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Begleitetes Einkaufen braucht Nachahmer im Landkreis Günzburg

Christoph Lotter
Kommentar Von Christoph Lotter
22.01.2021

Plus Das Projekt begleitetes Einkaufen für Senioren im Krumbacher Lebensmittelgeschäft SB Mayer könnte auch nach der Corona-Pandemie bleiben. Und es braucht viele Nachahmer im Landkreis Günzburg.

Die Corona-Pandemie hat auch ihr Gutes. Dieser Satz mag auf den ersten Blick etwas provokant wirken, denkt man doch an die vielen Toten, das viele Leid. Auf den zweiten entpuppt er sich aber durchaus als berechtigt. Gerade in solch schwierigen Zeiten sollte man den Blick doch öfter auf das Positive lenken. Zum Beispiel auf das Projekt begleitetes Einkaufen für Senioren und Menschen mit Handicap des Krumbacher Lebensmittelgeschäfts SB Mayer. Denn ein solches gäbe es im Landkreis Günzburg wohl ohne die Corona-Pandemie nicht – und damit steht das Konzept nicht alleine da.

Freilich, Unterstützung für Senioren und Menschen mit Handicap sind nichts Neues. Einrichtungen wie das Rote Kreuz, die Malteser oder diverse Bürgernetzwerke und Nachbarschaftshilfen – um nur ein paar Beispiele zu nennen – gibt es schon lange. Auch in Mittelschwaben wissen die Betroffenen diese Hilfe seit Jahrzehnten zu schätzen. In ländlicheren Gegenden ist das Angebot für Senioren und Menschen mit Handicap allerdings oft überschaubarer, als es in den großen Städten der Fall ist. Das zeigt sich besonders bei so alltäglichen Dingen wie dem Einkaufen. Gerade hier sind viele Betroffene auf die Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen angewiesen – oder eben auf neue Ideen.

Begleitetes Einkaufen in Krumbach: Weitere Geschäfte im Landkreis müssen folgen

Und solche neuen Ideen sprießen vorzugsweise in Zeiten der Not – oder werden zumindest wieder aufgetaut, wie der Busunternehmer Josef Brandner zeigt. Auch er will den Menschen im Raum Krumbach, die weniger mobil sind, den Einkauf erleichtern. Kunden können deshalb schon bald Waren telefonisch oder per Mail bestellen und sich den Einkauf dann mit einem Flexibus nach Hause bringen lassen. Auch Brandner hat das Rad nicht neu erfunden, sein Konzept ist altbekannt, kommt sogar aus seiner eigenen Familie, wie er kürzlich im Gespräch mit unserer Redaktion erzählte. Sein Ururgroßvater Josef habe damals von Thannhausen aus die Waren der Kunden mit Kutschen transportiert. Im Grunde, so die Worte Brandners, greifen wir diese Idee jetzt mit modernster Technik wieder auf.

Der Trend führt schließlich schon länger hin zum bequemen Einkauf von zu Hause. Besonders in schweren Zeiten sind die Hemmschwellen, Neues auszuprobieren – oder Bekanntes zu adaptieren – aber offensichtlich geringer. Und vieles von dem, was nun in Corona-Zeiten neu etabliert wird, könnte uns langfristig erhalten bleiben.

Eine solche neue Idee, die hoffentlich nach der Pandemie bleibt, ist auch das begleitete Einkaufen für Senioren und Menschen mit Handicap beim Krumbacher Lebensmittelgeschäft SB Mayer – eben ein Pilotprojekt. Und zwar eines, das viele Nachahmer braucht. Denn nicht alle älteren Menschen im Kreis wollen ihre Einkäufe bequem von der Couch machen. Manche freuen sich auf den täglichen sozialen Kontakt, den das Einkaufen für sie bietet.

Lesen Sie dazu auch: So kaufen Senioren in Zeiten der Corona-Pandemie sicher ein

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