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Aletshausen

24.02.2016

Die Krise gut überstanden

Machen es sich auf der noch ungepolsterten Sitzbank einer Achterbahn gemütlich: Geschäftsführer Peter Gutmann (rechts) und der Schweißtechnik-Prüfer Robert Demmel.
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Machen es sich auf der noch ungepolsterten Sitzbank einer Achterbahn gemütlich: Geschäftsführer Peter Gutmann (rechts) und der Schweißtechnik-Prüfer Robert Demmel.

Die Firma Gutmann Anlagentechnik fühlt sich unter dem Dach von Tricor wohl. Der Kundenkreis ist heute breiter gestreut.

 „Wir besitzen eine stabile Auftragslage, sind proper voll beschäftigt und der Firmenumsatz steigt.“ Auf diesen positiven Nenner bringt Geschäftsführer Peter Gutmann von der Gutmann Anlagentechnik GmbH die derzeitige Situation des größten Arbeitgebers in Aletshausen. Damit nicht genug: Man denkt an Investitionen in moderne Fertigungsmaschinen und CNC-Bearbeitungszentren, sucht neue Fachkräfte als Kollegen für die derzeit 65 Mitarbeiter und setzt verstärkt auf eigenen Nachwuchs durch vorbildliche Ausbildungseinrichtungen. Neun Lehrlinge gibt es gegenwärtig – ab Herbst sollen es noch mehr werden.

Produktschwerpunkt sind wie bisher Baugruppen für den allgemeinen Maschinenbau. Darunter versteht Gutmann unterschiedlich große Anlagen für die gesamte Metallindustrie, aber auch Einzelteile für spezielle Fachbereiche, die im Segment Vakuum zum Beschichten von Glas oder Kunststofffolie gebraucht werden. Teile aus hochwertigem Stahl für Vergnügungsanlagen wie Achterbahnen oder Volksfest-Attraktionen kommen hinzu. Das Fertigungsprogramm umfasst weiter den Fassaden- und Gerüstbau. Hier ist der Mittelstandsbetrieb wichtiger Zulieferer für verschiedene Unternehmen in der Region und den Großraum Frankfurt. Gutmann: „Wir haben die schwierigen Jahre überwunden und sind auf gutem Weg in eine gesicherte Zukunft.“

Der Firmenchef spricht offen über die viermonatige Zeit der Insolvenz des Unternehmens in den Wintermonaten 2014/2015, doch sei dieses „Kapitel“ letztlich ohne große Folgen für die Firma und die Belegschaft abgegangen. Die Ursache dieser kritischen Zeit sieht er in der Wirtschaftskrise 2009 und 2010: „Wir waren damals zu sehr auf einen Großunternehmer fixiert, der mehrere Aufträge stornierte. Neue Kunden waren in dieser schwierigen wirtschaftlichen Phase nicht zu gewinnen. Heute dagegen sind wir viel breiter aufgestellt“. Trotzdem habe sich die Firma bis zum Herbst 2014 über Wasser gehalten und sei zuletzt sogar gut beschäftigt gewesen.

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Praktisch kein Mitarbeiter musste gehen

Intensive Verhandlungen unmittelbar nach der Insolvenzanmeldung führten bereits im März 2015 „zu einem guten Ergebnis“ mit der Folge: Praktisch kein Mitarbeiter musste gehen, die Löhne wurden voll weiter gezahlt und alle bisherigen Kunden vertrauten auf das Können der Gutmann-Leute. Der aus Eppishausen (Landkreis Unterallgäu) kommende Martin Müller, Chef des Firmenkonzerns Tricor mit Sitz in Bad Wörishofen, stieg als Investor bei der Gutmann GmbH ein und stellte sie finanziell wieder auf gesunde Beine. Gutmann: „Ich bin Müller und seinem Team noch immer dankbar für diesen Schritt. Dankbar bin ich aber auch jedem Mitarbeiter, die alle hinter der Firma standen und stehen, was auch für die Großkunden gilt, für die wir weiter als Zulieferer aktiv sind.“ Diese positiven Aspekte führten dazu, dass die Firma ihren Namen und mit Peter Gutmann ihren bisherigen Chef behalten konnte.

Heute gehört die Gutmann GmbH zur Firmengruppe Tricor, die in ihren Produktionsstätten Eppishausen, Bad Wörishofen, Burg bei Magdeburg und Offenbach rund 600 Beschäftigte zählt. In den letzten Jahren baute das Unternehmen an der Autobahn A 96 gegenüber der Freizeiteinrichtung „Skyline-Park“ große Produktionsgebäude für Schwer-Wellpappe-Verpackungen, deren Abnehmer in erster Linie der Automobilbau und die Großindustrie sind. Die Produkte werden mit der dort stationierten eigenen Spedition, für die inzwischen 135 Lkw unterwegs sind, zu den Kunden gefahren. Außerdem ersteht derzeit in Eppishausen für Tricor das europaweit modernste Werk zur Fertigung von Holzpalletten.

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