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Windach

30.03.2019

Delo-Radweg: Windach tritt auf die Bremse

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2 Bilder
Die Pläne für den Bau eines Radwegs von der Firma Delo (Schöffelding) nach Windach und Eresing stehen vor dem Aus.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Der geplante Radweg zum Klebstoffhersteller war dem Landratsamt ein wichtiges Anliegen. Warum die Gemeinde Windach diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung macht.

Sie hätte ein Aushängeschild für einen klimafreundlicheren Verkehr im Landkreis werden können: die Radweg-verbindung vom Klebstoffhersteller Delo in Schöffelding mit Eresing und Windach. Doch daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Der Windacher Gemeinderat hat das Vorhaben jetzt gestoppt – und zwar mit 8:7 Stimmen. Bei Rainer Mahl, dem Sachgebietsleiter für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung im Landratsamt, ist die Enttäuschung groß. „Es wäre eine der wichtigsten Maßnahmen gewesen, wir wollten zu einem der größten Arbeitgeber im Landkreis eine Radwegverbindung schaffen“, sagt er.

Denn, so das Kalkül im Landratsamt, wenn das Rad wirklich als Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen soll, dann müsse es auch verstärkt auf dem Weg zum Arbeitsplatz zum Einsatz kommen – und nicht nur bei der Feierabendtour zum nächsten Biergarten. Seit mehr als zwei Jahren beschäftigte das Vorhaben bereits das Landratsamt und die Gemeinde Windach. Im Herbst hätte vielleicht mit dem Radwegbau begonnen werden können. Die für den Weg zwischen Delo und Eresing notwendigen Grundstücke seien bereits erworben worden, berichtet Mahl. In Richtung Windach hätte nur ein kurzes Stück Feldweg asphaltiert werden müssen, ein Großteil der dortigen Strecke ist bereits als asphaltierter Weg an der Nordseite der Autobahn vorhanden. Er setzt sich dann durch eine Unterführung zur Burgleitenstraße nach Windach fort.

Der Naturschutz stellt ein Problem dar

Ein 167.000-Euro-Zuschuss des Projektträgers Jülich sei bereits bewilligt gewesen, weil ein solcher Radwegbau als „Klimaschutzmaßnahme“ gelte. Der Radweg hätte nicht nur die beiden Nachbarortschaften mit dem Delo-Firmengelände verbunden, sondern auch Geltendorf und die dortige Endstation der S-Bahn. Eine offene Flanke gab es jedoch noch: den Naturschutz. Bis zum Herbst hätte noch ein landschaftspflegerischer Begleitplan und eine faunistische Kartierung erstellt werden müssen, so Mahl. Beides hätte Aufschluss darüber gegeben, inwieweit der Radwegbau bestimmte Tierarten wie den Rotmilan, die Haselmaus oder Zauneidechsen beeinträchtigen könnte und welche Ausgleichsmaßnahmen gegebenenfalls erforderlich werden könnten.

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Ein Anlieger ist strikt dagegen

Genau aus dieser Richtung kamen nun auch die Bedenken aus dem Windacher Gemeinderat, berichtet Bürgermeister Richard Michl. Ein paar Gegner hatte der 2,8 Kilometer lange Radwegbau für geschätzte Kosten von rund einer halben Million Euro seit jeher im Gemeinderat. So wurde schon anfangs argumentiert, dass nur wenige Radler Richtung Delo fahren würden. Wichtiger wären für Windach aber Radlertrassen in Richtung Finning oder Ammersee. Auch die zusätzliche Versiegelung wurde als Argument gegen den Delo-Radweg ins Feld geführt. Als im Herbst im Gemeinderat der landschaftspflegerische Begleitplan beauftragt wurde, war die Zahl der Radweg-Gegner schon auf fünf angewachsen.

Auch der Eigentümer des Burgleitenwalds, an dem der Delo-Radweg teilweise vorbeiführen würde, wehrte sich gegen das Projekt. Ein solcher Eingriff in die Natur sei nicht akzeptabel, sagte er im November im Gemeinderat. Der Waldbesitzer fürchte negative Folgen für die Jagd und auch einen erhöhten Aufwand für die Verkehrssicherungspflicht, berichtete jetzt Bürgermeister Michl.

Es könnte an den Grundstücken scheitern

Ob und wie der Delo-Radweg doch noch verwirklicht werden könnte, weiß Rainer Mahl momentan nicht. Umstritten ist vor allem der Ast nach Eresing. Diesen entlang der Straße zu bauen, wie dies der Waldbesitzer vorschlägt, hält Mahl nicht für machbar. Da brauche man von sehr vielen Grundstückseigentümern Flächen, und wenn nur einer nicht bereit sei, etwas zu verkaufen, sei so ein Projekt blockiert. Fehlende Grundstücke bremsten nämlich den Radwegbau schon andernorts im Landkreis: Mahl nennt als Beispiel die Staatsstraße zwischen Schwabhausen und Kaltenberg. Wegen einer fehlenden Fläche gehe dort nichts weiter.

Gebaut werden könnte aber zumindest das Teilstück zwischen Windach und Delo, deutet Bürgermeister Michl an. Denn die Gemeinde habe durchaus ein Interesse daran, Schöffelding und Windach mit einem Radweg zu verbinden. Der Burgleitenwald würde davon kaum beeinträchtigt und es könnte auch darauf verzichtet werden, den bisherigen Feldwegabschnitt zu asphaltieren, sagt Michl. Eine wassergebundene Decke würde auch genügen.

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