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Landsberg

18.06.2016

Draußen Demonstranten, drinnen Höcke

Zur AfD-Veranstaltung im Sportzentrum Landsberg hatten sich zahlreiche Gegendemonstranten, unter anderem von der Verdi Jugend Augsburg, versammelt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Friedlicher Protest zur Afd-Veranstaltung am Sportzentrum. Zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort

„Solidarität mit allen Geflüchteten“, „Refugees welcome“, „Kein Mensch ist illegal“ und „Landsberg bleibt bunt – Vielfalt statt Hass“. Das war unter anderem auf den Bannern der Demonstranten und – mit Kreide auf den Boden gezeichnet – am Freitagabend vor dem Landsberger Sportzentrum zu lesen. Drinnen, in der bestuhlten Wandelhalle, sprach Afd-Mann Björn Höcke vor etwa 100 Zuhörern unter anderem über den 17. Juni 1953 – den Tag des Volksaufstandes gegen das Regime in der ehemaligen DDR.

Nach der Demo auf dem Hauptplatz und der Kundgebung des Bürgerbündis gegen Rechts am Nachmittag zog die Verdi-Jugend Augsburg Richtung Sportzentrum, um dort gemeinsam mit weiteren Demonstranten – insgesamt waren es am Abend rund 150 – gegen die Veranstaltung zu protestieren. „Wir wollen klar machen, dass die Afd im Allgemeinen und Höcke im Besonderen bei uns nirgendwo willkommen sind“, hieß es dazu auf der Facebookseite der Verdi-Jugend. Man hoffe auf ein „starkes, friedliches Zeichen gegen die Afd und für eine solidarische, friedliche Gemeinschaft“, so die Verdi-Jugend.

Friedlich und ohne besondere Vorkommnisse ging der Abend dann auch vorüber, was die Polizei, die mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort war, dem LT bestätigte. Höckes Vortrag wurde außen begleitet von Sprechgesang und Pfiffen der Demonstranten, die zu Beginn der Afd-Veranstaltung den Platz direkt vor der Wandelhalle räumen mussten, um sich ein Stück weiter unter zu platzieren.

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Höcke, Fraktionsvorsitzender der Afd im Thüringer Landtag, sprach indes von „dikatorischen Zuständen, die wir in Deutschland schon fast wieder erreicht haben“, von „Betonkommunisten ganz links“ und „Zeitgeistkastrierten von der CDU“, von Diffamierung der Afd-Mitglieder und einem „drohenden Kultur- und Zivilisationsbruch historischen Ausmaßes durch die Zuwanderung aus Afrika und dem arabischen Raum“. Man müsse in Deutschland „mit erhobenem Haupt, aufrechtem Gang und klarem Blick in eine selbstbestimmte Zukunft gehen“, so Höcke.

Zwischendrin musste eine junge Zuhörerin den Saal verlassen, weil sie sich nicht für die Veranstaltung angemeldet hatte und eine weitere Gruppe junger Leute verließ freiwillig und pfeifend den Raum, als draußen der Demonstrationszug eintraf. „Schade“, kommentierte Höcke dazu, „die hätten hier noch einiges erfahren, was sie von ihrem eigenen Geschichtslehrer noch nie gehört haben“. Draußen stimmen die Demonstranten derweil einen anderen Sprechgesang an: „Eure Kinder werden so wie wir.“

Gegen Ende der Afd-Veranstaltung hielt Raffael Sonnenschein vom Verein Integrationshilfe LLäuft, der im Publikum saß, ein Schild mit der Aufschrift „Nie wieder!“ in die Höhe. Von Securitys im Saal wurde er sofort daraufhin hinauskomplimentiert. Als der LT-Fotograf diese Szene mit seiner Kamera festhalten wollte, stand ein Herr mit weißer Armbinde (Aufschrift: „Ordner“) auf und hielt dem Fotografen das Kameraobjektiv energisch mit der Hand zu.

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