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Landkreis Günzburg

15.11.2015

Bauern verklagen Müller

Landwirte verklagen die Molkerei Müller.
Bild: Martin Gerten, dpa (Archiv)

Ein Landwirt aus dem Landkreis Günzburg fühlt sich von der Molkerei geprellt. Mit seiner Forderung ist er nicht allein.

In der kommenden Woche steht ein für viele Milchbauern richtungsweisender Termin an: Das Augsburger Landgericht berät über die Klage eines Milchbauern aus dem Landkreis Günzburg gegen die Molkerei Müller aus Aretsried (Landkreis Augsburg. Der Milchbauer fordert eine Nachzahlung von 23000 Euro – und ist nicht alleine damit.

Laut Auskunft des Landgerichts sind mehrere ähnliche Verfahren anhängig, bei denen Milchbauern sich ebenfalls um Nachzahlungen des Milchkonzerns aus dem Fischacher Ortsteil bemühen. Je nachdem, wie hoch ihre Forderungen sind, werden sie am Land- oder Amtsgericht behandelt: Bis 5000 Euro Streitwert entscheidet das Amtsgericht, ein höherer Betrag wird am Landgericht behandelt. Insgesamt sind rund 15 Verfahren anhängig, in denen es um rund 200.000 Euro Nachforderungen geht. Die Entscheidung am Landgericht soll für sie richtungsweisend sein.

Im Detail geht es um die Berechnung der Milchzahlungen für die Jahre 2010 bis 2013: Einer der Komponenten des Milchpreises – von den Bauern als Differenzbetrag bezeichnet – ist nach Ansicht der klagenden Landwirte nicht korrekt abgerechnet. Die Landwirte fordern den Betrag samt Zinsen zurück und haben sich deswegen an die Münchner Anwaltskanzlei Schneider und Collegen gewendet. Zum laufenden Verfahren möchten sich weder die Kanzlei der Molkerei noch die Kanzlei Schneider äußern.

Der Familienbetrieb aus dem Fischacher Ortsteil hat sich innerhalb der vergangenen 40 Jahre zu einem international agierenden Großkonzern entwickelt. In Aretsried werden jährlich rund 140 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Müller Milch gehört zu den prominentesten Marken in Deutschland, der Bekanntheitsgrad der Marke Müller liegt bei nahezu 100 Prozent.

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