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Thannhausen

06.04.2017

Viele Ideen für die Christoph-von-Schmid-Straße

Blick von Westen auf den neuen Entwurf der Mindelterassen. Weil die Gestaltung auf der Nordseite der Brücke nicht möglich ist, verlegte Landschaftsplaner Schegk die Terassen auf die Südseite, was seiner Meinung nach sogar charmanter sei.
Bild: Schegk Landschaftsarchitekten

Neuer Entwurfsplan sorgt für kontroverse Diskussionen in Thannhausen.

Mit der Aufwertung der Christoph-von-Schmid-Straße geht Thannhausen in die zweite Runde der Innenstadtsanierung. Ein umfassendes Projekt, sowohl was die Ausmaße der Baustelle betrifft als auch die dazugehörigen Diskussionen im Stadtrat.

Nachdem Stadtplaner Prof. Ludwig Schegk vom gleichnamigen Planungsbüro bereits im vergangenen Jahr einen ersten Entwurf präsentiert hatte, legte er nun die um die Anregungen der Räte ergänzte Fassung erneut dem Gremium vor.

Auffälligste Änderung ist die Verlegung des an der Mindel geplanten Zugangs zum Fluss von der Nordseite der Brücke auf die Südseite. Ursprünglich sollte westlich des Färberhauses der Fluss durch eine Treppenanlage zugänglich gemacht werden. Weil die Stadt aber weder das Grundstück kaufen kann , noch die dort stehende Robinie fällen will und überdies noch ein Trafohäuschen für teures Geld versetzt werden müsste, ist dieser Platz bereits früh aus der Planung ausgeschieden. Was jedoch kein Verlust sei. Laut Schegk eigne sich die Südseite sogar viel besser für das Vorhaben. Im Ensemble mit dem dort platzierten Musenbrunnen und als natürliche Verlängerung der Mindelpromenade seien die Terassen zur Mindel hin südlich der Brücke mindestens ebenso gut aufgehoben. Zusätzlich soll noch eine Kneipp-Anlage am Ende der Stufen eingerichtet werden. Josef Brandner (FW) bezweifelte zwar, ob sich eine Kneipp-Anlage bei dem meist nur Knöcheltiefen Wasserstand der Mindel an dieser Stelle für einen Preis von rund 12000 Euro überhaupt lohne. Doch in der Abstimmung erhielt er keine Mehrheit. Durch die Kneipp-Anlage würde immerhin ein direkter Zugang zum Wasser geschaffen, argumentierte etwa Bürgermeister Georg Schwarz.

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Für Diskussionsstoff sorgte auch die im Entwurf vorgesehene Rampe am Haupteingang zur Stadtpfarrkirche, um gehbehinderten Gottesdienstbesuchern den Zugang zu erleichtern. Bislang müssen etwa Rollstuhlfahrer um die Kirche herum zum Hintereingang. Monika Wiesmüller-Schwab (CSU) sah hier Sparpotenzial. Auch hielt sie die Rampe optisch wenig ansprechend. Sie würde es bevorzugen, wenn die Situation so belassen wird, wie sie jetzt ist. Unterstützt wurde sie dabei von Parteikollegin Christine Polleichtner-Hornung. Die Maßnahme sei mit der Pfarrei und dem Bistum abgesprochen, entgegnete Schegk: „Inklusion bedeutet, dass man die Behinderten nicht zum Hintereingang schickt.“ Das sah auch Gerd Olbrich (SPD) so. Er regte an, das Baumaterial so zu wählen, dass es „nicht so wuchtig kommt“. Das überzeugte offenbar auch Wiesmüller-Schwab, die letztlich für die Rampe stimmte, die mit nur einer Gegenstimme angenommen wurde.

Am meisten diskutiert wurde über Schegks Entwurf für den Platz rund um das Christoph von Schmid-Denkmal. Nachdem der Stadtrat bereits in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen hat, das alte Rathaus abzureißen und an dieser Stelle in nicht allzuferner Zukunft möglicherweise ein Bürgerhaus zu errichten, schlug Schegk vor, das Baufenster durch zwei Baumreihen auf einem teilweise ungepflasterten Gelände kenntlich zu machen. Dahinter, an der Friedhofsmauer sollen zwischenzeitlich zwölf Parkplätze entstehen. Außerdem regte Schegk an, das Denkmal näher an die Straße zu versetzen. Die Stellplätze wurden vom Rat begrüßt, doch um die Versetzung des Denkmals wurde heiß diskutiert. Auch die Kosten stießen auf Unverständnis. „Eine Zwischenlösung für 70000 Euro finde ich enorm“, entfuhr es Göttner. Dr. Markus Wilhelm (Gruppierung Weiß) wünschte sich statt der Baumreihe ein Wiese. Alois Held (CSU) hätte den Platz gerne noch grüner gestaltet. Renate Marschall plädierte wiederum dafür, das Denkmal jetzt zu versetzen, sonst müsste zu späterer Zeit der Platz erneut aufgerissen werden.

Letztlich setzte eine knappe Mehrheit von 11:9 Stimmen durch, dass das Denkmal versetzt wird. Allerdings soll das Baufenster des künftigen Bürgerhauses mit einer wassergebundenen Decke und einer zusätzlichen Baumreihe ähnlich wie beim aktuellen Rathaus gestaltet werden. Die Parkplätze sollen realisiert werden. Insgesamt geht Schegk mit Kosten für die gesamte Maßnahme in Höhe von 1,57 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum ersten Entwurf 200000 Euro mehr. Der Grund dafür seien zusätzliche Änderungen, wie etwa die Kneipp-Anlage, die Gestaltung des Baufensters hinter dem Denkmal, aber auch eine geplante Nivellierung des Höhenunterschiedes zwischen Gehweg und Färberhaus.

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