1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Die Verbraucher als Verlierer?

Landwirtschaft

19.07.2014

Die Verbraucher als Verlierer?

Milchbauern wehren sich gegen Freihandelsabkommen

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union ist auch bei den Milchbauern in der Region ein großes Thema. Beim Milchbauernabend in Apfel-dorf sprachen unter anderem der ehemalige Europaabgeordnete Bernd Posselt sowie Sieta van Keimpema, Vorsitzende des niederländischen Milchbauernverbandes DDB und Vizepräsidentin des European Milk Board, und Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Präsident des European Milk Boards, über das Thema. Organisiert worden war der Abend vom Landkreis-Ableger des BDM und dessen Vorsitzenden Herrmann Dempfle.

Aus dem ganzen Oberland war die „Millibauernmusi“ zusammengekommen, die unter dem Dirigenten Mathias Nebl den Abend über zünftig aufspielte. Grußworte von Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple folgten. Er wünschte der BDM weiterhin Geduld und „Kampfeslust“ für die Sache der Milchpolitik. Landrat Thomas Eichinger stellte bildlich den Landkreis vor, die „lebenswerten und schönen Lechraingemeinden“.

Sieta van Keimpema bezeichnete das Freihandelsabkommen anschließend als „Wirtschaftsfaschismus“. Die Gewinner dabei seien die Großkonzerne, die Verbraucher die Verlierer. Hinter verschlossenen Türen werde seit geraumer Zeit verhandelt. Die Erträge kämen erst 2027, bis dahin koste das Ganze 60 Milliarden Euro, sagte die Rednerin, deren Argumente mit großem Applaus gewürdigt wurden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Vorsitzende des BDM und Präsident des European Milk Board, Romuald Schaber, stimmte seiner Vorrednerin zu. Er warb zudem vehement für die Beibehaltung von Kriseninstrumenten beim Milchmarkt. Der größte „Bremsklotz der EU“ sei die deutsche Bundesregierung, sagte Schaber, der klar Position gegen eine Liberalisierung der Märkte bezog. Die Länder Australien und Schweiz brachte Schaber dabei als Negativbeispiele. So würde die Schweiz mittlerweile mehr Käse importieren als exportieren. Dabei warnte er auch vor einem starken Preisverfall. Er stellte stattdessen ein dreistufiges Kriseninstrumentarium vor und meinte abschließend: „Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen.“ In eine andere Richtung argumentierte Bernd Posselt, der als Ersatz für den erkrankten Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler gekommen war. Seiner Meinung nach ist das Freihandelsabkommen positiv.

Die Millibauernmusi spielte noch ein paar Stunden gute Unterhaltungsmusik und an so manchem Tisch wurde das Gehörte heftig ausdiskutiert. (klö)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren