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Corona-Pandemie
25.01.2022

Kein Applaus für Söders neue Pläne für die Kultur

Nur noch 25 Prozent der Saalkapazitäten dürfen in Kulturveranstaltungen genutzt werden, es gilt Maskenpflicht und zusätzlich die 2G-Plus-Regelung.
Foto: Mercan Fröhlich

Teile der Kulturbranche fühlen sich von der Bayerischen Staatsregierung unverstanden – auch wenn der Freistaat jetzt plant, die Saalkapazitätsgrenze anzuheben.

Der Widersinn, wie der Kabarettist Wolfgang Krebs ihn beschreibt, ist offenkundig: Im voll besetzten Saal eines Wirtshauses sind 100 Leute beim Essen – es gilt die 2G-Regel, ohne Abstand, ohne Maske, ohne Schnelltest.

Sobald ein Musiker die Bühne betritt und zu spielen beginnt, müssen 75 Leute den Saal verlassen. Wer bleiben will, braucht, obwohl vollständig geimpft oder genesen, zusätzlich einen Schnelltest, muss Abstand halten und eine FFP2-Maske aufsetzen.

 

Seit Wochen laufen Kulturschaffende Sturm gegen diese Benachteiligung. Für diese Woche hat Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen in Aussicht gestellt. Sie sollen an diesem Dienstag im Kabinett beschlossen werden. Die 25-Prozent-Grenze für Besucherinnen und Besucher soll bei Kulturveranstaltungen auf 50 Prozent erhöht werden. Applaus aus der Szene wird er dafür aber wohl kaum erhalten.

Das Problem werden die Abstandsregeln, die weiterhin gelten

„Das klingt nur im ersten Moment super“, sagt Michael Klein, geschäftsführender Gesellschafter der Spectrum Gastronomie- und Veranstaltungs-GmbH in Augsburg. „Vom kleinsten Jazz-Club bis zur Kongresshalle in Augsburg bringt das keinerlei Erleichterung.“ Die Gründe: Zum einen könnten, sobald 50 Prozent Gäste zugelassen seien, die unverändert geltenden Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden. Zum anderen seien Kulturveranstaltungen auch mit 50 Prozent Auslastung nicht wirtschaftlich zu betreiben.

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Von einer „Scheindiskussion zur Unzeit“ spricht Bernd Schweinar, Geschäftsführer des Verbandes für Popkultur in Bayern. Er verweist auf rasant steigende Omikron-Inzidenzen und sagt: „Das Virus wird unser Handeln in den nächsten Wochen bestimmen.“ Die 25-Prozent-Quote sei weltfremder Quatsch gewesen, eine kosmetische Quotenerhöhung auf 50 Prozent helfe vielleicht staatlich subventionierten Bühnen oder Kinos, nicht aber der privaten Konzertbranche.

Weil für die Veranstalter die Gesundheit ihres Publikums „oberstes Gebot“ sei, plädiert er für andere Regeln: Zugang nur für Geboosterte, übergangsweise noch mit Maskenpflicht, aber ohne Tests, ohne Mindestabstand und unter Volllast. Vor allem aber wünscht er sich eine verlässliche mittelfristige Perspektive. Die Branche brauche einige Monate Vorlaufzeit, um überhaupt wieder ein Programm umsetzen zu können.

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