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Maria Vesperbild

09.06.2019

Maria Vesperbild und die Botschaft des Pfingstfestes

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7 Bilder
Weihbischof Anton Losinger und Wallfahrtsdirektor Monsignore Erwin Reichart (Mitte) in der Grotte von Maria Vesperbild.
Bild: Peter Bauer

Weihbischof Losinger war am Pfingstsonntag zu Gast im Wallfahrtsort Maria Vesperbild. Vor welchen Herausforderungen Losinger die Kirche sieht.

Der Geist der Kirche: Das Pfingstfest, das so intensiv mit dem Heiligen Geist verbunden ist, steht dafür wohl auf eine ganz besondere Weise. Einsicht, Weisheit, Erkenntnis, aber auch Mut: All das sei mit Pfingsten und dem Heiligen Geist verbunden, betonte der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger am Sonntagabend in seiner Predigt im bekannten mittelschwäbischen Wallfahrtsort.

Weihbischof Losinger, flankiert von Dekan Klaus Bucher (links) und Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart.
Bild: Peter Bauer

Doch wie erreicht die Kirche in dieser Zeit des massiven gesellschaftlichen und politischen Umbruchs noch die Menschen? An Pfingsten stelle sich auch die Frage, welchem Geist die Menschen ihr Leben öffnen wollen. Viele Menschen würden sich für negative Geister entscheiden, am Ende stehe Hoffnungslosigkeit. „Religiöse Sprachlosigkeit“ mache auch vor intelligenten, jungen Menschen nicht Halt. Losinger sprach von „wertvollen jungen Menschen“, die für die Zukunft der Kirche mitentscheidend seien. In vielen Familien aber werde der Glauben im Alltag nicht mehr gelebt, der Religionsunterricht sei oftmals die einzige Begegnungsebene mit dem Glauben. An Pfingsten rücke, so Losinger, die Frage in den Vordergrund, von welcher Perspektive wir uns leiten lassen wollen. Doch es gebe auch ermutigende Gesten. Beispielsweise dann, wenn der Firmpate seine Hand auf die Schulter seines Firmlings lege. Das sei „berührend“.

Nach dem Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche von Maria Vesperbild folgte die Lichterprozession.
Bild: Peter Bauer

Im Wallfahrtsort Maria Vesperbild ist bekanntlich der Himmelfahrtstag (15. August) mit Pontifikalamt und Lichterprozession Jahr für Jahr der große Höhepunkt, zu dem Tausende von Gläubigen kommen. Rein zahlenmäßig ist der Pfingstsonntag in Maria Vesperbild deutlich überschaubarer.

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Doch nicht wenige schätzen an „Pfingsten in Maria Vesperbild“ das Gefühl des bevorstehenden Hochsommers, das sie mit einem besonderen Glaubenserlebnis verbinden. Auch diesmal hatten sich am Pfingstsonntag wieder zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingefunden.

Der Wallfahrtsort selbst steht vor wichtigen Weichenstellungen. Bis 2021 soll die Kirche umfassend renoviert werden. Die Kosten werden voraussichtlich rund 2,7 Millionen Euro betragen, die Finanzierung ist eine Herausforderung. Die Dimension dieses Projektes war am Pfingstsonntag auch in vielen Gesprächen am Rande der offiziellen Veranstaltung ein wichtiges Thema. Die bevorstehende Neugestaltung in Maria Vesperbild ist, wie Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart wiederholt betont hat, auch für ihn persönlich sein schwierigstes Renovierungsprojekt. Reichart, Jahrgang 1954, ist seit Anfang 2018 Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild. Ihm wurde vor Kurzem der Ehrentitel Monsignore verliehen (wir berichteten).

