Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Krumbacher Literaturherbst findet heuer etwas anders statt

Krumbach

17.07.2020

Krumbacher Literaturherbst findet heuer etwas anders statt

Ein bisschen wie in der Dreigroschenoper: Die Corona-Krise hat die Planung für den Krumbacher Literaturherbst alles andere als leicht gemacht. Aber er findet statt, wenn auch in etwas anderer Form als sonst. Unser Bild zeigt die Startseite des aktuellen Internetauftritts. Die Eröffnung am Donnerstag, 10. September, findet nicht in der Raiffeisenbank, sondern ausnahmsweise im Stadtsaal statt.
Bild: Wolfgang Mennel

Plus Wie die Corona-Krise den Ablauf der Veranstaltungsreihe verändert. Was geplant ist und warum große Räumlichkeiten wie der Stadtsaal eine wichtige Rolle spielen.

Literaturherbst Krumbach - kann die beliebte Kulturreihe heuer überhaut stattfinden? Die gute Nachricht: Ja, er findet statt. Aber beim Ablauf ändert sich verglichen mit den Vorjahren einiges. Mitorganisatorin Anita Roth erläuterte jetzt weitere Details und was für die Eröffnung geplant ist.

„Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht, und mach dann noch ‘nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht“: Das Zitat aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper, das auf der Homepage des Krumbacher Literaturherbsts platziert ist, steht exemplarisch für die Unwägbarkeiten der Corona-Krise – und für die schwierige Situation des Kulturbereichs.

Ouvertüre im Krumbacher Stadtsaal mit Stefan Verra

Das zeigt sich allein schon bei der Wahl der Veranstaltungsräumlichkeiten für den aktuellen Literaturherbst. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe am Donnerstag, 10. September, um 19.30 Uhr. Zu Gast sein wird Stefan Verra, der sein Werk „Leithammel sind auch nur Menschen. Die Körpersprache der Mächtigen“ vorstellt. „Ein Titel, der ja auch zur Corona-Krise passt“, sagt Anita Roth, eine der maßgeblichen Organisatorinnen des Literaturberbstes. Veranstalter bei der Eröffnung ist traditionell wieder die Raiffeisenbank Schwaben Mitte. Aber die Veranstaltung findet nicht wie sonst üblich in der Bank, sondern diesmal ausnahmsweise im Stadtsaal statt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Seit vielen Jahren prägt der Literaturherbst das Krumbacher Kulturleben. Unser Archivbild zeigt die Programmpräsentation im Jahr 2012.
Bild: Peter Bauer

Das deutet an, wie viele Unwägbarkeiten es für die Veranstalter (in den zuletzt aktuellen Planungen waren dies neben der Raiba das Mittelschwäbische Heimatmuseum, die Volkshochschule, die Stadtbücherei, Bücher-Thurn, Subkult und der Weltladen) zu klären gab. Welche Autoren würden kommen? Welche Räumlichkeiten können mit Blick auf sich laufend veränderte Corona-Bestimmungen und mit Blick auf Abstandsregeln genutzt werden? Wie soll der Verkauf der Karten organisiert werden? Immer wieder kamen die Organisatoren zusammen und mussten ihre Konzepte neu ausrichten. Wie in Bert Brechts Dreigroschenoper sozusagen.

Kulturreihe wurde 2006 ins Leben gerufen

Der Krumbacher Literaturherbst war im Jahr 2006 von Thomas Heitele, dem damaligen Leiter des Mittelschwäbischen Heimatmuseums in Krumbach, angeregt worden. Ziel war es, die zahlreichen Aktivitäten im Bereich Literatur zu bündeln und damit auch Mittelschwaben als Kulturregion in den Nachbarregionen stärker ins Bewusstsein zu rufen.

In den folgenden Jahren fanden sich vom Mittelschwäbischen Heimatmuseum über den Kulturverein Kult mit Subkult und von Krumbacher Buchhandlungen (Bücher-Thurn, Lesen-Schenken Vogt, abc-Büchershop) bis hin zur Volkshochschule und immer wieder auch anderen Schulen wie der Fachakademie für Sozialpädagogik eine ganze Reihe von Veranstaltern und Mitorganisatoren zusammen. In den letzten Jahren waren es jeweils mitunter über 20 Veranstaltungen, der Literaturherbst wurde weit über Krumbach hinaus zu einer ersten Adresse im regionalen Kulturleben, heuer sind 16 Veranstaltungen geplant.


Heimatmuseumsleiterin Anita Roth, Mitorganisatorin des Krumbacher Literaturherbstes. .
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr


Auch der Blick auf die Dimension des Literaturherbstes der vergangenen Jahre zeigt, vor welchen Problemen die Veranstalter in diesem Jahr stehen. Angesichts der Corona-Krise werde es, so Anita Roth, heuer keinen Kartenverkauf an den Abendkassen geben. Karten könnten nur im Vorverkauf an den bekannten Stellen erworben werden. Voraussichtlich werde der Vorverkauf am Montag, 3. August, beginnen. An Details des Programms werde noch gefeilt. Online soll das Programm unter www.literaturherbst-krumbach.de ab Samstag, 1. August, einsehbar sein. Eine Broschüre werde es, wie Anita Roth weiter berichtet, nicht geben. Denn in einer Druckausgabe seien erforderliche laufende Aktualisierungen nicht möglich.

Noch eine Veranstaltung im Krumbacher Stadtsaal

Größere Räumlichkeiten wie der Stadtsaal werden beim Programm eine wesentliche Rolle spielen. Dort ist am Donnerstag, 19. November, auch die Autorin Sina Trinkwalder („Zukunft ist ein guter Ort“), die sich kritisch mit gegenwärtigen Gesellschaftsentwicklungen auseinandersetzt, zu Gast (Veranstalter: Subkult). Aber „Zukunft ist ein guter Ort“: Das ist mit Blick auf die aktuelle Krise dann auch wohl ganz einfach eine schöne Ansage. Und Anita Roth freut sich, dass es trotz der schwierigen Bedingungen wieder gelungen sei, einen Literaturherbst zu organisieren.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren