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Krumbach

08.05.2019

Krumbacher Wärme-Experten wachsen

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2 Bilder
Einen neuen baulichen Akzent setzt der künftige Firmensitz der Firma Ceramdry im Krumbacher Norden, der im Juli in Betrieb genommen wird. Die Zeichnung zeigt, wie der Neubau von Süden mit der Lagerhalle (links) einmal aussehen soll.
Bild: Architekturbüro Dreier

In Krumbach entsteht das neue Betriebsgebäude der Firma Ceramdry. Spezialist für Trocknungsanlagen investiert 1,7 Millionen Euro – auch weil es mit Ziegeleien und Porzellanherstellern in Russland und Ostasien gute Perspektiven gibt.

„Wir sind eine grüne Firma“, sagt Friedrich Straub, Geschäftsführer der Ceramdry GmbH, die derzeit ihren Betriebssitz von Niederraunau an die Straße „Im Winkel“ nördlich der Hans-Lingl-Straße in Krumbach verlegt und dort im Juli einziehen wird. Er sieht dies nicht politisch. Vielmehr verbindet er seine „grüne“ Einstellung mit dem Firmenneubau aus reinem Holz, einer Heizung ohne Öl oder Gas, der eigenen Stromversorgung und der Verwendung von naturnahen Materialien, wo immer dies möglich ist. Es wundert nicht, dass sich diese Neuerungen auch am Äußeren des Gebäudes zeigen, nämlich in Schwarz und Weiß sowie in dazu farblich abgestimmter Keramikfassade.

Die Firma schuf sich im Lauf der Jahre einen guten Namen als Spezialist für Trocknungsanlagen in den Bereichen Grob-, Sanitär- und Technischer Keramik sowie Katalysatoren und Isolatoren. Abnehmer sind Ziegeleien und Porzellanhersteller in Europa; und inzwischen auch Unternehmen in Thailand, Vietnam, China und Japan, denn der Exportanteil in den Fernen Osten hat sich auf 70 Prozent des Umsatzes erhöht. Straub: „Der deutsche Markt stagniert in diesem Segment auch in naher Zukunft. Deshalb streckten wir unsere Fühler nach Russland, dem Nahen Osten und vor allem in Ostasien aus.“ Ansprechpartner sind dort große Hersteller von Mauer- und Dachziegel Das gesamte Spektrum der Sanitärkeramik ist ebenfalls gefragt.

Investition im Krumbacher Norden

Nun schreibt Ceramdry mit der Verlegung in den Krumbacher Norden ein neues Kapitel ihrer Firmenentwicklung. Was den Bauherrn besonders freut, ist die Tatsache, dass der nicht alltägliche und in Krumbach bisher einmalige Neubau in erster Linie von heimischen Handwerksbetrieben erledigt wird. Friedrich Straub: „Die Zusammenarbeit mit ihnen war sehr gut.“ Das drücke sich auch in der kurzen Planungs- und Bauzeit aus.

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Erst im Sommer 2017 kaufte das Unternehmen mit seinen neun Mitarbeitern von der Stadt das 2200 Quadratmeter große Grundstück. Mit Planung, Architektur und Bauüberwachung der 350 Quadratmeter Bürofläche und 400 Quadratmeter umfassenden Lager- und Kommissionshalle wurde das Krumbacher Büro Birgit Dreier beauftragt. Den Zuschlag für die Holzkonstruktion erhielt die Waltenhauser Holzbaufirma Manfred Stiegeler. Für Heizung und Kühlung ist eine in Krumbach bisher einmalige Naturwärme-Speicherkonstruktion der Firma Maier & Sohn zuständig.

Die notwendige Wärmepumpe sorgt dank eines besonderen Systems im Winter für Wärme und im Sommer für Kühlung. Die dazu notwendigen Rohrleitungen ähneln denen einer Fußbodenheizung, werden hier aber unter den Zimmerdecken aufgehängt und nicht unter dem Fußboden verlegt. Die Stromversorgung über die Photovoltaikanlage auf dem Dach stammt vom Günzburger Fachunternehmen Sungrade. Dazu Straub: „Nach unseren Recherchen werden wir sogar noch Strom verkaufen können.“

In der Raiba-Außenstelle in Niederraunau

Bisher hatte Ceramdry fast zehn Jahre lang den ersten Stock der Raiffeisenbank-Außenstelle Niederraunau auf Mietbasis als Verwaltungs- und Planungsbüro genutzt. Die positive Entwicklung der Firma, die eng werdenden Räumlichkeiten und die günstige Prognose für die Zukunft gaben den Ausschlag, den „großen Schritt“ zu wagen. Neben Geschäftsführer Friedrich Straub sprachen sich auch die weiteren vier Mitgesellschafter Bernhard Herold, Clemens Jans, Wolfgang Sendler und Claudia Weber für das Vorhaben aus, dessen Kosten einschließlich des Grundstücks auf 1,7 Millionen Euro veranschlagt sind.

Wie schon bisher wird auch künftig von Krumbach aus jeder Auftrag geplant, konstruiert, beim Kunden montiert und in Betrieb genommen. Die Fertigung der Trocknungsanlagen und auch der dazu erforderlichen Schaltschränke übernehmen regionale Handwerksbetriebe. Die momentan gute Auslastung und die Zuversicht in die nahe Zukunft bestärkt den Geschäftsführer, dass sich Ceramdry kontinuierlich positiv entwickelt. Das sieht auch die schwäbische Bezirksregierung so und gewährte dem jungen Unternehmen für den Neubau und den damit verbundenen neuen Arbeitsplätzen einen Zuschuss über 200000 Euro. Straub: „Dieses Vertrauen macht uns schon ein wenig stolz.“

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