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Interview

18.09.2019

Dieser Trainer kann es vormachen

Anton Gavel (links) im Training mit den Spielern der Orange-Academy. Was der neue Trainer verlangt, das kann er seinen Schützlingen auch vormachen.
Bild: Nils Bernemann

Anton Gavel war deutscher Basketball-Meister mit Bamberg und den Bayern. Wie er seine neue Aufgabe sieht und was ihm bei der Weltmeisterschaft aufgefallen ist

Sie waren als Spieler deutscher Meister mit Bamberg und Bayern München, Sie haben 89 Länderspiele für die Slowakei und zwölf für Deutschland gemacht. Aber am kommenden Samstag sind Sie beim Spiel der Ulmer Orange-Academy in Erfurt erstmals Trainer. Kennt ein Anton Gavel noch so etwas wie Nervosität?

Ich würde es nicht Nervosität nennen. Aber ich habe schon Respekt vor dieser neuen Aufgabe. Ein guter Spieler ist ja nicht automatisch auch ein guter Trainer.

Aber es hilft doch sicher, wenn die Spieler wissen: Dieser Trainer kann das alles selber sehr gut.

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Was mich betrifft: Ich konnte es mal ganz gut. Natürlich gibt es ein paar Dinge, die ich den Jungs mit auf den Weg geben kann. Aber jetzt geht es nicht mehr um mich, sondern nur noch um die Spieler. Ich hatte eine lange Zeit, in der es um mich ging.

Sie hätten doch sicher auch bei ihrem letzten Arbeitgeber Bayern München als Trainer unterkommen können. Warum haben Sie sich für Ulm entschieden?

Ich wollte auch einmal etwas anderes ausprobieren. Zudem reizt mich erstens das spannende Projekt Orange-Campus und zweitens reizt mich die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Thorsten Leibenath. Man muss sich nur einmal anschauen, wie viele ehemalige Spieler jetzt in Ulm erfolgreich als Trainer arbeiten oder gearbeitet haben: Chris Ensminger, Igor Perovic, Tyron McCoy...

Was kann die junge Mannschaft der Orange-Academy in der Pro B erreichen und was wollen Sie mit Ihr erreichen?

Ich kann so viel sagen: Die Jungs sind willig, sie wollen sich verbessern und sie sind bereit, zu arbeiten. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen, wenn man Erfolg haben will. In erster Linie geht es natürlich darum, die Spieler aus der Pro B an die Bundesliga heran zu führen. Die sollen da auf lange Sicht nicht nur rein schnuppern, sie sollen sich etablieren und in der Bundesliga Fuß fassen.

Zurück zum ganz großen Basketball: Hat es Sie überrascht, dass Spanien Weltmeister geworden ist?

Nicht so sehr, wie viele andere Leute. Okay, mein Topfavorit Nummer eins war Serbien. Aber man muss Spanien immer auf der Rechnung haben und die Argentinier eigentlich auch. Ich muss zwar zugeben, dass ich die vorher nicht unbedingt im Finale gesehen habe. Aber der Mann des Turniers war für mich der Argentinier Luis Scola. Nicht nur wegen seiner Spielweise, sondern auch wegen der Art, wie er mit seinen 39 Jahren die Rolle des absoluten Leaders übernommen und die jungen Spieler unter seine Fittiche genommen hat. Grundsätzlich gab es wie bei jeder Weltmeisterschaft Mannschaften, die enttäuscht haben und Mannschaften, die positiv überrascht haben.

Wer hat Sie positiv überrascht?

Es gibt einen Spruch aus dem Fußball: Eine Mannschaft muss Turnierform erreichen. Das haben zum Beispiel Tschechien und Polen auf den Punkt hin bekommen. Das freut mich besonders für die Polen mit ihrem Trainer Mike Taylor. Gegen den habe ich ja noch gespielt, als er Trainer in Ulm war.

Zu den negativen Überraschungen gehört sicher die deutsche Mannschaft...

Über Deutschland wurde so viel geredet und gesendet. Ich muss jetzt nicht unbedingt auch noch etwas Negatives dazu sagen.

Vielleicht fällt Ihnen ja etwas Positives ein?

Deutschland hat immer noch eine Mannschaft mit einem riesigen Potenzial und mit tollen Perspektiven. Dabei kommen ein paar Spieler erst noch dazu oder sie waren diesmal aus anderen Gründen nicht dabei: Moritz Wagner, Isaac Bonga, Tibor Pleiß, Maik Zirbes. Die Turnierform hat eben diesmal nicht auf den Punkt gestimmt. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft sollte in der Lage sein, die Dominikanische Republik mit 15 oder 20 Punkten zu schlagen. Sie hat aber verloren und damit war das Turnier im Prinzip vorbei. Interview: Pit Meier

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