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Stadtplanung

17.08.2016

An den Mindelterrassen die Seele baumeln lassen

Östlich der Mindelbrücke sollen kleine Terrassen als Sitzgelegenheiten entstehen und diese Ecke städtebaulich aufwerten sowie das Stadtzentrum lebenswerter gestalten.

Was Thannhausen in seinem Zentrum vorhat und wie das gefördert wird

Neues Leben in der Innenstadt, das kann nur gelingen, wenn viele Einzelkomponenten zusammenspielen. Der beauftragte Fachmann, Dr. Markus Hilpert vom Lehrstuhl für Humangeografie an der Universität Augsburg hat nach zahlreichen Vorarbeiten, die teils auch öffentlich diskutiert wurden, nun ein Konzept entwickelt, das vor Kurzem im Rathaus eingegangen ist. Da Georg Schwarz, wie er unserer Zeitung gegenüber betont, die Arbeit selbst nur überflogen habe und sie noch nicht an die Fraktionen weitergeleitet wurde, will der Bürgermeister noch nicht dazu Stellung beziehen. „Es scheinen sich einige gute Ansätze in dem Konzept zu befinden“, mehr will er nicht preisgeben.

Die Bemühungen der Stadt, die Attraktivität des Stadtkerns zu verbessern, brachte sogar die Uni Augsburg und die Industrie- und Handelskammer (IHK) auf den Plan, die für ein Pilotprojekt gewonnen werden konnten. Ziel war es, umsetzbare Handlungskonzepte zu erarbeiten, die die Wiederansiedlung von Gewerbe in der Innenstadt fördern und damit die Attraktivität des Ortes erhöhen sollen. Das Ergebnis ist gedacht als Handreichung für Kleinststädte im Allgemeinen. Trotz der Bemühungen bleibt Bürgermeister Georg Schwarz hinsichtlich des Erfolgs der Aktion skeptisch. Denn, so das Stadtoberhaupt, Konzepte seien gut, aber die Grundlage allen Erfolges seien die handelnden Menschen. Hier sei in Thannhausen noch viel Luft nach oben, was Gemeinschaft angehe.

Ziel müsse es in erster Linie sein, alle Beteiligten, und allen voran die Handeltreibenden der Innenstadt, zu einer Kooperation zu bewegen. Nicht gegeneinander, nicht jeder für sich, sondern alle für ein lebendiges Thannhausen. „Und ebenso wichtig ist das Gesicht jedes einzelnen Unternehmens nach außen. Nur ein Kunde, der sich gut bedient und beraten fühlt, wird wiederkommen.“ Schwarz sieht auch in diesem Servicebereich, der eigentlich die konkurrenzlose Stärke des inhabergeführten Einzelhandelsbetriebs ist, noch deutliche Verbesserungsmöglichkeiten.

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Die Stadt unterstützt das Gewerbe auch durch die Optimierung der Infrastruktur. Der Umbau der Christoph-von-Schmid-Straße bis zur Mindelbrücke als 2. Bauabschnitt der Neugestaltung der Stadtmitte im Rahmen der Städtebauförderung soll das Stadtzentrum lebendiger werden lassen. Mehr Platz für die Fußgänger sei einer der Aspekte und die Integration der drei Komponenten Christoph-von-Schmid-Platz, Kirche und Kirchvorplatz sowie die Umgebung des künftigen Bürgerhauses. Der Bereich soll eine einheitliche harmonische Gestaltung erhalten, die nach dem Bau des Bürgerhauses nicht wieder verändert werden muss.

Die Kirche, heute denkbar knapp an der Autostraße, soll durch die Verengung der Fahrbahn einen vernünftigen Vorplatz erhalten, der einen Zugang ohne Hindernisse erlaube, und die Kirche als Treffpunkt der Gläubigen und Sehenswürdigkeit der Stadt besser zur Geltung kommen lässt.

Auch die Radler sollen berücksichtigt werden, erklärt Schwarz. Zwar sind die Straßen in Thannhausen für eigene Radwege zu schmal, doch für einen zentralen Abstellplatz, überdacht oder nicht, wird gesorgt. Dort könnten die Besucher des Bürgerhauses, des Friedhofs und die Kirchgänger parken und auch all diejenigen, die mit dem Rad zur Bushaltestelle kommen und von dort aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren.

Besonderer Höhepunkt der Planungen des Stadtplanungsbüros von Professor Ludwig Schegk aber sind die „Mindelterrassen“. Mit ihnen, die über einen Weg am Färberhaus zu erreichen sein werden, wird der Fluss vom üblen Hochwasserbringer zum belebenden Element in der Innenstadt.

„Die Füße im Wasser“, was kann man sich Entspannenderes in der Mittagspause oder an einem heißen Sommernachmittag vorstellen? Die „Mindelterrassen“ werden in Form von Betontreppen errichtet, die einen freien Zugang zum Fluss erlauben.

Der 2. Entwurf der Neugestaltung ist bereits vom Stadtrat abgesegnet. Nun muss die Kostenschätzung abgewartet werden, bevor der Stadtrat endgültig grünes Licht geben kann. Dann kommt die Feinabstimmung mit den Anliegern und Betroffenen, die Einvernehmen bringen muss. Georg Schwarz hofft auf eine zügige Umsetzung: Optimal wäre ein Baubeginn im kommenden Frühjahr und die Fertigstellung dann im Herbst 2018. Immerhin kann die Stadt auf einen Zuschuss von insgesamt 1,5 Millionen Euro aus den Töpfen der Städtebauförderung setzen.

Schwieriger werde es allemal mit der dritten Straße in der Innenstadt, der Bahnhofstraße. Für sie gibt es derzeit keine Planungen. Denn sie zu beleben, ist bereits einmal an den hohen Kosten für die Anlieger gescheitert. Doch nun, so Georg Schwarz, werde die für die Gemeinde bindende Umlagenverteilung auch von höheren juristischen Stellen anders beurteilt als noch vor Jahren.

Vielleicht ergibt sich aus der neuen Situation, die den Anliegern nurmehr Kosten auf der Basis der Wiederherstellung des Status quo zumutet und ihnen keine Luxussanierungen mehr finanziell aufbürdet, die Möglichkeit, auch die Bahnhofstraße mit baulichen Maßnahmen zu beleben und ihre Attraktivität als Flaniermeile und Einkaufsstraße zu erhöhen.

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