Statistik

09.08.2011

119 neue Deutsche

Fragen über Fragen müssen diejenigen beantworten, die die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen möchten.
Bild: Foto: dpa

Zahl der Einbürgerungen ist im Landkreis gestiegen. Insgesamt haben jedoch weniger Zuwanderer Interesse am deutschen Pass

Landkreis Im Nachbarland Baden-Württemberg tritt derzeit die Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) für die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Ausländer ein. In Bayern besitzen rund 1,1 Millionen Einwohner (8,7 Prozent) einen ausländischen Pass. Einen deutschen wollen nicht alle. Zwar locken die Freiheit der Berufswahl und das Wahlrecht, doch viele scheuen den letzten Schritt. Im Landkreis Günzburg haben im vergangenen Jahr 119 ausländische Bürger den deutschen Pass erhalten, 29 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus Zahlen des Landesamtes für Statistik hervor.

Doch das Interesse der Zuwanderer am deutschen Pass nimmt ab, trotz steigender Ausländerzahlen. In Bayern ließen sich vor zehn Jahren noch rund 22 000 Migranten einbürgern. Mittlerweile sind es rund 10 000 weniger. Im Jahr 2010 waren es 12 021 und damit 32 weniger als ein Jahr zuvor. Es leben also noch viele Fremde hier ohne Wahlrecht und politische Mitgestaltungsmöglichkeiten. Soziologen sehen diese Entwicklung kritisch. Zum einen wächst die Kluft zwischen Wohn- und Wahlvolk beständig, zum anderen sei Integration ohne die hiesige Staatsbürgerschaft nicht möglich.

Im Landkreis Günzburg erhielten 119 ausländische Bürger einen deutschen Pass, 29 mehr als ein Jahr zuvor. Im Jahr 2000 ließen sich hier 328 Zuwanderer einbürgern. Somit entschieden sich hier in den vergangenen fünf Jahren 638 Migranten für den deutschen Pass. Im Jahr 2005 waren es 125 Einbürgerungen, ein Jahr später sank die Zahl dann auf 113. Von Januar bis Dezember 2007 führt die Statistik hier 92 Einbürgerungen auf, ein Jahr später waren es mehr: 99. Im Jahr 2009 wollten nur 90 Migranten den deutschen Pass und vergangenes Jahr erhöhte sich ihre Zahl nun wieder auf 119 Eingebürgerte.

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Die doppelte Staatsbürgerschaft ist bisher zwar nur in Ausnahmefällen möglich. Und dennoch behielt im Jahr 2010 mehr als die Hälfte aller Eingebürgerten im Freistaat seinen früheren Pass. Rechtlich möglich ist dies zum Beispiel bei Bürgern aus der Europäischen Union. Bürger aus dem Iran, aus Afghanistan oder dem Libanon werden ohnehin nicht aus ihrer Staatsbürgerschaft entlassen. Für alle anderen – etwa für Türken oder Bürger aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien gilt: Wer Deutscher werden will, muss seinen alten Pass abgeben. In Deutschland geborene Kinder von Ausländern müssen sich mit Beginn der Volljährigkeit für einen Pass entscheiden.

Knapp ein Viertel (2879) der vergangenes Jahr Eingebürgerten stammt aus Ländern der Europäischen Union.

Rund drei Viertel davon wiederum aus den osteuropäischen Mitgliedsstaaten. Größte Herkunftsnationen sind dabei Rumänien mit 862 Eingebürgerten, gefolgt von Polen mit 493. Dabei dürfte es eine Rolle gespielt haben, dass diese Männer und Frauen im Jahr 2010 noch nicht die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit besaßen.

Die meisten aus der Türkei

Nach Einzelstaaten betrachtet, bleibt die Türkei stärkstes Herkunftsland. Im Jahr 2010 stellten die türkischen Zuwanderer rund 18 Prozent aller Eingebürgerten.

Mit deutlichem Abstand folgten dann Bürger aus dem Irak (7,7 Prozent) und Rumänien (7,1 Prozent). Insgesamt stammten die Migranten aus rund 200 Staaten. (zds)

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