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Thannhausen

24.11.2019

Dieser Damm soll in Thannhausen für einen ruhigeren Schlaf sorgen

Baubeginn für den Hochwasserschutz in Thannhausen: Unser Bild zeigt allerdings nicht den finalen Damm, sondern das abgetragene Material einer provisorischen Zufahrtstraße. Der Hochwasserschutzwall soll einmal bis zu 1,8 Meter hoch werden und deutlich breiter werden.
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Baubeginn für den Hochwasserschutz in Thannhausen: Unser Bild zeigt allerdings nicht den finalen Damm, sondern das abgetragene Material einer provisorischen Zufahrtstraße. Der Hochwasserschutzwall soll einmal bis zu 1,8 Meter hoch werden und deutlich breiter werden.
Foto: Oliver Wolff

Plus Der Bau des Hochwasserschutzes ist gestartet. Andreas Rimböck, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, erklärt, was geplant ist.

Die ersten Überlegungen reichen zurück bis in die Zeit der Jahrtausendwende. Thannhausen erhält jetzt – so wie das gesamte Mindeltal – einen umfassenden Hochwasserschutz. Für den Bauabschnitt auf Thannhauser Flur erfolgte am Freitagnachmittag der offizielle Spatenstich. Die Politik und das Wasserwirtschaftsamt sind zusammengekommen, um das für die Stadt so wichtige Katastrophenschutzprojekt zu feiern.

Andreas Rimböck, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, hält die Planungen der Baumaßnahme für ein Paradebeispiel, wie Kommunen und Grundstückseigentümer zusammen an einem Strang ziehen. Denn der etwa 3,6 Kilometer lange und bis zu 1,80 Meter hohe Hochwasserdamm, der entlang der Süd- und Westseite Thannhausens entstehen wird, durchquert zahlreiche Grundstücke. „Man redet miteinander, man versteht sich“, sagt Rimböck. Nur so sei es möglich, die ökologischen und sozialen Funktionen eines solchen Projekts zu erzielen.

Statistisch bedroht ein etwa alle 100 Jahre zu erwartendes Hochwasser circa 1600 Bürger Tannhausens. Bei Starkregen oder lang anhaltenden Niederschlagsperioden können die Mindel sowie die Hasel über ihre Ufer treten. Wegen Thannhausens topologischer Struktur kann dann Wasser in Richtung der Wohngebiete fließen. Neben möglichen Personenschäden und existenzbedrohenden Einzelschicksalen sind Sachschäden im mehrstelligen Millionenbereich zu erwarten.

Thannhausen: Fertigstellung des Hochwasserschutzes ist für 2021 geplant

„Ein Großteil unserer Bevölkerung hat diesen Tag entgegengefiebert“, sagt Bürgermeister Georg Schwarz am Rande der Veranstaltung. Mit der Fertigstellung der Schutzmaßnahmen im Jahr 2021 können die Bürger und Einsatzkräfte Thannhausens bei Hochwasserlagen wieder ruhig schlafen. Für die Stadt bedeute der Schutz auch Planungssicherheit in der Stadtentwicklung. So können neue Baugebiete ausgewiesen werden, erklärt Schwarz.

Damit die an Thannhausens Stadtgrenzen ankommenden Wassermassen nicht den Weg des Flusslaufs nehmen und in die Stadt hineinfließt, werden im Süden in der Nähe der Sportanlage zwei sogenannte Drosselbauwerke installiert. Diese – ein Größeres an der Mindel und ein kleineres an der Hasel – lassen nur eine bestimmte Menge Wasser durch. Überschüssiges Wasser soll entlang des Hochwasserdamms in die Felder geleitet werden, wo es keine größeren Schaden anrichten kann. Laut Rimböck liegen die Baumaßnahmen derzeit im Zeitplan. Bereits jetzt sind die ersten Arbeiten zu betrachten. So wurde eine Baustraße angelegt und der abgetragene Oberboden zu einem kleinen, etwa einen Meter hohen Deich aufgeschüttet, der allerdings noch nicht das Endergebnis darstellt. Auf dem Damm wird eine sogenannte Verteidigungsstraße gebaut, erklärt Rimböck. Im Falle eines unerwartet hohen Hochwassers oder eines Dammbruchs können rasch Sandsäcke gestapelt werden.

Kosten in einer Höhe von rund zehn Millionen Euro

Der Hochwasserschutz Thannhausens kostet etwa 10 Millionen Euro und wird vom Freistaat gefördert. Die Stadt beteiligt sich mit 35 Prozent an den Kosten. Auch an den Baukosten hat sich bisher nichts geändert. Man müsse allerdings mit einer Erhöhung wegen der allgemeinen Teuerungsrate rechnen, so Bürgermeister Schwarz. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass während den Arbeiten im Boden Altlasten gefunden wird

en. Zuerst wird das Drosselbauwerk an der Mindel gebaut. Anschließend soll das Pendant an der Hasel errichtet werden. Abschließend folgt der etwa 3600 Meter lange Deich. Zusätzlich wird im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts der ökologische Zustand der Mindel verbessert. Hierzu wird das Teilungswehr in der Stadt – dort fließen Mindel und Hasel zusammen – zu einem Mündungsbereich umgebaut. Der Absturz im Bereich des Schulzentrums soll zu einer ökologisch wertvollen sogenannten Sohlrampe umgebaut werden. Die Baumaßnahmen auf Thannhauser Flur sollen nach derzeitigem Stand im Jahr 2021 beendet sein.

Bürger können sich über den Baufortschritt informieren: www.wwa-don.bayern.de

Lesen Sie zum Thema Hochwasserschutz in Thannhausen auch unseren Kommentar mit weiteren detaillierteren Infos zum Projekt:

Hochwasserschutz: Wegweisend für Thannhausen

Weitere Infos finden Sie hier:

Thannhausen: Aufenthalt an der Mindel soll attraktiver werden

Eine Brücke kommt geflogen

Bürgermeister unterschreiben für mehr Hochwasserschutz

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