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Spielesammlung

21.02.2021

Geliebte Spieleklassiker: Von Uno über Backgammon bis Tac

Natürlich ist "Mensch ärgere Dich nicht" auch unter den Empfehlungen. Aber anders...
Bild: Julia Schorer (Archiv)

Spielen erlebt im Lockdown einen Boom. Aber wer braucht schon immer Neues, wenn es Spiele für die Ewigkeit gibt - wie diese fünf hier.

Wer spielt, probiert vielleicht immer wieder mal was Neues, hat seine intensiven Phasen mit einzelnen Spielen - aber meistens ist es nur ein Spiel, das wirklich bleibt. Hier sind fünf unserer Favoriten für immer und ewig und die einsame Insel.

"Backgammon": schöne lange Weile

Mit "Risiko" einst Nächte durchgekämpft (und von der Existenz und Lage Kamtschatkas erfahren); mit Schach gerungen (und die Endlichkeit des Talents erfahren); und natürlich auch "Catan" verfallen (und nichts erfahren, Spaß gehabt) … Was aber geblieben ist, ist das einfache Steineschieben: "Backgammon". Weil es regelmäßig mit im Urlaub war? Das Gefühl jedenfalls stellt sich zuverlässig ein beim Würfeln, Abzählen, Fahren, Würfeln, Abzählen, Fahren, Schmeißen: als wäre immer Sommer, mittags und draußen zu heiß, ein Genuss im Schatten – ein Siesta-Spiel, gemacht für die Ewigkeit. Natürlich kann mal der Puls hoch gehen, wenn der eigene Pasch genau zur falschen Zeit kommt oder das Gegenüber seinen geschlagenen Stein aufs einzig nicht blockierte Feld im Haus rauswürfelt und auch noch selber schmeißt … Aber klar, Glück! Da ist der Umgang mit Strategien selbst eher spielerisch. Kein Kämpfen, Ringen, Verfallen. Hier schmeicheln die flachen Steine in den Händen, das Geräusch der Würfel auf dem Brett stimmt, und meist lassen sich die Zahlen zu einem harmonischen Bild fügen …

"Canasta": Fest der Geduldigen

Miese in Gute verwandeln, Punkte fürs pure Nichtstun bekommen oder den totalen Sieg auf einen Streich verbuchen – das alles ist bei Canasta drin. Bei dem Spiel braucht man ein großes französisches Blatt und mindestens einen Mitspieler. Gute Nerven sind auch von Vorteil. Jeder Spieler versucht, die 5000-Punkte-Grenze zu knacken, bei der die Runde endet. Die Wege zum Ziel sind vielfältig – man bekommt für rote Dreier Punkte (pures Glück), für sieben Karten der gleichen Zahl (das ist dann der namengebende Canasta, der meist Geduld braucht) und fürs Ablegen seiner letzten Karte (die Weisen streiten, ob hier Taktik oder Glück öfter zum Ziel führt). Besonders empfehlenswert ist das Spiel zu viert. Dabei bilden die Spieler zwei Teams und dürfen zusammen spielen. Gnade der, die dabei erwischt wird, wie sie ihrer Teamkollegin zuzwinkert, welche Karten sie hat – das ist gegen die Regeln. Vorsichtige "Hinweis-Tritte" unter dem Tisch haben sich zum Glück als wirksame Alternative entpuppt. Empfehlenswert für alle, die den Würfel nicht mehr sehen können und es gerne komplexer haben. (nr)

"Mensch ärgere dich nicht": Der Klassiker mit Varianten

Der Sohn schlägt mit der flachen Hand auf den Holztisch: "Also, das glaube ich jetzt nicht!" Die deeskalierende Wirkung des Spieletitels hält sich in Grenzen. "Mensch ärgere dich nicht" ist der Klassiker unter den Spieleklassikern. Während des Lockdowns erneut Verkaufsschlager. Vielleicht liegt es daran: Es müssen nicht erst stundenlang Anleitungen studiert werden; die Spielregeln kann einfach jeder. Optimal also für die schnelle Spielrunde, die in unserer Familie nur noch in einer verschärften Variante gespielt wird. Die Regeln: Es herrscht Schlagzwang, vorwärts und rückwärts, das vermeidet Allianzen, hat aber zur Folge, dass auch über das eigene Ziel hinaus geschlagen werden muss – es drohen also Extrarunden. In den Eckfeldern kann quer über das Spielfeld gekreuzt werden. Das kann je nach Kreuzungspunkt Abkürzungen aber auch ordentlich Zusatzwege bringen. Für die ganz Harten: Schlagzwang über das Eckfeld hinaus. Da heißt es gut aufpassen und mitzählen! Wer’s verpennt, fliegt …

Natürlich ist "Mensch ärgere Dich nicht" auch unter den Empfehlungen. Aber anders...
Bild: Adobe.Stock

"Uno": wie Mau-Mau, nur cooler

"Uno" ist Standard im Reisegepäck vieler Familien: 1. Weil es klein und somit gut zu verstauen ist. 2. Weil es im Stau oder am Strand schnell zu spielen ist, ohne dass man fürchten muss, irgendwelche Spielfiguren beim Weiterfahren oder Weiterbaden am Straßenrand oder im Sand zurückzulassen. 3. Weil es kurzweilig ist. 4. Weil die Regeln so einfach sind, dass es sogar die ganz Kleinen schon verstehen. Für die ganz, ganz kleinen gibt es das Spiel inzwischen sogar mit Bildern statt mit Zahlen. Dann wird beispielsweise der gelbe Feuerwehrmann Sam auf den roten Feuerwehrmann Sam gelegt statt etwa eine gelbe Zwei auf eine rote. Nachdem "Uno" eines der meistverkauften Spiele ist, weiß jeder: Zahl oder Farbe muss übereinstimmen, wenn man eine Karte ablegen will. Uno ist wie Mau-Mau, aber cooler designed – und mit mehr Wunschkarten. Physik ist auch mit am Start: Fegt ein Verlierer vor Wut die bunten Karten vom Tisch, lernt man gleich etwas über Flugbahnen und Gravitation. In all den Jahren immer wieder lustig anzuschauen.

"Tac" - die perfekte Mischung

Das Spiel "Tac" wird gerne als neuer Klassiker verkauft, was eigentlich natürlich ein Widerspruch in sich ist: entweder neu oder Klassiker. In dem Fall aber trifft das Oxymoron die Sache dennoch: "Tac" nämlich ist so etwas wie ein "Klassiker-Best-of", eine Art Mischung aus Schach, Mau-Mau, Schafkopf und Mensch-ärgere-Dich-nicht. Was bedeutet: Man verfolgt eine Strategie, spielt mit Karten (Aussetzen bei 8) in Zweierteams und am Ende siegt vielleicht der Gegner durch unverdientes Glück. Das Team jedenfalls gewinnt, das nach mehreren Rundläufen auf dem Holzbrett alle Kugeln zuerst im Haus hat. Wie beim Schafkopf kracht es ab und an in den Zweierkombis: Meist, weil der eine Spieler nicht hellseherisch genug erkannt hat, was der andere vorhatte. Im letzten Urlaub kam es in einer Art Tac-Wahn so zum kurzzeitigen Zerwürfnis zwischen Großmutter und Enkeltochter – seitdem immer wieder erzählt. Genau wegen dieser "Weißt du noch, als …"-Geschichten" aber wird ein Spiel zum Klassiker!

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