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Landsberg

16.09.2020

Angriff auf Polizisten im Klinikum: Prozess beginnt in Landsberg

Auch im vierten Stock des Landsberger Klinikums soll der Angeklagte Polizisten angegriffen haben.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Ein Betrunkener wird von der Polizei in die Psychiatrie nach Landsberg gebracht. Was sich zwischen den Beamten und dem Mann abgespielt hat, versucht man vor Gericht zu klären.  

Was stimmt, was ist gelogen? Das konnte am Amtsgericht in Landsberg in der Verhandlung gegen einen 39-Jährigen nicht abschließend geklärt werden. Der Mann, der in einer Gemeinde am Ammersee lebt, muss sich wegen zweier tätlicher Angriffe gegen Polizisten und wegen versuchter Körperverletzung verantworten. Richter Michael Eberle setzte einen Fortsetzungstermin an. Zudem werden weitere Zeugen geladen: zwei Polizisten und ein Zahnarzt.

In der Verhandlung hatten der Angeklagte und sein Verteidiger Florian Riggenmann die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Worum ging es: Im Januar hatte eine Polizeistreife den 39-Jährigen auf dem Boden schlafend vor einem Eingang zu einer U-Bahnstation in München aufgefunden. Der Mann war stark alkoholisiert (1,49 Promille) und wurde in eine Arrestzelle verbracht. Dort soll er mit Händen und Füßen gegen die Gitterstäbe getreten und seinen Kopf gegen die Wand geschlagen haben.

Ist der Mann an Händen und Füßen gefesselt?

Die Beamten brachten ihn daraufhin nach Landsberg in die kbo-Lech-Mangfall-Klinik im vierten Stock des Klinikums. So lauten die Vorschriften, wenn Gefahr droht, dass sich jemand absichtlich selbst verletzt, sagte Richter Michael Eberle. In der Klinik besorgten die Polizisten einen Rollstuhl, um den Mann in den vierten Stock zu bringen. Ob er dort an Händen oder Füßen gefesselt wurde, oder schon im Auto, darüber gingen die Meinungen im Gerichtssaal auseinander.

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Auch darüber, ob dem 39-Jährigen von den Polizisten gesagt wurde, dass sie ihn nach Hause fahren würden oder nicht. Er hatte offenbar angenommen, dass sie das tun würden. Da dem nicht so war, wollte der Mann einem der Beamten die Füße ins Gesicht schlagen, als der sich mühte, diese auf das „Trittbrett“ des Rollstuhls zu bugsieren. Es kam zu keinem Treffer.

Jetzt soll ein Zahnarzt Licht ins Dunkel bringen

Umstritten ist, was sich auf der Fahrt nach Landsberg im Polizeibus ereignet hatte. Einer der Beamten soll den Angeklagten nicht nur belehrt, sondern auch aufgefordert haben, „die Klappe zu halten“. Der 39-Jährige habe daraufhin seinerseits dem Polizisten gesagt, dass dieser seine Klappe halten solle. Schließlich soll bei dem Hin und Her eine Hand des Polizisten im Gesicht des Mannes gelandet sein. Ein Kollege des Polizisten sagte vor Gericht, dass dies kein richtiger Schlag gewesen sei. Allerdings: Die Oberlippe des 39-Jährigen soll geblutet haben.

Rätselraten gab es vor Gericht zudem über zwei gebrochene Schneidezähne des Angeklagten. Die soll er sich bei einem Missgeschick mit einer 85-jährigen Frau verletzt haben, die der Mann betreut. Er sagt, dass sie ihm aus Versehen eine Kaffeetasse aus der Hand geschlagen und dabei die Zähne getroffen habe. Verteidiger Florian Riggemann folgert, dass dabei ein paar Zähne gelockert wurden und nach dem Schlag des Polizisten endgültig zu Bruch gegangen seien. Licht in das Dunkel soll der Zahnarzt bringen, der den Angeklagten behandelt hat. Denn seit dem Vorfall trägt der 39-Jährige ein künstliches Gebiss.

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