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Kreis Günzburg

28.06.2017

Die Altenheime bleiben ein Minusgeschäft

Das Isabella-Braun-Seniorenheim in Jettingen-Scheppach.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Warum sich vor allem die Einrichtung in Jettingen auf ein finanziell schwieriges Jahr einstellen muss.

Seine Altenheime haben dem Landkreis im vergangenen Geschäftsjahr 2016 ein Minus von etwa 700000 Euro eingebracht. Wie Martin Neumeier, der Leiter der Altenheime, im Sozialausschuss des Kreistags erklärte, seien die Pflegesatzverhandlungen für das Isabella-Braun-Heim heuer „ganz furchtbar“ verlaufen. Für das Heim in Jettingen-Scheppach werde das Jahr 2017 deshalb „finanziell sicher schwierig“.

Bessere Geschäfts- und Verhandlungspositionen erhofft sich Neumeier von einem neu gegründeten Verband der landkreiseigenen Seniorenheime in Bayern.

Die Altenheime des Landkreises Günzburg sind seit Jahr und Tag defizitär. 2016 haben sie bei Erträgen von etwa 15 Millionen und Kosten von rund 15,7 Millionen Euro ein Minus von 700 000 Euro eingefahren. Das entspricht in etwa dem Ergebnis von 2015. Überschüsse haben einzig die beiden Stiftungsaltenheime gebracht – das Wahl-Lindersche Altenheim in Günzburg und das Stadlerstift in Thannhausen. Das im Wesentlichen aber auch nur aufgrund stiftungsrechtlicher Besonderheiten.

In einer ersten Gesprächsrunde waren laut Neumeier die Pflegesatzverhandlungen für das Isabella-Braun-Altenheim in Jettingen-Scheppach gescheitert. In einer zweiten Runde war es zwar zu einer Einigung gekommen, das Ergebnis hat den Leiter der Kreisaltenheime aber nicht befriedigt. Unter dem Strich zahlen die Kassen nur zwei Prozent mehr als 2016, im Rüstigenbereich geht der Pflegesatz sogar von 22,72 Euro auf 19,64 Euro zurück. Neumeier: „Mehr war leider nicht drin.“ Deshalb müsse sich der Landkreis beim Jettinger Heim auf ein „finanziell schwieriges“ Jahr 2017 einstellen.

Künftig bessere Verhandlungspositionen erhofft sich der Leiter der Landkreis-Heime durch die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft „Kommunale Pflege Bayern (KPB)“, die nicht zuletzt durch Initiativen aus dem Landkreis Günzburg zustande gekommen sei. Bislang gehören dem Verband zwölf kommunale Altenheimträger mit etwa 3500 Heimplätzen an. Ziel des Verbandes sei unter anderem, so Neumeier auf Nachfrage von CSU-Kreisrätin Berta Schmid, Vergleichsdaten auszutauschen, gemeinsame Fort- und Weiterbildungskurse zu organisieren, allgemeine Verbesserungsvorschläge und Möglichkeiten der Kostenersparnis zu erarbeiten, Maßnahmen zur Rekrutierung von dringend benötigten Fachkräften vorzulegen und gemeinsam, also gestärkt, in Pflegesatzverhandlungen zu gehen.

Geplant sei ferner, durch die KPB stärker mit kommunalen Krankenhäusern zu kooperieren, etwa beim kostensparenden Einkauf von Materialien, die sowohl in Altenheimen wie auch in Kliniken gebraucht werden. Im Landkreis Günzburg, so Neumeier, lasse eine solche Zusammenarbeit zwischen Altenheimen und Krankenhäusern noch etwas zu wünschen übrig. Aber womöglich könne auch das noch verbessert werden.

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