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24.09.2010

Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt

Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt
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Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt

Landsberg, Unterwössen "Widerstreit und Aufbruch" heißt eine Installation des Holzbildhauers. Seine Skulpturen beschäftigten sich immer mit dem Menschen und fesseln durch die ganz eigene Formensprache den Blick des Betrachters. Es gibt viel zu sehen. Zerklüftete Menschen, deren Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit Andreas Kuhnlein betont, abstrakte Objekte.

Der Künstler ist für den Ellinor Holland Kunstpreis des Landsberger Tagblatts nominiert, der am Samstag, 25. September, ab 21.15 Uhr im Rahmen der 10. Langen Kunstnacht überreicht wird.

Auch im Landkreis Landsberg ist der Unterwössener Künstler sehr präsent. Seine Werke waren schon in Dießen im Fritz-Winter-Atelier, im Kloster St. Ottilien und sind nun im Landsberger Stadtmuseum zu sehen. Seine Werke haben eine außerordentliche, nicht wiederholbare Note. Jedes Werk ist ein Unikat und zeigt ein Spiegelbild der Gesellschaft. So findet der Betrachter in den zerklüfteten Holzskulpturen sich selbst wieder, und zwar ganzheitlich mit allen Schmerzen, Freuden, Hoffnungen, Gebrochenheiten, offenen Fragen und versteckten Botschaften.

Die Methode, tote Holzstämme mit der Motorsäge künstlerisch zu bearbeiten, findet sich inzwischen vielerorts wieder. Die Einzigartigkeit von Kuhnleins Skulpturen zeichnet sich durch die zerklüfteten Oberflächen aus.

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Geboren und aufgewachsen ist Andreas Kuhnlein auf einem Bauernhof in Unterwössen im Chiemgau. Er absolvierte eine Schreinerlehre, ging aber nach seinen Gesellenjahren zum Bundesgrenzschutz. Hier war er in den 1970er-Jahren in der Terrorbekämpfung eingesetzt. Er war mit der RAF, Schleyer-Entführung und Anti-Atomkraft-Demonstrationen konfrontiert. 1981 schied er aus dem Polizeidienst aus, übernahm die Landwirtschaft seiner Tante und arbeitete im Nebenerwerb in einem Schreinerbetrieb. In diesem Lebensabschnitt erkannte er die Kunst für sich. Kuhnlein begann zu schnitzen und entdeckte sein Gefühl für Proportionen. 1983 machte er sich als Schnitzer selbstständig und ist seit 1990 freischaffender Bildhauer. Bis heute hatte er weit über hundert Einzelausstellungen und mehr als hundert Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Kürzlich bekam er den Oberbayerischen Kulturpreis überreicht. (lt)

Ausstellung Kuhnleins Werke sind auch nach der Kunstnacht noch im Landsberger Stadtmuseum zu sehen. Auf den Seiten 27 und 28 in dieser Ausgabe finden Sie einen Plan, auf dem alle bei der Stadt gemeldeten Künstler verzeichnet sind.

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