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Dießen

30.09.2020

Die Verkehrsdemo in Dießen am Donnerstag fällt aus

Die Verkehrssituation in der Herrenstraße (Bild) und Hofmark in Dießen sorgt gerade wieder für intensive Debatten. Eine für Donnerstag angekündigte Demonstration wird jetzt jedoch verschoben.
Bild: Stephanie Millonig/Archiv

Plus Die für Donnerstag geplante Protestaktion auf der Herrenstraße und der Hofmark in Dießen muss verschoben werden. Es gibt auch schon politischen Gegenwind für die Initiatoren.

Die bereits in Dießen für Donnerstagnachmittag angekündigte Demonstration zur Verkehrssituation im Ortszentrum findet jetzt doch nicht statt. Polizei, Landratsamt und Veranstalter Peter Kaun junior erklärten, die Versammlung auf der Herrenstraße und Hofmark werde um eine Woche auf Donnerstag, 8. Oktober, verschoben. Welche Gründe haben jetzt zu der kurzfristigen Verlegung geführt?

Man habe es in der Kürze der Zeit nicht geschafft, eine verkehrstechnische Lösung für die Demonstration, die auch auf der Fahrbahn stattfinden soll, zu finden, erklärt Kaun. Dazu müssten Herrenstraße und Hofmark zwei Stunden gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Der Pkw-Verkehr könne zwar die innerörtlichen Ausweichrouten benutzen, nicht jedoch der Schwerlastverkehr. Dieser müsse großräumig umgeleitet werden, und die Alternativstrecken müssten auch entsprechend ausgeschildert werden, so der Sprecher des Landratsamts, Wolfgang Müller. Solche Umleitungen erforderten zudem eine förmliche „verkehrsrechtliche Anordnung“, die eines mehrtägigen Vorlaufs bedürfe, berichtete Müller aus dem am Mittwochvormittag stattgefunden und einvernehmlich verlaufenem „Kooperationsgespräch“ zwischen Veranstalter, Polizei, Marktgemeinde und Landratsamt.

Was SPD-Gemeinderat Patrik Beausencourt an der Aktion kritisiert

Unterdessen gibt es auch politischen Gegenwind zu der nunmehr um eine Woche verschobenen Protestaktion und den damit verbundenen fünf Forderungen der Initiatoren. SPD-Gemeinderat Patrik Beausencourt meldete sich dazu in einem umfangreichen Facebook-Post zu Wort. Er könne zwar solche Anliegen grundsätzlich verstehen, die Aufmachung sei allerdings „etwas plakativ“, sagte er dem LT.

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Zur geforderten dauerhaften Überwachung der Geschwindigkeit macht Beausencourt darauf aufmerksam, dass ein fest installierter Blitzer oft zu wenig bringe, da dann lediglich an dieser Stelle gebremst werde und der Brems-/Beschleunigungslärm intensiver wäre. Zudem sei das Aufstellen stationärer kommunaler Blitzeranlagen in Bayern erst seit 1. Mai überhaupt zulässig.

Die Sache hat auch eine persönliche Komponente

Skeptisch ist Beausencourt auch, wie die sogenannte „Poserszene“, also Fahrzeugführer, die besonders laut und schnell unterwegs seien, konsequenter verfolgt werden können, liege doch die Polizeiinspektion in Dießen bereits ideal in der Hofmark. Und um eine weitere Begrenzung der Schallemissionen von Fahrzeugen zu erreichen, wäre nach Beausencourts Dafürhalten eine Demonstration vor dem Bundestag oder Landtag sinnvoller. Die Forderung, permanent den Verkehrslärm zu überwachen, höre sich zwar schlüssig an, doch, so fragt sich der SPD-Gemeinderat, was wäre die Folge, wenn eine zu große Lautstärke festgestellt werden würde? „Reduzierung der Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer? Sperrung der Hofmark/Herrenstraße?“

Der Gastro-Unternehmer Peter Kaun junior (links) und der Café-Betreiber Klaus Zwettler organisieren eine Demonstration, die am Donnerstagnachmittag auf der Herrenstraße und der Hofmark auf die Verkehrssituation in der Dießener Ortsmitte aufmerksam machen soll.
Bild: Gerald Modlinger

Außerdem merkt Beausencourt an, es wäre „konsequenter gewesen, die Demo am Mittwoch zwischen 8 und 14 Uhr zu veranstalten und interessant wäre auch, „dieses Verkehrsbewusstsein auf die Johannis-/Lachener Straße an den Tagen des Flohmarktes zu übertragen". Zum Hintergrund: Mittwochs findet auf dem Kaun-Grundstück an der Ecke Herren-/Von-Eichendorff-Straße in Dießen der Viktualienmarkt statt, außerdem ist Kaun Veranstalter des Flohmarkts. Er war von 2002 bis 2008 auch Gemeinderatsmitglied für die SPD, ist jedoch laut Beausencourt schon mehrere Jahre nicht mehr Mitglied des Ortsvereins. Beide Seiten hatten sich im Streit getrennt.

Was in der Vergangenheit passiert ist

Im Übrigen, so Beausencourt abschließend, sei durchaus einiges passiert, um die Verkehrssituation in der Herrenstraße und Hofmark zu verbessern. Er verweist auf die Vorampel vor der Markplatz-Kreuzung, Tempo 30 und die Fußgänger-Versuchsampeln, die jedoch nicht im erforderlichen Maße genutzt worden seien. Auch jetzt fänden wieder Gespräche zwischen Gemeinde und Staatlichem Bauamt statt.

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