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Regionalliga Südwest

23.10.2017

Der Schiri macht’s spannend

Mit Schiedsrichter Joshua Herbert haderte der SSV Ulm 1846 Fußball nach Abpfiff. Alper Bagceci zeigte er die Gelb-rote Karte. Bei Johannes Reichert beließ er es nur bei Gelb.
Bild: Balzarin/Eibner-Pressefoto

Das Spiel gegen Wormatia Worms wird die große Bühne für Ulms Alper Bagceci. Dann trifft der Unparteiische eine umstrittene Entscheidung

Alper Bagceci war wie entfesselt. Beim gestrigen 2:1-Auswärtssieg des SSV 1846 Fußball gegen Wormatia Worms war er der Motor im Mittelfeld und trifft zwei Mal – holt sich aber auch eine Gelb-rote Karte ab. „Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht“, lobte ihn der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht nach der Begegnung. „Die Gelb-rote Karte war aber unberechtigt.“

Es war die 72. Minute, als Bagceci in einem Zweikampf sein Bein nach Ansicht des Schiedsrichters Joshua Herbert zu hoch streckte. Aus der 42. Minute hatte er schon eine Gelbe Karte auf dem Konto. Nach Meinung von Lutz Siebrecht war allerdings der Kopf des Wormsers Benjamin Maas zu weit unten. Dass Ulm bei einer Führung von 2:0 von diesem Zeitpunkt an nur noch mit zehn Mann spielen konnte, brachte das Spiel gehörig durcheinander.

Zuvor war die Partie ausgeglichen. Worms startete couragiert in das Spiel und setzte die Ulmer mit seinem Pressing stark unter Druck. So kam Wormatia zu kleineren Chancen durch Thomas Gösweiner in der 7. Minute und 16. Minute, die allerdings keine große Gefahr für Ulms Tor darstellten. Zwanzig Minuten ging das so, in denen sich die Spatzen nur durch kleinere Fouls vom Druck der Wormser lösen konnten.

Erst in der 24. Minute kamen die Ulmer zu ihrem ersten gelungenen Angriff. Alper Bagcecis Pass konnte Ardian Morina jedoch nicht verwerten, kurz darauf passierte es dann aber: Als sich Thomas Rathgeber in der 25. Minute auf der linken Seite durchspielte, brachte sich Bagceci am Wormser Elfmeterpunkt in Position – völlig alleingelassen vom Gegner. Dass das bei Bagceci keine gute Idee ist, wissen sie jetzt auch in Rheinland-Pfalz. Mühelos schob er den Ball nach Rathgebers Pass zum 0:1 und seinem dritten Saisontreffer ins Tor.

Die Wormser hätte diese konsequente Chancenverwertung beeindrucken können, hat sie aber nicht. Sie machten einfach da weiter, wo sie aufgehört hatten: mit Druck auf das Tor von Spatzen-Keeper Holger Betz. Der musste mit ansehen, wie die Hausherren zwei Mal den Ball gegen die Latte droschen. Zu dem Zeitpunkt hätte sich Worms-Trainer Steven Jones sicherlich einen ähnlich konsequenten Umgang mit den Chancen gewünscht, wie ihn die Ulmer an den Tag legten. Es dürfte ihn beruhigt haben zu sehen, wie David Braig in der 40. Minute ebenfalls eine Riesenchance vergeigte.

Die Halbzeitpause nutzte Spatzen-Trainer Tobias Flitsch, um die richtigen Worte für eine Ansprache zu finden. Dass seine Wortwahl letztlich gestimmt haben muss, zeigte die Leistung seiner Mannschaft in Durchgang zwei. Plötzlich hatte Ulm mehr Ballbesitz und spielte viel konsequenter in Richtung Wormser Tor. Besonders Alper Bagceci rannte und rannte. Noch dazu blieb er extrem torgefährlich und holte in der 65. Minute zum zweiten Schlag aus. Wieder kam die Vorlage von Thomas Rathgeber und wieder stand Bagceci im Strafraum, um den Ball problemlos einzuschieben – 2:0.

Dann kam diese 72. Minute. Nachdem Bagceci vom Feld musste, wurde das Spiel hektischer und nickliger. „Dazu hat der Schiedsrichter viel beigetragen“, sagte Lutz Siebrecht. Ihm fehlte die „Linie“ des Schiris. Die Sicht der Gastgeber war vermutlich eine andere, denn sie profitierten durch die Schiedsrichter-Entscheidung enorm. Worms war jetzt am Drücker und schmiss alles nach vorne – was sich bezahlt machte. In der 86. Minute war es der Wormser Benjamin Himmel, der eine Unaufmerksamkeit in der Ulmer Abwehr ausnutzte und den 1:2-Anschluss aus abseitsverdächtiger Position erzielte. Doch das letzte Aufbäumen änderte nichts mehr am Ulmer Sieg, der letztlich nach fünf Minuten Nachspielzeit durch den Schlusspfiff besiegelt wurde.

Durch den Sieg steht Ulm weiter auf Platz zwölf der Tabelle, konnte sich aber Luft auf die Verfolger FSV Frankfurt und Worms verschaffen. Als Nächstes wartet der FC Astoria Walldorf auf die Spatzen. Astoria steht punktgleich mit Ulm auf Platz elf – es wartet also ein weiteres Verfolgerduell.

SSV Ulm 1846 Fußball: Betz – Krebs, Reichert, Schindele, Kammerbauer, Bradara – Bagceci, Sauter – Rathgeber (90. Sapina), Morina (77. Nierichlo), Braig (84. Schmidts).

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