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Premierenkritik
27.10.2019

So war die Premiere von „Giselle“ am Staatstheater Augsburg

Am Staatstheater Augsburg hat Ballettchef Ricardo Fernando den Klassiker „Giselle“ auf die Bühne gebracht.
Foto: Jan-Pieter Fuhr

Plus Ballettchef Ricardo Fernando gibt Adolphe Adams Klassiker „Giselle“ am Staatstheater Augsburg ein neues Gewand. Das passt nur teilweise.

Es ist eine Geschichte über die Sehnsüchte junger Menschen nach Freiheit und Liebe, über den Anspruch auf Selbstbestimmung, aber auch eine über den Schmerz, von dem geliebten Menschen ge- und enttäuscht worden zu sein – mit tödlichem Ausgang. Und letztendlich ist es eine Geschichte, die von einer selbstlosen Liebe erzählt, die auch über den Tod hinausreicht. Locker und leicht beginnt sie in volkstümlicher Szenerie, um ein schaurig-bedrohliches Ende in einem Zwischenreich von Leben und Tod zu finden. Universelle Themen also, tiefenpsychologisch aufgeladen noch dazu. Sie machen Adolphe Adams „Giselle“ zum Klassiker des romantischen Balletts, der seit seiner Uraufführung 1841 in Paris auf den Bühnen der Welt ein Publikumsrenner ist. Und dies umso mehr, als darin auch die Lust am Tanz thematisiert wird – in grandiosen Soli, Pas de deux und Ensemble-Formationen, die dem damals gerade aufkommenden Spitzentanz ein Fest geben. Viele zeitgenössische Choreografen fanden dafür eine zeitgemäße Bewegungssprache, verbanden das klassische Vokabular mit modernen Ausdrucksvariationen. Am bekanntesten ist wohl die Fassung des schwedischen Choreografen Mats Ek.

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