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Play-offs

08.05.2015

Knochenarbeit unter den Körben

Schon in Spiel eins ging es wie hier zwischen dem Ulmer Brion Rush (links) und dem Bonner Eugene Lawrence mächtig zur Sache. Am Samstag dürften beide Mannschaften dann erst recht im Play-off-Modus sein.
Bild: Imago/Wolter

Im zweiten Spiel gegen Bonn wird es wieder zur Sache gehen. Die Ulmer sollten sich nicht darauf verlassen, dass ein Husarenstück wie am Mittwoch beliebig wiederholbar ist

In den Play-offs geht es nur noch darum, Spiele zu gewinnen. Die Art und Weise ist absolut nebensächlich, Schönheitspreise werden sowieso nicht verteilt. Unter diesem Gesichtspunkt haben die Basketballer von Ratiopharm Ulm bei ihrem 75:73-Sieg zum Auftakt der Viertelfinalserie am Mittwoch in Bonn alles richtig gemacht. Über die grottige Dreierquote von sechs Treffern bei 28 Versuchen wird schon bald niemand mehr reden und auch nicht darüber, dass die Mannschaft drei Viertel lang weder clever noch sonderlich gut gespielt hat. Aber die Ulmer sollten sich vor Spiel zwei der Serie am Samstag (18.30 Uhr) in der Ratiopharm-Arena besser nicht darauf verlassen, dass so ein Husarenstück beliebig wiederholbar ist.

Dass die Partie nach einer Bonner 16-Punkte-Führung im dritten Viertel noch kippte, das lag natürlich auch an der Ulmer Moral und der deutlich verbesserten Verteidigung im letzten Spielabschnitt. Außerdem hatte die Mannschaft aber schlicht und ergreifend Glück, dass der Gegner komplett seine Linie verlor, Per Günther 54 Sekunden vor dem Ende diesen entscheidenden Dreier traf und Anne Panther ein paar gütige Entscheidungen einstreute. Kurz vor Schluss pfiff die Schiedsrichterin zunächst ein überaus umstrittenes Offensivfoul von Tadas Klimavicius an Deonte Burton, gleich anschließend war für den litauischen Center der Bonner nach dem fünften und technischen Foul das Spiel zu Ende.

Comeback-Qualitäten und Glück haben also zusammen dazu geführt, dass Ulm dem Gegner schon im ersten Versuch den Heimvorteil in der Serie geklaut hat. Umso größer war die Mischung aus Ärger und Ratlosigkeit im Bonner Lager. Der Litauer Benas Veikalas stellte fest: „Eigentlich haben wir ganz ordentlich gespielt.“ Und Matchwinner Per Günther gab hinterher in einem Interview mit dem Bonner Generalanzeiger ganz offen zu: „Wir haben wirklich kein tolles Spiel gemacht. Dann gab es in der Endphase zwei, drei kritische Pfiffe, und die haben dann dazu geführt, dass wir wieder mitten im Spiel waren.“ Auch Günther warnt deswegen vor übertriebener Euphorie vor dem zweiten Duell der Serie: „Es steht erst 1:0, deshalb ist das Heimspiel essenziell für uns.“

Die Bonner wollen sich den Heimvorteil zurückholen

Sein Trainer Thorsten Leibenath geht von einem vielleicht noch härteren Kampf am Samstag aus und von einem Gegner, der bis in die Haarspitzen motiviert in die Ratiopharm-Arena kommt: „Die Bonner werden sich mächtig über diese Niederlage geärgert haben, und sie wollen sich mit Sicherheit den Heimvorteil sofort zurückholen.“ Das wiederum gilt es aus Ulmer Sicht zu verhindern, und wenn es nach Leibenath geht, dann darf das gerne relativ frühzeitig passieren. Dass sie solchen Situationen nervlich gewachsen sind und enge Spiele jederzeit gewinnen können, das haben die Ulmer zwar in Bonn nicht erstmals in dieser Saison bewiesen. „Aber ich kalkuliere so etwas sicher nicht ein, und ich verlasse mich nicht darauf“, sagt ihr Trainer.

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