Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Ein Fest auf dem Hauptplatz

Beirat

28.02.2015

Ein Fest auf dem Hauptplatz

Barbara Juchem

Mit dem Thema Inklusion können viele nichts anfangen. Sie sollen aufgeklärt werden

Es ist ein Vorzeigeprojekt: Schüler lernen Gebärdensprache. Seit vergangenem Schuljahr wird an der Grundschule in Kaufering ein gehörloses Kind unterrichtet. Während des Unterrichts ist deshalb immer ein Gebärdendolmetscher dabei. Für Barbara Juchem, die Behindertenbeauftragte des Landkreises, ist dies gelebte Inklusion. Doch das Thema muss ihrer Meinung nach noch viel mehr an die Öffentlichkeit. Deswegen plant der Inklusionsbeirat eine Woche der Inklusion.

Dass es Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit gibt, wird Barbara Juchem immer wieder bewusst. Sie erzählt von einer Veranstaltung, bei der sie von einer Frau mit psychischer Behinderung gefragt wurde, was Inklusion eigentlich ist. Jetzt soll es das Thema mit Hilfe einer Inklusionswoche in das Bewusstsein möglichst vieler Bürger schaffen. Bei einem Netzwerktreffen im Landratsamt wurden etliche Ideen gesammelt, was zwischen dem 11. und 18. Oktober im Landsberger Sportzentrum stattfinden soll. Als wichtigen Schritt bezeichnet Juchem den Zusammenschluss mit der Freiwilligenmesse, die heuer unter dem Motto Inklusion stehe. Beide Veranstaltungen sollen am gleichen Tag eröffnet werden. Die Inklusionswoche sei nicht auf Landsberg beschränkt, es würde vielmehr landkreisweit darüber informiert.

Die Ideensammlung des Inklusionsbeirats brachte einige Vorschläge. So ist am 17. Oktober ein Fest auf dem Landsberger Hauptplatz geplant. An Ständen werde rund um das Thema Inklusion informiert, zudem könnten Stadtführungen stattfinden. Der Ammersee Sportverein Dießen möchte ein generationenübergreifendes Inklusionssportfest ausrichten und im Malura Museum in Oberdießen werden Werke von Menschen mit Behinderung ausgestellt. Barbara Juchem hofft auch, Theaterleiter Florian Werner für ein Stück gewinnen zu können, das sich mit Inklusion beschäftigt. Es soll dann im regulären Programm des Stadttheaters zu sehen sein.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch wenn Barbara Juchem und ihre Mitstreiter aus dem Beirat noch nicht alle Bürger erreicht haben, einen Grund zum Jammern gibt es ihrer Meinung nach nicht. Das Bewusstsein sei vielerorts da, auch wenn es schwierig sei, Inklusion umzusetzen. Problematisch bleibe das Thema am Arbeitsplatz. Vielen Unternehmen sei nicht bewusst, dass sie Fördermittel erhalten können, wenn sie einen Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung einrichten. Noch fehle eine Stelle im Landkreis, die in solchen Fällen beratend tätig werden könne.

Verbesserungen erhofft sich die Behinderten- und Seniorenbeauftragte von der Koordinationsstelle Inklusion, die ab April mit einer Halbtagsstelle an den Start geht. Vorrangige Aufgabe dieser Stelle sei es zunächst, eine Art Aktionsplan zu erstellen und die Inklusionswoche mit vorzubereiten. Wichtig wäre laut Juchem noch eine hauptamtliche Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung im Landkreis. Das hätte eine „andere Qualität“ als die ehrenamtliche Arbeit. Am Staatlichen Schulamt gibt es bereits eine Beratungsstelle Inklusion für Grund-, Mittel- und Förderschulen. „Aber Inklusion ist nicht nur an Schulen wichtig“, sagt Juchem.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren