional da abzuholen, wo sie im Moment stehen."

So hat Illertissen die Schulen für die erneute Öffnung vorbereitet

Hinter den Kulissen arbeiten die Schulleitungen, aber auch die Stadt Illertissen als Schulträger seit Monaten mit Hochdruck an Konzepten und Maßnahmen, um den Schülerinnen und Schülern ebenso wie den Lehrkräften einen sicheren Schulalltag trotz Pandemiegeschehen möglich zu machen, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung. Bereits zu Beginn des vergangenen Schuljahres waren unter anderem viele Klassenräume mit Trennwänden aus Plexiglas ausgestattet worden. Zudem wurden CO₂-Sensoren geordert, die anzeigen, wenn gelüftet werden muss. Luftreinigungsgeräte ergänzen das Hygienekonzept. Auch um die Anschaffung und Bereitstellung von Desinfektionsmitteln in den Schulen kümmert sich die Stadtverwaltung.

Bayernweit war immer wieder Kritik an überfüllten Bussen laut geworden, in denen die Abstandsregeln keinesfalls eingehalten werden können. Die Stadt will darauf reagieren und auch weiterhin bei Bedarf Verstärkerbusse einsetzen, die das Fahrgastaufkommen entzerren.

Digitalisierung an den Schulen in Illertissen ist vorangekommen

Bürgermeister Jürgen Eisen betont, dass nicht nur der Infektionsschutz der Stadtverwaltung ein Anliegen ist: "Der Lockdown und die Schulschließungen haben uns erneut gezeigt, dass wir gerade im Bereich Digitalisierung weiter am Ball bleiben und die Schulen unterstützen müssen." Hier sei schon einiges passiert: Seit Beginn des Schuljahres sind alle städtischen Schulen mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet, ebenso ist an den Schulen nun flächendeckend WLAN verfügbar.

Zudem fördert die Stadt Illertissen die Digitalisierung des Unterrichts mit einem finanziellen Zuschuss für Leihgeräte und Lehrer-Laptops. Hierzu seien großzügige Fördermittel beantragt und bereitgestellt worden. Auch für die Ausstattung und Instandhaltung der Geräte sowie der IT-Infrastruktur wurden im Haushalt für das Jahr 2021 umfangreiche Gelder eingeplant. Das Zahlenwerk soll kommende Woche in der Stadtratssitzung verabschiedet werden.

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