Handball

13.10.2018

Linksaußen und Geldeintreiber

David Schuler und die Mannschaftskasse des SC Vöhringen, um die er sich kümmert und als strenger Geldeintreiber gilt. Auf dem Feld glänzt er als Linksaußen und sicherer Siebenmeterschütze.
Bild: Roland Furthmair

David Schuler vom SC Vöhringen ist ein echtes Eigengewächs und hat eine wichtige Rolle inne: Er kümmert sich um die Mannschaftskasse. Ein Mal wurde er dem SCV untreu

Wenn es am Sonntag um 18 Uhr für die SCV-Handballer im Sportpark gegen den Tabellennachbarn SG Kuchen-Gingen geht, braucht sich zumindest Linksaußen David Schuler trotz voller Spielerbank wenig Sorgen um seine Berücksichtigung zu machen. Mit bislang 28 Toren (davon 11 Siebenmeter) in den bislang vier Saisonspielen der Vöhringer ist er der erfolgreichste Werfer und vor allem zuverlässigster Siebenmeterschütze. „Schon kurz vor Spielbeginn bin ich quasi in einem Tunnel, da ist alles andere abgeschaltet und nichts kommt mehr an mich ran“, sagt das 24-jährige Vöhringer Eigengewächs, das angeblich schon im Kinderwagen stets einen Ball bei sich hatte und um sich warf.

Eine Lücke gibt es allerdings in seinem Vöhringer Lebenslauf: „Lediglich für ein Jahr war ich dem SCV untreu, als Trainer Stephan Hofmeister zum TV Blaustein wechselte, bin ich ihm gefolgt.“ Das damals 17-jährige Talent möchte die „Lehrzeit“ in Blaustein nicht missen und trainierte damals bereits mit den höherklassigen Aktiven und kehrte dennoch direkt wieder zu „seinem SCV“ zurück. Vater Gerhard war lange Jahre erfolgreicher Kreisläufer beim Sportclub und gemeinsam mit seiner Gattin Gabi ist er seit Jahren stets für die Erstellung der Spielpläne zuständig.

Sein Sohn David sagt aber: „Mal sehen, wie sich alles so entwickelt.“ Der Groß- und Einzelhandelskaufmann möchte künftig seine berufliche Laufbahn in den Vordergrund stellen. „In den nächsten drei Jahren versuche ich den Wirtschaftsfachwirt zu erlangen, das nimmt den größten Teil meiner Freizeit in Anspruch.“ Deshalb muss er auch das Handballspielen etwas zurückschrauben. „Bis 2021 kann ich wegen der Abendschule nur noch einmal wöchentlich trainieren. Wir haben uns ja gewissenhaft auf diese Saison vorbereitet, da wird mir die Kraft schon noch reichen bei nur einem wöchentlichen Training.“

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So gelassen, wie er mit seinem Trainingsumfang umgeht, so nimmt er es auch mit Drucksituationen, ob beruflich oder beim Verwandeln der Siebenmeter-Strafwürfe. „Das ist auch nichts anderes als beim Wurf von Linksaußen. Natürlich studiert man gewisse Torhüter und deren Stärke, aber in entscheidenden Situationen ist es eben Intuition.“ Bereits als 15-Jähriger trainierte David Schuler in Vöhringen schon mit den Aktiven und bringt sich auch noch als Schiedsrichter aktiv mit ein - daher wohl auch der Diskussionsbedarf mit seinen Kollegen über diverse Entscheidungen. Er sieht den Sportclub „wie eine Familie“, plant im Mannschaftsrat die Abschlussfahrt und – ganz wichtig dafür – ist bewährt als knallharter Geldeintreiber der Mannschaftskasse bei Verfehlungen seiner Mitspieler jeglicher Art.

Seiner Mannschaft traut er in dieser Saison einiges zu: „Wenn wieder alle 16 Spieler fit sind, heißt unsere Devise ganz klar die Gegner überrennen. Dann können auch die Nachwuchsspieler zeigen, was sie drauf haben.“ Er selbst muss sich, trotz seines noch recht jungen Alters, klar einer besonderen Gruppe im Team zuordnen „Bei den Trainingsspielchen Jung gegen Alt ist mein Platz schon bei den Alten ...“

Die braucht aber auch jede Mannschaft wegen ihrer Erfahrung – gerade in der Landesliga ist die wichtig. Die Partie am Sonntag gegen Kuchen-Gingen kann eine richtungsweisende werden, denn beide Mannschaften stehen sich in der Tabelle unmittelbar gegenüber. Noch stehen die Vöhringer mit 4:4 Punkten direkt vor ihrem kommenden Gegner (2:6 Punkte), doch eine Niederlage könnte das in Gefahr bringen und den SCV.

Dazu kommt, dass als Nächstes Spiele gegen den Tabellenführer SG Lauterstein II, den bislang punktgleichen TSV Bad Saulgau und dem BW Feldkirch anstehen, der den Vöhringern tabellarisch ebenfalls auf die Pelle rückt.

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