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Krumbach

23.09.2019

Ein Hoch auf das Ehrenamt in Krumbach

In Krumbach fand eine Informationsmesse für Menschen statt, die sich engagieren wollen. Die Aussteller präsentieren viele Möglichkeiten.
Bild: Stefan Foag

Im Stadtsaal in Krumbach präsentierten Aussteller vielfältige Möglichkeiten, um sich zu engagieren. Wie sich das Ehrenamt gewandelt hat.

„Ehrenamtliche leben länger“ stand auf der Bühne des Stadtsaals in Krumbach. Dort fand am Sonntag die Ehrenamtsmesse statt. Knapp 30 Stände waren aufgebaut, an denen sich Interessierte über Engagementmöglichkeiten informieren konnten. Veranstaltet wurde die Messe vom Freiwilligenzentrum Stellwerk. Dessen Leiterin, Inge Schmidt, erklärt den Spruch auf der Bühne: „Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen: Menschen, die ein Ehrenamt übernehmen, sind glücklicher und somit auch gesünder.“

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Ein Beispiel dafür scheint Ewald Landsperger zu sein. Der 66-jährige Rentner aus Breitenbrunn engagiert sich für ein Projekt des Stellwerks. Als Jobmentor hilft er Langzeitarbeitslosen zurück ins Berufsleben zu finden. Er hat 40 Jahre lang bei der Arbeitsagentur gearbeitet. Daher hat er viele Kontakte zu Unternehmen. Doch für Landsperger ist es auch wichtig, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und Verständnis zu haben. Er baut auf einen persönlichen Umgang, der im Jobcenter oft zu kurz kommt.

Erfolgreich Menschen Arbeit vermittelt

Mit Begeisterung erzählt er von seinen Erfolgserlebnissen: ein türkischer Ingenieur, den er einer Firma in Frankfurt vermittelt hat; ein Bekannter, der sich nicht traute, seinen alten Arbeitgeber zu kontaktieren. Durch Landspergers Zureden tat er es doch und erhielt prompt eine Stelle. Bis zu vier Stunden in der Woche investiert Ewald Landsperger derzeit für sein Engagement. Zukünftig will er gerne doppelt so viel Zeit aufbringen. Auf die Frage, ob er dafür nicht andere Dinge vernachlässige, antwortet er verschmitzt: „Meine Frau meint oft, dass ich zuhause mehr anpacken soll.“

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Dass es schwierig sein kann, Privat- und Berufsleben mit einem Ehrenamt zu vereinbaren, wurde auch bei der Eröffnung der Ehrenamtsmesse thematisiert. Der Kinderschutzbund Günzburg führte hierzu ein kurzes Theaterstück auf. Die Botschaft: Es gibt viele Möglichkeiten für unterschiedliche Lebenssituationen. Das wollten auch die Vereine, Organisationen, Einrichtungen an der Messe zeigen. Vor Ort waren zum Beispiel das Mittelschwäbische Heimatmuseum, das Therapiezentrum Burgau und das Technische Hilfswerk (THW) Krumbach. Unter den Besuchern waren zwar prominente Köpfe wie die beiden Landratskandidaten Hans Reichhart und Maximilian Deisenhofer sowie der Landtagsabgeordnete Alfred Sauter. Doch der Altersdurschnitt war hoch.

Der 21-jährige Julius Krafft stach da regelrecht heraus. In einem Freiwilligen Ökologischen Jahr war der Kettershauser bereits ehrenamtlich aktiv – für zehn Monate. Nun beginnt er eine zweijährige Ausbildung und möchte sich anderweitig einbringen. Wie genau, weiß er noch nicht.

An ihm zeigt sich ein Phänomen, das die Veranstalterin Inge Schmidt im Gespräch mit unserer Zeitung betont: „Das Ehrenamt ist im Wandel. Es gibt immer mehr Angebote und viele Menschen wollen sich nicht längerfristig binden.“ Die Zeiten, in denen die Leute selbstverständlich in die örtlichen Vereine gehen und sich viele Jahre engagieren, seien vorbei. Wer Ehrenamtliche sucht, muss daher flexibler werden, so Schmidt. Außerdem sei es wichtig, auf die bereits im Verein Tätigen zuzugehen und sich nach deren Bedürfnissen zu erkundigen.

Wer ein Ehrenamt sucht, kann sich ans Freiwilligenzentrum Stellwerk wenden

Das Freiwilligenzentrum Stellwerk versucht dabei zu unterstützen und den Kontakt zu neuen Ehrenamtlichen herzustellen. Die Messe war ein Beispiel dafür. Sportvereine waren bis auf den Alpenverein keine vertreten. Diese würden Inge Schmidt und ihre Kollegen gern an Bord holen. In zwei Jahren wollen sie wieder eine Ehrenamtsmesse veranstalten.

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