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Vöhringen

10.12.2020

Zwei Investoren wollen Wohnungen in Vöhringen bauen

Auf diesem Gelände in der Memminger Straße in Vöhringen will ein Investor zwei große Wohnhäuser bauen. Im Bauausschuss gibt es Bedenken.
Bild: Ursula Katharina Balken

Plus Zwei Bauherren planen größere Wohnhäuser in Vöhringen. Die Stadt will zwar Wohnraum schaffen, doch beide Vorhaben haben ihre Tücken.

Ein Investor plant in der Memminger Straße zwei große Mehrfamilienhäuser. Obwohl in Vöhringen die Nachfrage nach Wohnraum groß ist, tut sich der Bauausschuss der Stadt mit dieser Bauvoranfrage schwer. Und auch in Illerberg gibt es Ideen für ein größeres Projekt, die sich nicht ohne Weiteres umsetzen lassen.

Vier Geschosse sind eins zu viel

Konkret sieht ein Bauherr auf dem Areal gegenüber des Möbelhauses Konrad in der Memminger Straße in Vöhringen zwei Häuser vor, in denen insgesamt 19 Wohnungen untergebracht sind. Das vordere Haus erscheint den Bauausschussmitgliedern mit seinen vier Geschossen zu hoch und an dieser Stelle zu wuchtig. Auch die Verwaltung rät davon ab, der Voranfrage so zuzustimmen. Im Raum steht nun ein Kompromissvorschlag: Das Gebäude soll nur drei statt vier Geschosse hoch werden. Und anstelle des geplanten Flachdaches könnte ein Satteldach gebaut werden, um noch die maximale Wohnfläche herauszuholen. Die Wirtschaftlichkeit des Baus sei dabei noch immer gegeben, sagte Timo Söhner vom städtischen Bauamt.

Eine Herausforderung bei diesem Areal ist es auch, ausreichend Stellplätze unterzubringen. Denn der Boden ist belastet. Die Entsorgung des Erdaushubs wäre daher sehr aufwendig. Vor vielen Jahren befand sich dort wohl eine Deponie, anschließend siedelte sich eine Firma an. Heute soll nun möglichst wenig gegraben werden. So ist zum Beispiel keine Tiefgarage eingeplant, die benötigten 1,5 Parkplätze pro Wohneinheit müssen auf der Fläche Platz finden.

Verpasste Chance für die Stadt

Werner Zanker (SPD) ärgerte sich nachträglich darüber, dass es die Stadträte ablehnten, als sie vor wenigen Jahren die Gelegenheit dazu hatten, das Areal zu erwerben. „Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Denn wie auch Markus Prestele (CSU) feststellte, geht das Projekt eher in die Richtung Eigentumswohnungen und teurere Mietwohnungen.

Für Diskussionen sorgte auch die geplante Dachform. Denn das moderne Flachdach hat in dem Vöhringer Gremium einen schweren Stand. Das klassische Satteldach halten die meisten Räte für schöner, wobei Markus Harzenetter (Grüne) auch anregte, sich bei solchen Projekten nicht nur nach der Ästhetik zu richten, sondern auch nach der Zweckmäßigkeit der dringend benötigten Wohnbauten.

Der Stadtplaner der Stadt Vöhringen, Timo Söhner, sagt zum geplanten Projekt: „Wir werden eine Lösung finden.“ Denn grundsätzlich solle in Vöhringen ja neuer Wohnraum entstehen, so Söhner weiter.

Vöhringen verfolgt dabei eine ähnliche Strategie wie die meisten Kommunen in der Region: Wohnraum sollte im Idealfall durch Nachverdichtung und das Schließen innerstädtischer Baulücken entstehen. Flächenfraß durch das ständige Erschließen neuer Baugebiete soll möglichst eingedämmt werden.

Wohnen auf dem alten Brauereigelände

Unter diesem Gesichtspunkt stehen die Stadträte im Bauausschuss einem anderen Vorschlag positiv gegenüber. Ein weiterer Bauherr plant in Illerberg auf dem alten Brauerei-gelände sechs bis sieben Einfamilienhäuser und ein Mehrfamilienhaus. Das Problem: Das Gelände liegt in einem Mischgebiet für Gewerbe und Wohnen. Reine Wohnbebauung, die bei der derzeitigen Planung deutlich im Vordergrund steht, ist dort nicht angedacht. Der Bauherr versucht dem Charakter des Mischgebiets dadurch Rechnung zu tragen, dass im Keller Räume für Gewerbe eingeplant sind, erklärt Stadtplaner Timo Söhner. Wie genau dieses Gewerbe aussehen wird, stehe noch nicht fest. Eine erste Idee: Die Räume könnten als Lagerfläche vermietet werden.

Ob das Projekt so umgesetzt werden kann, muss nun das Landratsamt entscheiden. Aus dem städtischen Bauausschuss kam ebenfalls die Anregung, in dem großen Wohnhaus betreutes Wohnen anzubieten. Auch die Einzelheiten zur Erschließung mit einem Wasser- und Abwasseranschluss müssen noch geklärt werden.

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