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Kreisliga West

10.07.2019

Noch vor Saisonstart: Schabel verlässt den TSV Ziemetshausen

Karlheinz Schabel (hier beim Relelgationsspiel gegen Holzkirchen) ist nicht länger Trainer des TSV Ziemetshausen.
Bild: Walter Brugger (Archiv)

Überraschend steht der Vizemeister kurz vor Saisonstart ohne Trainer da. Warum Karlheinz Schabel aufhört und wie es jetzt in Ziemetshausen weitergeht.

In gut zwei Wochen beginnt die neue Saison in der Kreisliga West. Und einer der Favoriten auf die Meisterschaft steht jetzt überraschend ohne Trainer: Karlheinz Schabel hat sein Amt beim TSV Ziemetshausen abgegeben. Am Dienstag teilte der 57-Jährige seine Entscheidung der Mannschaft mit. Das Team sei "schockiert" gewesen, berichtet Abteilungsleiter Georg Stötter. Vieles erinnert an das Vorjahr, als der langjährige Ziemetshauser Coach Rainer Amann nach acht Spieltagen der neuen Saison den Verein verließ.

Man gehe, betonen sowohl Stötter als auch der scheidende Trainer, nicht im Unfrieden auseinander. Schabel betont im Gespräch mit unserer Redaktion: "Ziemetshausen ist ein top geführter Verein, Georg Stötter macht dort einen super Job." Trotzdem habe für ihn zuletzt nicht mehr alles gepasst. Da war zum einen der verpasste Bezirksliga-Aufstieg, wofür Schabel die Verantwortung auch bei sich selbst sucht. Ziemetshausen war als Vizemeister in der Relegation am Bezirksligisten SV Holzkirchen mit 2:3 nach Verlängerung gescheitert.

Kreisliga West Fußball; SV Mindelzell orange - TSV Ziemetshausen blau; hier TSV Ziemetshausen Abteilungsleiter Georg Stötter und Trainer Karlheinz Schabel
Bild: Ernst Mayer

Schabel vermisst hundertprozentige Bereitschaft in Teilen der Mannschaft

Schabel und der TSV haben nie einen Hehl daraus gemacht, möglichst schnell in die Bezirksliga zurückkehren zu wollen. Doch in der Vorbereitung auf die neue Saison, so der Trainer, habe er gemerkt, dass bei manchen Spielern nicht mehr die Bereitschaft vorhanden gewesen sei, zu 100 Prozent mitzuziehen. "Ich bin nicht nach Ziemetshausen gekommen, um dauerhaft Kreisliga zu trainieren", sagt Schabel. "Ich bin mir nicht zu schade, diesen Weg zu gehen. Aber ich habe gemerkt, dass es so schwer wird. Für den Aufstieg muss alles passen." Natürlich gebe es dann immer noch keine Garantie. "Aber das, was wir beeinflussen können, müssen wir auch zu 100 Prozent beeinflussen." Er stelle an sich selbst und die Mannschaft entsprechend hohe Ansprüche.

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Der erfahrene Trainer, der unter anderem den FC Gundelfingen und den SV Egg in der Landesliga trainiert hat, gibt aber auch zu: "Vielleicht habe ich die Spieler manchmal auch ein wenig überfordert. So selbstkritisch bin ich." Dennoch habe er für sich gesehen, dass die persönliche Zufriedenheit mit der Situation nicht mehr da gewesen sei, die er brauche, um mehrmals pro Woche 90 Kilometer ins Training zu fahren. "Ich denke, es ist für beide Seiten so besser. Aus allen schlechten Zeitpunkten ist der jetzige noch der beste." Sonst hätte er womöglich im September oder Oktober mitten unter der Saison hingeschmissen.

Ziemetshausen macht zunächst mit interner Lösung weiter

Für Ziemetshausen wird es trotzdem schwer, schnell einen adäquaten Ersatz zu finden. Georg Stötter will keinen Schnellschuss. "Wir werden das zunächst vereinsintern mit Markus Seitz, Flo Klimm und Benni König lösen. Das sind gute Leute, ihnen traue ich zu, die beiden Mannschaften bis zum Winter zu führen." Torwarttrainer Seitz und Kapitän Klimm hatten bereits nach Amanns Abgang kurzfristig übernommen.

Karlheinz Schabel betont: "Ich hinterlasse eine willige und intakte Mannschaft, die einen guten Charakter hat, und sich in der letzten Saison gut weiterentwickelt hat." Sie werde in der kommenden Kreisliga-Saison auf jeden Fall eine gute Rolle spielen. Für sich selbst sieht Schabel nun das Ende seiner Trainerkarriere gekommen. "Ich reibe mich in meinem Alter nicht mehr auf. Da müsste schon alles passen und auch die Liga interessant sein."

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