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Fußball

12.02.2020

Der Türkheimer Philipp Beigl arbeitet für den Profi-Traum

Philipp Beigl ist inzwischen Profi-Fußballer in den USA. Der 27-jährige Torhüter steht in New Mexico unter Vertrag, von 2016 bis 2018 spielte er in Landsberg.
Bild: Beigl

Plus Philipp Beigl hütete schon in Memmingen und Landsberg das Tor. Nun kämpft der 27-Jährige um einen Stammplatz bei einem Zweitligisten – in den USA.

Rio Grande, Santa Fe, Albuquerque – das klingt nach Western, da denkt man sofort an John Wayne, Indianer, Klapperschlangen und Wüste, aber eigentlich nicht an Fußball. Und doch ist im Bundesstaat New Mexico im Südwesten der USA der große Traum eines ehemaligen Landsbergers in Erfüllung gegangen: der Traum von Philipp Beigl.

Der Torhüter ist jetzt, eineinhalb Jahre nach seinem Abschied vom TSV, ganz offiziell Profi bei New Mexico United (Sitz in Albuquerque) in der USL Championship, der zweiten amerikanischen Fußball-Liga. „Ich lebe jetzt mitten in der Wüste“, sagt er. „Und ich kann von dem, was ich hier verdiene, leben. Auch wenn die deutsche dritte Liga lukrativer als die amerikanische zweite Liga ist...“

Beigl musste lange warten, bis er spielberechtigt war

Es hat lange gedauert, bis „Beigo“ trotz Zweijahresvertrags endlich spielberechtigt war. „Ich habe das erste Jahr lang nur trainiert und gerade mal zwei Freundschaftsspiele gemacht“, erzählt der 27-Jährige. Schuld waren Visa-Probleme und eine verpasste Frist. „Zum Glück hab’ ich damit jetzt nichts mehr zu tun“, freut sich der frühere Regional- und Bayernliga-Keeper.

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Der Grund: Im November hat er seine amerikanische Freundin Margo geheiratet, eine Krankenschwester, die er in der Dominikanischen Republik kennengelernt hat. Dadurch ist er jetzt ein „permanent resident“, also ein dauerhafter Bewohner der USA, der keine der sieben „Visa-Plätze“ blockiert, die jeder Verein hat. „Durch die Hochzeit ist alles gut geworden – und zwar in jeder Hinsicht“, freut sich der gebürtige Türkheimer.

Die Stadt liegt sehr hoch

Und wieso gerade New Mexiko? „Ein Zufall“, sagt er beim Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt – bei knapp 20 Grad in T-Shirt und kurzer Hose. Beigl hat bei mehreren US-Vereinen vorgespielt, ehe es ihn in die Heimat seiner Schwiegermutter zog: Die kommt aus Iowa, lebt aber seit 17 Jahren in Albuquerque. „Ich habe erfahren, dass da eine neue Mannschaft gegründet wird, ich wurde zum Probetraining eingeladen und habe sofort gemerkt: Das passt. Mein Bauchgefühl sprach für New Mexico. Und sie haben gleich gesagt: Wir wollen dich.“

Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Dort leben Philipp und Margo jetzt in einem Häuschen mit kleinem Garten außerhalb der 560.000-Einwohner-Stadt auf über 1600 Metern Höhe. In der höchstgelegenen Großstadt der USA hatte der Torwart erst mal so seine Probleme: „Ich habe zwei Monate gebraucht, bis ich mich an diese Höhe gewöhnt hatte. Man ist schnell müde und außer Atem, leidet unter Kurzatmigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen und spürt plötzlich die Beine nicht mehr“, verrät er. Mittlerweile hat sich Philipp Beigl an die klimatisch-geografischen Bedingungen in der neuen Heimat gewöhnt. „Die Fitness passt jetzt“, ist sich der Torhüter sicher.

Im März beginnt die neue Saison

Das sind die besten Voraussetzungen, um richtig anzugreifen und den Konkurrenzkampf mit Cody Mizell, dem bisherigen Stammkeeper, aufzunehmen: „Ich werde alles geben, will meine Chance nutzen und den Coach sowie den neuen Torwarttrainer überzeugen“, verspricht Beigl. „Ich habe die Liga und alle Torhüter jetzt ein Jahr lang intensiv verfolgt und beobachtet. Da kann ich mithalten, da brauche ich mich nicht zu verstecken. Ich bin mir sicher, dass ich eine Zukunft in dieser Liga habe“, gibt er sich selbstbewusst.

Bild: Beigl

Die neue Saison beginnt für New Mexico United und seine deutsche Nummer 18, die inzwischen „im Kopf von Englisch auf Deutsch“ übersetzt, wenn ein Anruf aus der Heimat kommt, am 8. März in Austin. Bis dahin muss Beigl noch abseits des Fußballplatzes büffeln: „Ich muss einen neuen Führerschein machen.“

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