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Gundremmingen

30.03.2015

Menschlicher Fehler löst Panne im Atomkraftwerk aus

Das Atomkraftwerk in Gundremmingen war am vergangenen Mittwoch stundenlang komplett nicht am Netz.
Bild: Karlheinz Hornung

Stundenlang ist das AKW Gundremmingen vergangene Woche nicht am Netz gewesen. Über die Ursache wurde viel spekuliert. Jetzt steht sie fest.

Die Ursache, warum das Atomkraftwerk Gundremmingen am vergangenen Mittwoch stundenlang vom Netz gehen musste (wir berichteten), steht nach Angaben der Betreibergesellschaft jetzt fest. Demnach war die unabhängig voneinander laufende Druckluftzufuhr versehentlich nicht für Block B gesperrt worden, der gerade gewartet wird, sondern für Block C. Solche Fehler erkenne die Anlage aber und bringe sich selbst in einen sicheren Zustand. So schaltete sich der Reaktor automatisch ab. Über die Ursache des Fehlers wurde das Umweltministerium heute informiert.

Die Bürgerinitiative (BI) Forum verschärft derweil ihre Kritik: Solange nicht eindeutig feststand, warum die Druckluftversorgung unterbrochen wurde, hätte die Anlage nicht hochgefahren werden dürfen. Das habe die BI auch Umweltministerin Ulrike Scharf und Ministerpräsident Horst Seehofer geschrieben, da das Ministerium die Wiederinbetriebnahme gestattet habe.

Auch Dieter Majer, der lange Zeit im Bundesumweltministerium für Sicherheitsfragen bei Atomkraftwerken zuständig war, sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Es gehört zur Sicherheitskultur, dass die Anlage erst wieder angefahren werden darf, wenn die Ursache bekannt ist.“ Wer gegen diese Kultur verstoße, zeuge nicht gerade von Zuverlässigkeit – was auch für das bayerische Umweltministerium gelte. Dieses sei ohnehin „eine der großzügigsten Behörden“ bundesweit. Majer spricht sich für eine umfassendere Information der Öffentlichkeit seitens der Betreibergesellschaft und des Ministeriums aus.

Kraftwerks-Sprecher: Anlage wurde vor dem Hochfahren überprüft

Der Sprecher des Atomkraftwerks, Tobias Schmidt, betont indes auf Anfrage: „Selbstverständlich haben wir uns vom einwandfreien Anlagenzustand von Block C überzeugt, bevor er am Mittwochabend wieder in Betrieb ging.“ Eine Zustimmung der Aufsichtsbehörde sei in diesem Fall zwar nicht erforderlich gewesen, trotzdem sei sie unverzüglich über die Abschaltung wie auch über das Wiederanfahren informiert worden. Schäden an Maschinen habe es übrigens durch die Schnellabschaltung nicht gegeben.

Auch das für die Aufsicht zuständige Umweltministerium erklärt: Weder auf die Anlagen noch auf die Umgebung habe es „unzulässige Auswirkungen“ gegeben. Die Bevölkerung sei nicht gefährdet gewesen. Und das Bundesumweltministerium wird den Vorfall "im Rahmen der üblichen Verfahren" vom Bundesamt für Strahlenschutz und der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit bewerten lassen, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage.

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