1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Landsberger Osterbotschaft im Angesicht des Terrors

Landsberg

22.04.2019

Die Landsberger Osterbotschaft im Angesicht des Terrors

Die Ostermesse im Marienmünster mit Pfarrer Josef Kirchensteiner.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Dunkelheit erlebt man tagtäglich. Wie drei Pfarrer aus dem Landkreis den Gläubigen helfen wollen.

Es geht um Freude, Hoffnung und Zuversicht in den christlichen Ostermessen auf der ganzen Welt. Jesus ist auferstanden. Ein Grund, Trauer und schwere Gedanken zu überwinden. Keine leichte Aufgabe für die Pfarrer der Region, die auch auf die Vorkommnisse in Sri Lanka oder Notre-Dame eingingen.

Pfarrer Josef Kirchensteiner, Dießen: Für ihn ist Jesus „bei aller Dunkelheit, die wir tagtäglich erleben, gerade besonders nah.“ Kirchensteiner lässt sich dabei sehr stark vom Gefühl und dem aktuellen Geschehen leiten. Was beschäftigt die Menschen, was sind die Lasten, die sie zu tragen haben und wie gehen sie damit um. „Wir schreiben zum Beispiel am Karfreitag unsere Probleme und Ängste, die uns belasten, auf Zettel und legen sie am Kreuz ab“, erzählt er. Dann wurden die Zettel ins Osterfeuer geworfen, „ins Licht“, wie er es nennt, dass die Sorgen aufnimmt, sie den Menschen symbolisch abnimmt.

Nach der Predigt noch ein Witz

Doch bei all dem Streben nach dem Glück, nach Hoffnung und Freude, spart er aktuelle Geschehnisse wie das jüngste Busunglück in Madeira, die Missbrauchsfälle sowohl in der Kirche wie im alltäglichen Leben oder die Ereignisse in Sri Lanka nicht aus. In der Karfreitagsfürbitte wurden auch Gedanken zu dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre Dame in Paris verlesen. Damit seine Gottesdienstbesucher aber nicht zu nachdenklich den Heimweg antreten, hat der Geistliche schon seit 20 Jahren einen Ritus: das Osterlachen. Josef Kirchensteiner: „Ich erzähle am Ende des Ostergottesdienstes immer zwei oder drei Witze.“

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Michael Zeitler, Stadtpfarrer von Landsberg: Er beginnt die Osterpredigt mit einer Geschichte: „Ein Pfarrer soll einmal gesagt haben: ’Christus ist auferstanden, Halleluja. Ja, er ist wahrhaft auferstanden! – Aber ihr glaubt es ja doch nicht. Amen.’“ Eine kurze Predigt, die laut Michael Zeitler auch aus dem Mund einer besonderen Frau stammen könnte: Maria Magdalena. Ihr folgte der Pfarrer in Gedanken auf dem Weg ans Grab Jesu, denn sie sei ja keine geringere, als die erste Zeugin der Auferstehung gewesen.

Zeugin der Auferstehung

Es müsse höchst verwirrend gewesen sein, was Maria und die anderen Frauen erlebt haben, als sie dort am Grab angekommen sind: Der Stein war weggewälzt und der Leichnam Jesu verschwunden. Marias Gesichtszüge hätten wohl verraten, was ihr durch den Kopf gegangen sei: Das kann doch alles gar nicht sein, das ist doch unmöglich ... Wenn es unmöglich sei, so Michael Zeitler, warum habe sich Maria nicht auch wie die anderen Jünger aus dem Staub gemacht? „Warum“, so seine Frage an die Gottesdienstbesucher, „sind sie hierhergekommen, wenn es doch so unmöglich klingt, was uns die Osterbotschaft verkündet?“ Vielleicht, weil jeder, trotz aller Hoffnungslosigkeit, hoffen möchte? Hoffen, dass mit dem Tod nicht alles aus und vorbei sei?

Botschaft gegen alle Widerstände weitergeben

Maria Magdalena aber sei zur Zeugin der Auferstehung geworden – nicht, weil sie sah, sondern, weil sie glaubte. Diese Erkenntnis, so Zeitler, konnte und durfte sie nicht für sich behalten, sie muss sie weitergeben. „Maria Magdalena lehrt uns, gegen alle Widerstände hinweg, den Glauben an die Auferstehung zu verkünden.“ Weltweit erfahre man oft genug, dass man für den Glauben belächelt oder sogar angefeindet wird. Dass das leider grausame Realität ist, zeigen die Bilder von Sri Lanka, wo bei zahlreichen Bombenexplosionen während der Ostergottesdienste über 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Bei solchen Nachrichten könnte man den Kopf hängen lassen und sich zur Grabesruhe zurückziehen. Doch genau das wolle die Osterbotschaft nicht. Die Botschaft von Ostern will gegen alle Widerstände weitergegeben werden – das sei der Auftrag. Weitergegeben, damit es eben nicht beim Amen der kürzesten Osterpredigt bleibt.

Helmut Friedl, Kaufering: Pfarrer Helmut Friedl machte sich Gedanken um das Christsein und was es bedeutet, den eigenen Glauben zu leben. Dass es durchaus Christen gebe, für die sich das Christsein in Ritualen erschöpft: Ein Rosenkranz am Rückspiegel des Autos, ein Kreuzchen um den Hals. Wiederum andere verbänden mit dem Christsein nur Gebote und Verbote und empfänden kaum Freude daran. Doch gerade Ostern vermittle die frohe Botschaft: Jesus lebt.

Auch heute noch inmitten der Gesellschaft. Und das müsse sich bemerkbar machen, auch in allem Gottesdiensten, in denen, so merkt der Pfarrer durchaus selbstkritisch an, teilweise zu wenig Lebensfreude zum Ausdruck komme. Doch genau das, die Lebensfreude („Jesus ist da“) vermittle das Osterfest.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren