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Basketball

27.10.2017

Der Mann im Hintergrund

Der Ulmer Kapitän Per Günther (links) ist ein eher extrovertierter Typ. Bei seinem Mannschaftskameraden Toure Murry ist dagegen ein erhobener Arm schon so etwas wie ein Temperamentsausbruch.
Bild: Imago/Eibner

Toure Murry ist ein ruhiger Typ, aber gegen Gran Canaria hat er gut gespielt. Damit könnte er seinem Trainer ein Problem beschert haben, das der wahrscheinlich gerne hat

Wer Toure Murry beobachtet, der könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass der Mann mit der Erfahrung aus mehr als 50 Einsätzen in der NBA bei Ratiopharm Ulm noch nicht wirklich angekommen ist. Während sich die Mannschaftskameraden vor dem Spiel im Basketball-Eurocup gegen Gran Canaria bereits warm machen, steht Murry noch an der Seitenlinie und schaut zu. Bei den Auszeiten hält sich der 27-jährige Texaner auch gerne abseits, eine erhobene Hand ist für seine Verhältnisse schon so etwas wie ein Temperamentsausbruch. Die Ulmer sagen, dass dieser Toure Murry halt einfach ein ruhiger und introvertierter Typ ist und diese Erklärung ist am Mittwoch ein Stück weit plausibler geworden. Murry hat beim Ulmer 97:87-Sieg gegen die spanische Spitzenmannschaft zwei Dreier bei zwei Versuchen getroffen, insgesamt zehn Punkte erzielt und dem Gegner drei Mal den Ball geklaut. Es war seine bisher beste Vorstellung im Ulmer Trikot – auch nach dem Urteil von Trainer Thorsten Leibenath.

Der könnte damit ein Problem bekommen, das ein Trainer eigentlich gerne hat. Inzwischen verdichten sich nämlich die Anzeichen, dass die Ulmer sich einen personellen Nachschlag gönnen. Die Verpflichtung des amerikanischen 2,03-Meter-Mannes Jerrelle Benimon steht dem Vernehmen nach unmittelbar bevor und sie wird wohl in den nächsten Tagen auch offiziell verkündet. Er wäre allerdings der siebte Ausländer im Kader. Ein anderer müsste also gehen oder in der Bundesliga pausieren. Toure Murry hat gegen Gran Canaria gezeigt, dass das dann nicht notwendigerweise er sein muss.

Der Texaner war allerdings auch am Mittwoch eher der Mann im Hintergrund. Entschieden hat das Spiel gegen die Spanier wie so viele andere in seinen nunmehr fast zehn Jahren bei Ratiopharm Ulm Per Günther. Mit vier Dreiern in den letzten dreieinhalb Minuten und 16 der letzten 20 Punkte seiner Mannschaft. „Das hat uns nicht überrascht“, sagte Eulis Beaz, der 35-jährige Center-Veteran von Gran Canaria aus der Dominikanischen Republik: „Aber wir konnten ihn nicht stoppen.“ Die Ulmer Fans freuen sich derweil, dass hoffentlich der Per Günther zurück ist, der vor anderthalb Jahren mal Oldenburg fünf Dreier und insgesamt 35 Punkte eingeschenkt hat.

Ist damit bei Ratiopharm Ulm nach einem miserablen Start in die Bundesliga-Saison mit fünf Niederlagen in den ersten sechs Spielen also wieder alles im grünen Bereich? Das wäre nach den bisherigen Erfahrungen eine sehr kühne Schlussfolgerung. Man erinnere sich: Den 83:73-Sieg im Eurocup gegen die türkische Mannschaft von Tofas Bursa vor gut zwei Wochen hatte den Ulmern auch kaum jemand zugetraut. Drei Tage später setzte es in der Bundesliga prompt eine Niederlage in Jena.

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