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Landkreis

25.02.2015

Weniger Unfälle, mehr tote und verletzte Radfahrer

Die neueste Unfallstatistik stellte die Polizei jetzt vor.
Bild: Jochen Aumann (Archiv)

Die schwächsten Verkehrsteilnehmer tauchen vermehrt in der Polizeistatistik auf. Dabei könnten viele schwere Folgen vermieden werden. Unter den Unfallverursachern wächst besonders eine Altersgruppe

Radfahrer haben keine Knautschzone – und gehören damit zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmern. Die aktuelle Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West in Kempten zeigt, dass sich schwere Unfälle von Radfahrern häufen – und oft ein Helm als Schutz fehlt.

Im Gegensatz zu Auto- und Motorradfahrern, wo die Zahl der Unfalltoten im Jahr 2014 gesunken ist, wuchs die Zahl der Getöteten bei den schwachen Verkehrsteilnehmern: Zwölf Radfahrer sind im Bereich des Präsidiums zwischen Bodensee und Donau bei Unfällen ums Leben gekommen, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Sechs Fußgänger starben (Vorjahr: einer). 1206 Radfahrer wurden verletzt, das sind 9,5 Prozent mehr als 2013 und stellt einen Höchststand seit mindestens dem Jahr 1987 dar.

Polizeipräsident Werner Stößner findet die Zahlen alarmierend: „Die Umstände, dass acht von zwölf getöteten Fahrradfahrern ohne Helm unterwegs waren und bei der Zahl der Verletzen Höchststände registriert wurden, belegen, dass hier die Präventionsbemühungen noch nicht wie gewünscht greifen.“ Stößner appelliert an Radfahrer und Fußgänger, im Interesse der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens ihren Beitrag zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr zu leisten. „Hierzu gehören eine gute Erkennbarkeit beispielsweise durch Reflektoren und beim Radfahrer das konsequente Tragen eines Fahrradhelms.“

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Insgesamt ist die Zahl der Unfalltoten in Südwestschwaben auf 50 angestiegen (Vorjahr: 45), im Landkreis Günzburg verloren sieben Menschen bei Unfällen ihr Leben. Trotz des Anstiegs liegt der Wert noch deutlich unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von 64,5.

Deutlich bemerkbar macht sich in der Polizeistatistik ein Alterstrend: Der Großteil der Fußgänger und Radfahrer, die bei Unfällen im Straßenverkehr starben, waren 74 Jahre und älter, die meisten von ihnen hatten den Unfall nach Polizeiangaben selbst verursacht. Erstmals liegt der Anteil der Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre, die einen Schweren Unfall verursacht haben, mit 19,6 Prozent über der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen, der auf 19,2 Prozent gesunken ist. Polizeipräsident Stößner: „Die wachsende Rolle der Verkehrsteilnehmer über 65 als Unfallverursacher ist ein Zeichen dafür, dass zukünftig nicht nur die Fahranfänger, sondern vermehrt auch die Senioren im Fokus der Bemühungen um die Sicherheit im Straßenverkehr stehen müssen.“

Im Landkreis Günzburg registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 3409 Unfälle, bei denen 703 Menschen verletzt und sieben getötet wurden. Damit stehen in der Statistik 42 Unfälle und zwei Verkehrstote weniger als im Vorjahr. Auf den gesamten Präsidumsbereich gesehen ging die Zahl der Unfälle um 3,5 Prozent auf 29 490 zurück – es ist der erste Rückgang der Unfallzahlen seit 2011. Das Präsidium führt den Rückgang im wesentlichen auf den milden Winter Anfang 2014 zurück, aber auch auf eine Vielzahl von Bemühungen, wie Stößner erklärt: „Während der letzten Jahre war das Augenmerk der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit vermehrt auf das Verhalten der Nutzer der Landstraßen gerichtet. Die verringerten Zahlen bei den getöteten Pkw- und Kradfahrern sind ein Beleg, dass die Kombination aus Optimierung bei Straßenbau, Fahrzeugtechnik sowie Rettungswesen, aber auch durch Repression und Prävention hier mittelfristig zum Erfolg beitragen.“

Vor allem im Bereich der nicht angepassten Geschwindigkeit ist die nächste Präventionsaktion der Polizei schon in Planung: Am 16. und 17 April soll erneut ein bundesweiter Blitzer-Marathon stattfinden. Die Bayerische Polizei hat angekündigt, sich daran zu beteiligten und sogar eine ganze Woche lang verstärkt das Tempo auf den Straßen kontrollieren.

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