Mehr Informationen zur bevorstehenden Renovierung in Maria Vesperbild finden Sie hier:

Im Sommer soll es mit der Renovierung in Vesperbild losgehen

Die Leistung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer

Die Gestaltung einer Veranstaltung wie am Pfingstsonntag wäre ohne die Mitwirkung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer nicht möglich. Ihnen dankte Reichart für ihr Engagement. Dem Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche folgte die feierliche Lichterprozession über den Schlossberg zur Grotte. Hier hatten sich bereits vor der Ankunft der Prozession etliche Menschen eingefunden. Die Grotte verbinden viele mit einer beeindruckenden Glaubenserfahrung mitten im „Dom der Natur“, wie es Monsignore Reichart einmal umschrieben hat. Damit die Pracht dieses „Doms der Natur“ erhalten bleibt, muss man auch an einem so besonderen Fest wie Pfingsten an ganz weltliche Dinge denken. Reichart bat die Besucher, wegen der Waldbrandgefahr keine Kerzen im Wald zurückzulassen.

Wallfahrtsdirektor Reichart zum Pfingstsonntag in Maria Vesperbild - ein kurzes Video:

Zum Pfingstsonntag in Vesperbild gibt es bei uns auch eine Bildergalerie:

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58 Bilder
Pfingstsonntag in Maria Vesperbild
Bild: Peter Bauer

Enge Bindung an die Diözese Augsburg

Erwin Reichart hat seit seinem Amtsantritt wiederholt hervorgehoben, dass für ihn die enge Bindung des Wallfahrtsortes an die Diözese Augsburg sehr wichtig sei. So war an Pfingsten 2018 – Reicharts persönlicher Premiere mit einer Großveranstaltung in Maria Vesperbild – der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa zu Gast. Nun war es der Augsburger Weihbischof Losinger.

Reichart und Losinger kennen sich gut aus den gemeinsamen Jahren in Studium und Priesterseminar. Und so war es Reichart eine „besondere Freude“, dass Losinger jetzt zum Pontifikalamt nach Maria Vesperbild kam.

Der Wallfahrtsort Maria Vesperbild:

Ursprünge: Im Gegensatz zu anderen Wallfahrten steht am Anfang von Maria Vesperbild keine Erscheinung oder besondere Legende. Auf der Suche nach den Anfängen Maria Vesperbilds begegnen wir vielmehr dem intensiven Wunsch der Menschen nach Frieden, der über die Zeiten hinweg nichts von seiner Kraft eingebüßt hat. 1650, zwei Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648), stiftete der Pfleger der Herrschaft von Seyfriedsberg, Jakob von Sankt Vincent, eine geschnitzte Pietà, das Vesperbild, als Dank für die Rettung vor plündernden Soldaten.

Kirche: Die Pietà zog immer mehr Menschen an, sodass bald eine kleine Kapelle, dann eine Kirche und 1754/56 unter dem Patronat der Grafen von Oettingen-Wallerstein, die seit 1667 Herren von Seyfriedsberg waren, die Wallfahrtskirche errichtet wurde. Die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wurde unter der Regie des Oettingen-Wallersteinschen Hofbaumeisters Johann Georg Hitzelberger (1714 bis 1792) erbaut.

Vesperbilder Fatimagrotte: Sie wurde 1957 eingerichtet. So konnte 2017 ein Jubiläum gefeiert werden. Das Marienbildnis in der Grotte wurde von Ludwig Schuster (1913 bis 1997) aus Langenneufnach geschaffen. Der Wallfahrtsort Fatima ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort in Portugal. Berichtet wird, dass vor fast exakt 102 Jahren, am 13. Mai 1917, die Gottesmutter drei Hirtenkindern erschienen sei.

Die Grotte, das Licht, die Blumen: Für viele ist das mit einem besonderen Glaubenserlebnis verbunden.
Bild: Peter Bauer

Malerei: In den Fresken, die der in Kempten geborene Maler Balthasar Riepp (1703 bis 1764) geschaffen hat, dominiert die Botschaft des Vesperbilds (sitzende Gottesmutter, die ihren toten Sohn in Händen hält).

Wallfahrtsdirektor: Seit 2018 ist dies Erwin Reichart, davor war er Dekan des Dekanates Kaufbeuren und von 1988 bis 2018 Pfarrer in Ebersbach.

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