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Egling

09.04.2021

Eglings Rathauschef kämpft für Radweg nach Prittriching

Eglings Bürgermeister Ferdinand Holzer kämpft seit Jahren für den Ausbau eines Feldwegs zum Radweg. Im Prittrichinger Gemeinderat findet sich dafür allerdings keine Mehrheit.
Foto: Daniel Weber

Plus Ein Feldweg verbindet Egling und Prittriching. Über dessen Ausbau wird schon lange diskutiert. Auch hohe Fördergelder überzeugen die Burchinger nicht.

Auch wegen der Corona-Krise steigen immer mehr Menschen aufs Rad. Richtig Spaß macht es mit einem guten Radwegenetz. Das könnte zwischen Egling und Prittriching momentan verhältnismäßig kostengünstig ausgebaut werden. Doch der Feldweg „Hattenhofer Weg“ ist schon lange ein Diskussionspunkt zwischen den beiden Gemeinden – und sorgte nun für eine weitere Diskussion im Prittrichinger Gemeinderat.

Bereits im November 2019 war ein Versuch, den Feldweg auszubauen, am Veto des Prittrichinger Gemeinderats gescheitert (das LT berichtete). Inzwischen waren Kommunalwahlen (Frühjahr 2020), die Gremien in beiden Gemeinden sind neu besetzt und in Prittriching sitzt mit Alexander Ditsch ein neuer Bürgermeister am Ratstisch.

Egling und Prittriching finden kein gemeinsames Konzept

Und dennoch gab es wieder keine Einigung zum Ausbau des Feldwegs „Hattenhofer Weg“ zum Radweg zwischen Egling und Prittriching. Die Gemeinderäte der beiden Lechraingemeinden konnten sich auch im zweiten Anlauf nicht auf ein gemeinsames Konzept verständigen. So wird wohl der Wirtschaftsweg zwischen den beiden Orten nicht ausgebaut und zum Radweg gewidmet werden.

Die Initiative zum Radwegebau hatte, heute wie seinerzeit, Eglings Bürgermeister Ferdinand Holzer ergriffen. Rainer Mahl, als Sachgebietsleiter Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung beim Landratsamt auch für den Radwegeausbau zuständig, hat in beiden Gemeinderäten für den Ausbau der etwa 2,5 Kilometer langen Strecke geworben und hat sich dabei auch den kritischen Fragen der Gemeinderäte gestellt.

Eine Querverbindung zwischen den Fernradwegen an Paar und Lech

Mahl sprach davon, dass durch die Verbreiterung sowie die Asphaltierung des Weges eine Verbesserung für die Alltagsradler beider Gemeinden zu erreichen wäre und stellte die Einbindung in das Radwegenetz des Landkreises für Freizeitradler dar. Mit dem Ausbau werde auch eine Querverbindung zwischen den Fernradwegen an der Paar und dem Lech erreicht.

Neben Aspekten des Klimaschutzes zeigte Rainer Mahl auch Fördermöglichkeiten für das Projekt auf. Auf rund 260000 Euro werden die Kosten für den Ausbau geschätzt. Je nach Fördertopf sind Zuschüsse von 80 Prozent, Programm Stadt und Land, alternativ 50 Prozent über die Projektgruppe Jülich zu erwarten.

Der Anteil beider Gemeinden berechnet sich aus dem jeweiligen Flächenanteil. Rund 750 Meter liegen auf Eglinger Flur, was zu einem Kostenanteil zwischen knapp 16000 und 29000 Euro führen würde. Für die 1,75 Kilometer auf Prittrichinger Seite wären Kosten zwischen gut 36000 und 67000 Euro zu erwarten. Der Landkreis würde sich mit rund 34000 Euro an der Finanzierung beteiligen. Kosten für Grunderwerb fielen nicht an, da auch im Falle einer Verbreiterung des Weges der Boden Eigentum der beiden Gemeinden bleibe.

Prittrichinger fürchten Folgekosten

Wie schon im Herbst 2019 wurde von einigen Prittrichinger Gemeinderäten die Sinnhaftigkeit eines Ausbaues grundsätzlich infrage gestellt. Neben den doch bemerkenswerten Baukosten befürchten die Kritiker unter anderem auch Folgekosten für den Unterhalt, Probleme beim Winterdienst sowie die Gefahr, dass die Verbindung zu einer „Rennstrecke“ mutiere und in der Folge Konflikte zwischen landwirtschaftlichen Maschinen, Pkw und Radlern auftreten könnten. „So günstig bekommen wir nach Egling keinen Radweg mehr“, führte Martin Rupp als Argument ins Feld, konnte damit aber die Grundhaltung vieler Ratskollegen nicht gänzlich ändern.

Hatten sich die Gemeinderäte in Egling bei zwei Gegenstimmen mit großer Mehrheit für den Ausbau zum Radweg entschieden, konnte Ditsch in Prittriching keine Mehrheit für die Asphaltierung des Feldweges von der Kirchbergstraße bis nach Hattenhofen hinter sich vereinigen. Mit einer Mehrheit von 9:6 Stimmen votierte der Gemeinderat gegen das Vorhaben.

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